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Kreis Günzburg

09.02.2018

Schmerzender Rücken führt oft in die Klinik

Rückenleiden sind auch in der Region weit verbreitet.
Bild: Arno Burgi/dpa

Die Barmer Krankenkasse sieht auch ökonomische Gründe für den Behandlungsanstieg. Medizinisch sei nicht jede Operation notwendig. Wie es in den Kreiskrankenhäusern aussieht.

Neben der Diskussion um die Behandlungsqualität in Kliniken war die Krankenhaustherapie bei Rückenschmerzen ein weiteres Thema des Länderforums Gesundheit, das von der Barmer Krankenkasse auf der Reisensburg organisiert worden war. So ist nach Angaben der Kasse die Zahl der Krankenhausfälle binnen neun Jahren von knapp 282000 im Jahr 2006 auf 415000 (Jahr 2014) gestiegen. Bei den Bandscheibenoperationen habe die Zuwachsrate im selben Zeitraum bei 12,2 Prozent gelegen. „Ein derartiger Anstieg von Krankenhausbehandlungen wegen Rückenschmerzen ist nicht nachvollziehbar“, sagt die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern, Dr. Claudia Wöhler. „Da liegt die Vermutung nahe, dass nicht alle Eingriffe medizinisch notwendig sind.“

Rund 420 Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen werden pro Jahr in den Kreiskliniken Günzburg und Krumbach behandelt. Von 2012 bis 2015 sind die Patientenzahlen mit diesen Erkrankungen gestiegen, seither haben sie allerdings um rund 15 Prozent abgenommen. Eine plausible Begründung gibt es für den Anstieg ebenso wenig wie für den Rückgang in den beiden vergangenen Jahren.

Die Menschen kommen vor allem mit orthopädischen immobilisierende Verschleißerkrankungen in die Klinik, „aber wir behandeln als regionales Traumazentrum auch verunfallte Patienten mit Brüchen“, sagt Gudrun Egner, Controllerin an den Kreiskliniken.

Jeder zehnte Patient wird operiert

Nur etwa jeder zehnte Patient wird operiert. Dies sind zum einen ältere Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen, deren Wirbelkörper bei konservativer Behandlung weiter brechen und denen eine schmerzbedingte Immobilität droht. Diese Patienten erhalten eine sogenannte Kyphoplastie. Das bedeutet, ein kleiner Ballon wird in den Wirbelkörper eingeführt und aufgeblasen, bis sich der Wirbelkörper zu seiner Urform wieder aufgerichtet hat. Dann wird der entstandene Hohlraum mit Knochenzement befüllt. Der Patient ist umgehend wieder belastbar und schmerzfrei.

Verunfallte Patienten mit instabilen Frakturen, vorrangig im Bereich der Lendenwirbelsäule, werden minimal-invasiv behandelt, jedoch ohne Wirbelkörperersatz. Für jegliche komplexere Wirbelsäulenverletzungen ist die rund um die Uhr besetzte Notaufnahme des Kreiskrankenhauses in Günzburg die Portalklinik für die weitere Versorgung des Patienten in der Neurochirurgie des benachbarten Bezirkskrankenhauses. Hier besteht seit Langem eine enge Zusammenarbeit. Operationen, um die Wirbelsäule zu versteifen, werden weder in Günzburg noch in Krumbach durchgeführt.

Egner bedauert, dass die Kassen aus ihrer Sicht zu zurückhaltend sind, wenn es um die Finanzierung konservativer Therapieformen geht. „Leider ist immer wieder zu beobachten, dass Patienten von ihrer Krankenkasse Behandlungen wie Krankengymnastik und Massage verwehrt werden, wobei gerade diese Behandlungen schmerzbedingter Immobilität vorbeugen.“

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