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Landkreis

29.05.2018

Rotes Kreuz übt für Terror- und Amokeinsätze

Das Rote Kreuz hat unter realistischen Bedingungen für Terror- und Amoklagen geübt.

Auf einem Standortübungsplatz haben sich auch Kräfte aus dem Kreis Günzburg für den Ernstfall vorbereitet.

Mit großem Einsatz haben sich gut 400 ehrenamtliche Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf dem Großunfallsymposium am Standortübungsplatz Bodelsberg bei Kempten auf mögliche Terror- und Amoklagen vorbereitet. Bei vier aufwendig gestalteten Szenarien und Workshops konnten sie trainieren, was bei solchen Einsätzen zu tun ist. Auch aus dem BRK-Kreisverband Günzburg waren 14 Einsatzkräfte mit dabei und sammelten wichtige Erfahrungen im Umgang mit solchen Einsatzlagen.

Explosionen, Feuer und 150 geschminkte und schreiende Verletztendarsteller machten die Übungsszenarien erschreckend realistisch, heißt es in der Mitteilung. Als Vorlage für die Drehbücher dienten die echten Anschläge von Nizza, Paris, Berlin und München. Die Einsatzkräfte wussten bis zur Alarmierung nicht, was sie erwartet. Die Versorgung von Schusswunden und Verletzungen durch Sprengstoff war für viele in der Praxis neu. Teilweise kamen während der Versorgung der Verletzten weitere Gewaltschauplätze hinzu und die Zahl der „Opfer“ stieg auf bis zu 100 an. „Hier kommt es darauf an, dass unsere Einsatzkräfte die Situation schnell erfassen und systematisch vorgehen“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Michael Baum.

„Jeder unscheinbare Einsatz kann auch für uns selbst durch Terror oder Amok zur Bedrohung werden“, sagt Cheforganisator Michael Stemmler. Ist das der Fall, muss die Polizei den Nahbereich um den Täter sichern, bis keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. So lange müssen die Rotkreuzhelfer warten, um nicht selbst Ziel eines Angriffs zu werden.

Um das realistisch zu üben, kamen Polizeibeamte aus der Region in ihrer Freizeit auf das Übungsgelände und stellten die Terrorabwehr so dar, wie sie im Ernstfall aussehen kann.

Mit gut 400 Teilnehmern und nochmals so vielen Helfern für Verpflegung, Infrastruktur, Kommunikation und Verletztendarstellung war das Großunfallsymposium des BRK Schwaben die bisher größte Übung für Ehrenamtliche in Bayern. „Wir haben gezeigt, mit welcher Schlagkraft wir Terrorlagen begegnen können. Ich bin von der Professionalität und Leidenschaft unserer ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer beeindruckt. Wir hoffen, dass Terror- und Amoklagen in der Region niemals Realität werden, durch das Großunfallsymposium sind wir nun besser darauf vorbereitet“, erklärt der Landesbereitschaftsleiter Michael Raut in der Mitteilung des Roten Kreuzes. (zg)

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