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27.03.2009

Reue und Vergebung

Landkreis (gsch) - Man könnte den Psalm 50 als den beliebtesten Bußpsalm bezeichnen. Das "Miserere" drängt sich einem förmlich auf die Lippen, wenn man sich verfehlt hat. Das Miserere stimmt Papst Alexander VI. an, nachdem er beim Einsturz einer Decke im Vatikan nur knapp dem Tod entronnen ist. Das "Miserere" betete Kaiser Karl V. tagtäglich, als er sich von den Staatsgeschäften zurückgezogen hatte und sich in San Juste auf den Tod vorbereitete. Er fühlte die ganze Last der Verantwortung für das gewaltige Reich, in dem die Sonne nicht unterging. "Miserere" - "Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner Barmherzigkeit". Er dachte an die Reformation in Deutschland, an die Glaubensspaltung, die er nicht zu verhindern vermochte. Er dachte an Amerika und das Unrecht, das den Indios angetan worden war. Miserere konnte er nur immer wieder flehen. Und er schaute hin auf König David, der diesen Psalm erstmals anstimmte.

Schwere Schuld

David rief sein "Miserere" zu Gott, nachdem der Prophet Nathan ihm die ganze Schwere seiner Schuld mit deutlichen Worten klargemacht hatte. Der Ehebruch mit der Frau des Urija war mehr als ein Seitensprung. Dem einen Verbrechen fügte er noch das zweite hinzu. Er ließ Urija ermorden, um seinen Ehebruch zu vertuschen. David begreift die Schwere seiner Schuld und er fleht zu Gott um Erbarmen.

So betet David und mit ihm Papst Alexander VI., mit ihm Kaiser Karl V., mit ihm jeder Sünder, der seine Schuld einsieht, jeder Mensch, der schuldig geworden ist. Man könnte sich natürlich auf die Erbschuld berufen, darauf, dass seit Adam und Eva der Mensch geschwächt ist und für die Versuchung anfällig. Man ist ja immer geneigt, anderen die Schuld zu geben, den Eltern und ihrer Erziehung, der Veranlagung, für die man nichts kann, der Umwelt, die ihren verhängnisvollen Einfluss ausübt. David möchte die Schuld nicht anderen geben. Er möchte zu seiner Schuld stehen. Er selbst ist schuld und niemand anderer. Er sehnt sich nach einem Zeichen der Vergebung. "Besprenge mich mit dem Hysop, und ich bin rein: Wasche mich und ich bin weißer als der Schnee". "Asperges me", so sang man jahrhundertelang vor Beginn des Sonntagsgottesdienstes. Die Austeilung des Weihwassers war damit verbunden.

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Neues und reines Herz

David bittet um ein neues Herz, um ein Herz, das Gott gefällt. Ein reines Herz wird uns in der heiligen Beichte bei der Lossprechung geschenkt. Freilich mit der Lossprechung ist es nicht getan, es braucht den guten Vorsatz und nicht nur ihn, sondern auch "den Geist der Beständigkeit". Dann durchströmt den Beter neue Freude. Der Lebensmut kehrt zurück. Man kann wieder anderen den Weg zu Gott glaubwürdig zeigen, denn die beste Predigt ist das Vorbild. Man ist auch nicht mehr fixiert auf seine Schuld, sondern innerlich befreit. Da fällt es nicht schwer, Gott zu loben. Wer in dieser Gesinnung an den Altar tritt, der darf sicher sein, dass Gott sein Gebet annimmt. Wir bringen mit dem Priester am Altar das Opfer dar, in dem Christus selbst sich dem Vater darbringt, und auch wir wissen, dass es dabei auf unser Herz ankommt.

Mit David beten wir "Miserere - Erbarme dich meiner, o Gott" und mit Christus treten wir an den Altar. Wir wissen, dass dieses Opfer Gott gefällt.

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