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Ursberg

20.06.2018

Ringeisen-Werk sorgt sich wegen geplantem Hallenbau

Mit bunten Ballons, die auf 16,50 Meter beziehungsweise 23 Meter Höhe aufsteigen, wollten die Verantwortlichen des Dominikus-Ringeisen-Werks illustrieren, welche Dimensionen die geplante Halle der Firma Transpack annimmt. Allerdings durchkreuzten Regen und Wind die Aktion in der vergangenen Woche.
Bild: Stefan Reinbold

Vertreter des DRW sind angesichts der geplanten Höhe von 16,50 Meter des von der Firma Transpackin Ursberg geplanten Gebäudes entsetzt. Sie fürchten, dass die Anliegen der Bewohner nicht gehört werden.

Das Krumbacher Unternehmen Transpack plant, seinen Firmensitz nach Ursberg zu verlegen. Auslöser für die Verlagerung ist schlicht Platzmangel am Krumbacher Standort. „Wir platzen aus allen Nähten“, erklärt Geschäftsführer Klaus Nuscheler. Sowohl im Verwaltungsbereich als auch in den Lagern des Fachgroßhandels ist der Betrieb trotz Außenlager und einer vor vier Jahren erfolgten Erweiterung auf dem Nachbargrundstück an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Aufgrund der Auftragslage ist der Verpackungsspezialist aber nach wie vor am Wachsen. „Wenn man heute als Unternehmen sagt, ich bleibe auf der Stelle stehen, dann beginnt man schon zurückzuschreiten“, ist Nuscheler überzeugt. Für den Betrieb kam als Lösung daher nur noch ein Neubau infrage. Nachdem sich in Krumbach kein geeigneter Alternativstandort gefunden habe, war die Unternehmensführung in dem neuen Gewerbegebiet in Ursberg zwischen B300 und dem nördlichen Ortsrand fündig geworden. Auch weil hier Erdarbeiten in weitaus geringem Umfang anfallen als in den alternativen Standorten in Krumbach, sei der Platz dort besonders geeignet.

Der Neubau ist allerdings in Dimensionen geplant, die den Vertretern des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) Bauchschmerzen bereiten. Neben einem etwas kleineren Bürotrakt soll eine Halle mit einer maximalen Höhe von 16,50 Meter auf einer Länge von 110 Metern in Ost-West-Richtung in direkter Nachbarschaft zu mehreren Wohngruppen des Ringeisen-Werks sowie des Senioren- und Pflegeheims St. Johannes errichtet werden. Ganz im Westen, direkt unterhalb der Ortsverbindungsstraße von Oberrohr nach Bayersried, ist optional noch ein Hochregallager mit einer Maximalhöhe von rund 21 Metern Höhe geplant. Dabei handle es sich jedoch lediglich um eine mögliche Erweiterung in der Zukunft, kein konkretes Vorhaben, betont Junior-Geschäftsführer Leopold Nuscheler.

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Um das Vorhaben überhaupt realisieren zu können, müssen die im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet festgeschriebenen Maximalhöhen zunächst vom Gemeinderat geändert werden. Ein entsprechender Beschluss wurde bereits einstimmig verabschiedet. „Der nächste Schritt ist die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Behörden“, erklärt Ursbergs Bürgermeister Peter Walburger den Sachstand. Ein Kaufvertrag mit der Firma Transpack sei zwar noch nicht unterzeichnet, doch seien bereits verbindliche Absprachen mit dem Unternehmen getroffen worden.

Mehr als 200 Menschen wohnen in direkter Nachbarschaft

Im Vorstand des Dominikus-Ringeisen-Werks sieht man das Unterfangen kritisch. Immerhin wohnen mehr als 200 Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem geplanten Bau, deren Blick künftig, so die Befürchtung des Vorstands, auf eine dunkle Wand treffen werde. viele der Aufenthaltsräume seien nämlich nach Norden ausgerichtet, erklärt Michael Winter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRW. Dieser Umstand wirke sich auch negativ auf die in naher Zukunft anvisierte Sanierung der Wohngebäude aus.

In einer Versammlung mit Bewohnervertretern und Angehörigen wurden die Pläne kürzlich vorgestellt. Dabei präsentierten die Vertreter des Ringeisen-Werks auch eigene Zeichnungen und ein Holzmodell des geplanten Hallenbaus. Man ist sich im DRW im Klaren darüber, dass es sich dabei nur um vage Visualisierungen handelt, da Parameter wie etwa Höhenunterschiede im Gelände nicht berücksichtigt werden konnten. Nichtsdestotrotz seien die Bewohnervertreter angesichts des Ausmaßes der geplanten Halle „schockiert“ gewesen, berichtet Winter. „Die haben Angst, nicht gehört zu werden.“

Er verstehe die Sorgen des DRW, sagt Bürgermeister Walburger und versichert: „Wir gehen sehr ernst mit jeder Kritik und jedem Argument um.“ Der Abstand zu den Wohngruppen betrage jedoch mindestens 50 Meter. Das Heim St. Johannes sei sogar 70 Meter entfernt. Zudem bestehe bereits ein Grüngürtel hinter den Wohnhäusern der von West nach Ost auf einer Länge von 90 Metern verläuft und in dem die Bäume die geplante Halle überragen würden. Außerdem sei noch eine weitere Ortsrandeingrünung angedacht, wo Bäume gepflanzt werden müssen, die mindestens 20 Meter hoch werden. Darüber hinaus befinde sich die geplante Halle im Norden, von wo sie keinen Schatten auf die Wohnhäuser werfe.

Sie hätten bereits zwei Gespräche mit dem Vorstand des DRW geführt, erklären die Geschäftsführer von Transpack. „Wir verstehen die Bedenken“, sagt Klaus Nuscheler. Man habe angeboten, die Farbe der den Wohngruppen zugewandten Wand vom Ringeisen-Werk bestimmen zu lassen. Es bestünde auch die Möglichkeit, die Fassade durch eine Farbschraffur aufzulockern, was den Effekt hätte, dass das Gebäude kleiner, luftiger wirkt. Ein Beispiel dafür sei die Halle der Andreas Schmid Logistik an der A8 bei Augsburg. Zudem sei die Firma Transpack als Nachbar so schlecht nicht. „Wir verursachen überhaupt keinen Lärm und null Emissionen“, beteuert der Seniorchef. Zudem würde die Halle den Verkehrslärm von der B300 schlucken. Die Befürchtung, dass durch die Abfertigung von Lkws an der Halle die Lärmbelastung steige und Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit zu erwarten seien, hält Nuscheler für überzeichnet. Etwa 40 Lastwagen würden pro Tag alle vier Himmelsrichtungen abfahren. Der überwiegende Teil davon sei eher in Richtung der Autobahnen A8 und A7 unterwegs. Abgefertigt würden die Lkws ausschließlich über Ladeterminals im Inneren der Halle und das auch nur von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr. Leopold Nuscheler deutet an, dass er durchaus Möglichkeiten der Kooperation mit dem DRW sieht und bereits bestehende Modelle der Zusammenarbeit erweitern will.

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