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Landkreis Günzburg

13.02.2018

Rekord-Mitgliederstand bei Verdi

Zahlreiche Jubilare konnte Stefan Jagel vom Verdi-Bezirk (hintere Reihe links) bei der Jubilarehrung seiner Gewerkschaft in Leipheim für 25-, 40-, 50- und 60-jährige Gewerkschaftsmitgliedschaft ehren.
Bild: Werner Gloning

Noch nie wurden im Landkreis Günzburg so viele Mitglieder gezählt. Beifall gibt es für die Einschätzung des DGB-Vorsitzenden zur Koalitionsvereinbarung.

Erstmals hat die Gewerkschaft Verdi im Landkreis Günzburg ihre traditionelle Jubilarehrung im Saal des Gasthofes „zur Post“ in Leipheim mit einem Empfang für die im letzten Jahr neu eingetretenen Mitglieder verbunden. Für die Günzburger Ortsvorsitzende Helga Springer-Gloning ein erfreulicher Termin: Denn mit 969 Mitgliedern hatte Verdi Ende 2017 den höchsten Mitgliederstand zu verzeichnen, den die Gewerkschaft im Landkreis je besaß.

Stefan Jagel vom Verdi-Bezirk erläuterte die Forderungen zu den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die Bereiche Bund und Kommunen. Die Gewerkschaft fordere unter anderem eine Lohn- beziehungsweise Gehaltserhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Außerdem eine Verbesserung der Ausbildungsvergütungen und eine Anhebung des Nachtarbeitszuschlags in Krankenhäusern auf 20 Prozent.

Jagel und der DGB-Kreisvorsitzende Werner Gloning nutzen die Veranstaltung auch um die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU, CSU und SPD zu bewerten. Beiden geht sie nicht weit genug. Die für die Altenheime versprochenen 8000 neuen Pflegekräfte, so Jagel, bedeuten rechnerisch ein bisschen mehr als eine halbe Pflegekraft pro Heim. „Ein wahrlich beeindruckender Beitrag zur Bekämpfung des Pflegenotstandes“, kommentierte er ironisch. Und zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau klängen nach viel, würden aber gerade Mal reichen um pro Kommunen eine einzige Sozialwohnung zu bauen.

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Dem DGB-Kreisvorsitzenden Werner Gloning fehlen in der Koalitionsvereinbarung die Antworten auf zentrale Zukunftsprobleme. Beim Thema Globalisierung und Flucht gehe es nach wie vor in erster Linie darum, „das Elend wegzuschieben“, statt um die Bekämpfung der Fluchtursachen. Die immer größer werdende Verteilungsungerechtigkeit, die „eine Hauptursache für das Erstarken der braunen Rattenfänger“ sei, komme praktisch nicht vor und die im Hinblick auf die Digitalisierung dringend notwendige Ausweitung der Mitbestimmung suche man in der Koalitionsvereinbarung vergeblich. „Wir werden uns auch nicht damit abfinden, dass in einem Land das immer reicher wird, Rentnerinnen und Rentner, die ein Leben lang gearbeitet haben, mit einem Rentenniveau von unter 50 Prozent abgespeist werden sollen und dass das dann auch noch als Erfolg gefeiert wird.“ Es gebe in der Koalitionsvereinbarung richtige und gute Bestandteile. Aber insgesamt „fährt der Zug weiter in die falsche Richtung“.

Im Anschluss an die mit viel Beifall aufgenommen Ausführungen wurden die anwesenden Jubilarinnen geehrt  Zum Abschluss des Abends spielte Thomas Hoffmann von der katholischen Betriebsseelsorge mit seiner Gitarre humorvolle, aber zugleich hintergründige Lieder. (zg)

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