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05.06.2009

Respektlosigkeit auf dem Friedhof

Thannhausen/Krumbach Es muss gähnende Leere in den Köpfen derjenigen Zeitgeister herrschen, die sich nachts auf den Friedhöfen rumtreiben. Dort rupfen sie Blumen aus dem Boden, stehlen Kerzen oder reißen, wie jüngst in Thannhausen, frisch gesetzte Buchsbäume von den Gräbern. Sie treten ohne Respekt auf die Ruhestätten und trampeln damit auf den Gefühlen der Angehörigen herum.

"Es ist einfach ärgerlich", sagt Erwin Däubler. Der Thannhauser Stadtrat hatte das Problem jüngst angesprochen. Jemand hatte vom Grab der Tante ein Buchsbäumchen entfernt, Däubler hatte es kurz vorher angepflanzt. Der Wert: rund 20 Euro. "Aber darum geht es nicht." Es ist vielmehr die Respektlosigkeit. Und die Ohnmacht der Angehörigen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ein verwüstetes Grab wieder herzurichten. Oder neue Kerzen aufzustellen. Das war in Krumbach der Fall. Dort waren auf einmal Kerzen verschwunden. Ein anderes Mal ein Strauß. Der war vormittags am Todestag einer Dame aufgestellt worden. Am Nachmittag war er weg. Spurlos verschwunden.

Bei der Polizei gehen nur sporadisch Diebstahlsmeldungen von Friedhöfen ein, sagt Manfred Häusler von der Inspektion Krumbach. Anhaltspunkte für die Hintergründe gebe es nicht - bislang wurde noch niemand erwischt, der nachts sein Unwesen auf Friedhöfen getrieben hat. Dass die Ruhestätten und auch Kirchen ein Anziehungspunkt zu später Stunde sein können, ist klar: Gewöhnlich bleibt man dort nachts unbeobachtet. Das machen sich Kriminelle zunutze, die es auf Opferstöcke abgesehen haben. Oft sind das Durchreisende, weiß Häusler.

Aber was haben die Unbekannten davon, wenn sie wie am Thannhauser Friedhof Bäumchen ausreißen? Die Antwort kennt Erwin Däubler nicht. Er kann nur den Kopf schütteln. Damit es nicht wieder so weit kommt, wünscht er sich verschließbare Zugänge. Die Diskussion darum wurde schon vor Jahren im Thannhauser Stadtrat geführt - ohne Ergebnis. "Eine Lösung muss man sich überlegen. Andere Friedhöfe werden auch zugesperrt", sagt Däubler. Und: Früher sei der Friedhof auch schon versperrt gewesen. Ob es damals auch schon Vandalismus gab, ist allerdings nicht mehr bekannt.

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