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Ziemetshausen

06.12.2019

Schloss Seyfriedsberg als russisch-orthodoxes Kloster?

Wird Schloss Seyfriedsberg künftig ein russisch-orthodoxes Kloster beherbergen? Die Kirche sucht für ein nahe der Blutenburg im Münchner Stadtteil Obermenzing bestehendes Kloster Ersatz.
Bild: Stefan Reinbold

Plus Marktrat Ziemetshausen befasst sich mit ungewöhnlicher Voranfrage. Wie die Gemeinde das Vorhaben beurteilt und welche Möglichkeiten das Schloss bietet.

Hinter dem Tagesordnungspunkt „Antrag auf Vorbescheid für die Nutzungsänderung von Schloss Seyfriedsberg“ verbirgt sich ein fürwahr nicht alltägliches Vorhaben. Die deutsche Diözese der russisch-orthodoxen Kirche in Deutschland sucht für ihr seit Kriegsende bestehendes Kloster nahe der Blutenburg im Münchner Stadtteil Obermenzing einen adäquaten Ersatz.

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Auf der Suche nach Abgeschiedenheit

Das Gebäude ist schon seit längerem zu klein. Ursprünglich alleinstehend und abgeschieden gelegen, ist es mittlerweile ringsum von Wohngebieten umgeben und bedarf einer umfangreichen Renovierung. Auf der Suche nach einem Ersatz, der vor allem abgelegen liegen und klösterliche Ruhe bieten sollte, ist die Geistlichkeit um Klosterabt und Erzbischof Mark auf das historische Gebäude nahe Ziemetshausen gestoßen.

Das nach der Aufgabe durch das Haus Oettingen-Wallerstein verkaufte Ensemble steht nun neuerlich zum Verkauf. Man würde in dem abseits gelegenen Schloss genügend Platz für die langsam, aber kontinuierlich wachsende Klostergemeinschaft finden, die derzeit etwa zwölf bis 15 Personen umfasst.

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Das Schloss böte darüber hinaus Räumlichkeiten für ein Refektorium sowie die handwerklichen Einrichtungen des Klosters, eine Verlagsdruckerei, eine Kerzenzieherei, eine Weihrauchmanufaktur und anderes. Ebenso würde sich das Platzangebot für Religionsunterricht, Priesterausbildung und nicht zuletzt für die Aufgaben des Klosterabtes und die Verwaltung eignen. Sogar Säle für Vorträge und Empfänge fänden sich. Während man bereits einen Raum im Schlossinneren als Kapelle für die Mönche ausgespäht hat, könnte als spiritueller Mittelpunkt des Klosters für Bewohner und Gläubige der russisch-orthodoxen Kirche im Schlosshof eine Kapelle gebaut werden. Zur Realisierung der geplanten Räumlichkeiten, zu denen auch 14 bis 16 Mönchszellen zählen, sind bauliche Eingriffe in der denkmalgeschützten Anlage geplant, die baurechtlich beurteilt werden müssen. Dazu sind etwa zehn Parkplätze vorgesehen, die vor der unmittelbaren Einfahrt in den Klosterhof liegen könnten.

Weitere spirituelle Aufwertung des "heiligen Bergs"

Da sich das nahezu gesamte Leben eines Mönchs im Kloster abspielt, sollte auch die letzte Ruhestätte beim Kloster sein. Dazu sollte ein kleiner Friedhof auf dem Gelände errichtet werden, der aber keine Eingriffe in den wertvollen Baumbestand im Schlosshof erforderlich machen soll.

Die Festlegung der Lage würde in Abstimmung mit den am Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden erfolgen. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass östlich des Schlossparks bereits ein Gräberfeld für die Verstorbenen des Hauses Oettingen-Wallerstein besteht. Der Marktgemeinderat hat sich vorab in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Vorhaben beschäftigt und nach dem Studium der eingereichten Unterlagen grundsätzlich keine Bedenken gegen die Nutzung des Schlosses als Kloster erhoben. Mit der Wallfahrt in Maria Vesperbild und dem Kloster St. Clara würde der im Volksmund „heiliger Berg“ genannte Schlossberg mit dem Kloster des Heiligen Hiob von Pocaev eine weitere spirituelle Aufwertung erfahren. Für die Marktgemeinde, so ist man sich einig, würde sich diese Einrichtung nicht negativ auswirken. Zudem könnte das Schloss vor einem weiteren Verfall gerettet werden.

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Insofern wird das weitere Verfahren von der Gemeinde wohlwollend begleitet, wichtigster Aspekt dabei wäre, dass der forstbotanische Garten weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich ist. So nimmt der Marktgemeinderat mit einhelligem Votum die Bauvoranfrage zustimmend zur Kenntnis und leitet diese zur Genehmigung an das Landratsamt Günzburg weiter.

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