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29.07.2010

"Sei behütet auf allen Wegen"

Am Ende des Festgottesdienstes versammelten sich die Wiesenbacher Kirchenbesucher zu einem gemeinsamen Foto mit Pater Ulrich im Altarraum der Pfarrkirche St. Blasius. Fotos (2): Anton Geißler
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Am Ende des Festgottesdienstes versammelten sich die Wiesenbacher Kirchenbesucher zu einem gemeinsamen Foto mit Pater Ulrich im Altarraum der Pfarrkirche St. Blasius. Fotos (2): Anton Geißler

Wiesenbach Nach sieben Jahren in der Gemeinde Wiesenbach zieht sich einer, den die Wiesenbacher missen werden, wieder die Wanderschuhe an und macht sich auf zu einer neuen Wirkungsstätte: Pater Ulrich Keller wurde am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst und anschließendem Festabend im Adlersaal in Oberwiesenbach verabschiedet. "Den Schuh würde ich mir nicht anziehen", wurde Pater Ulrich Keller damals vor sieben Jahren in seinem Heimatkloster Roggenburg gewarnt, die Wiesenbacher, "das sind ganz Besondere". Folglich, so erklärte der Pfarrer in seiner wie immer äußerst nachdenklichen und zugleich amüsanten Predigt, habe er sich zunächst ein Paar Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen zugelegt. Im Laufe der Zeit habe er jedoch erkannt, dass ein Paar Schuhe für seinen so vielseitigen Beruf nicht ausreichten - sein Schuhschrank füllte sich auch mit legeren Flip-Flops, seriösen und ernsthaften Schuhen. Er wollte für jede Situation gerüstet sein.

Dekan Klaus Bucher stellte in seiner Ansprache fest, Pater Ulrich habe "Wiesenbach gut getan" und dankte ihm mit einem "Vergelt's Gott". Mesnerin Else Spies-Oniszczuk schloss sich seinen Worten an und lobte die freundschaftliche Zusammenarbeit. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Merk umriss die zahlreichen Projekte, mit denen Pater Ulrich Wiesenbach um- und mitgestaltet habe. Besonderes hob er seine Kinder- und Jugendarbeit hervor sowie die Ausrichtung, "Wiesenbach zu einer mündigen Pfarrei zu erziehen". Dies geschah durch die Berufung von Kommunionhelfern, der Gründung eines Kindergottesdienst-Teams, in der Vergrößerung der Lektorenzahl sowie der Wortgottesdienstausbildung. Als Abschiedsgeschenk überreichte er ein dick gebundenes Buch, in dem alle Wiesenbacher Vereine und Bürger ihre Erlebnisse mit Pater Ulrich festgehalten haben.

Im Festzug zum Festabend

Der Kirchenchor verabschiedete sich schließlich von seinem Seelsorger mit dem Lied "Sei behütet auf allen Wegen". Nach einem vom Musikverein Wiesenbach angeführten Festzug zum Gasthof Adler begann der von der Kapelle umrahmte Festabend, gab es einen humorvollen Rückblick in Wort und Bild der "Altarengel Sinisterus und Dexterus", den Matthias Biberacher und Bernhard Merk gemeinsam gestaltet und mit Pointen kräftig gewürzt hatten.

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Mitglied in vielen Vereinen

Bürgermeisterin Ilse Thanopoulos würdigte Pater Ulrichs Anteil am IDEE-Projekt und seine Starthilfe für die Dorferneuerung. Gemeinsam mit Vereinspräsident Franz Alstetter überreichte sie ihm eine "Starthilfe" für einen Kelch zur Messfeier in seiner zukünftigen Pfarrei Thalfingen/Elchingen. Vereinspräsident Alstetter beschrieb Pater Ulrichs vielseitiges Engagement auch außerhalb des Gottesdienstes in der Gemeinde: Er absolvierte einen Truppmannkurs bei der Freiwilligen Feuerwehr, spielte Tuba und Fagott im Musikverein oder gab auch mal den "jugendlichen Liebhaber" in einem Stück des Theatervereins. Der Kinderchor unter Leitung von Petra Steck brachte das eigens umgedichtete Lied "Das Wandern ist des Pfarrers Lust" sowie einen türkischen Bauchtanz zur Darbietung. Die Frauen des Obst- und Gartenbauvereins wallfahrteten in einem äußerst gelungenen Sketch um einen neuen Pfarrer und resümierten den Verlust Pater Ulrichs. Die 39 Ministrantinnen und Ministranten bedankten sich bei ihrem Pfarrer mit einem selbst gedichteten Lied und einer kleinen Ansprache der Oberministrantin Verena Spiegel.

Darin erklärte sie die außerordentliche Beliebtheit Pater Ulrichs, unter dessen Führung sich die Ministrantenzahl glatt vervierfacht hatte, seine besonderen Kindergottesdienste und die Erlebnisse bei Ministrantenfreizeiten und anderen Unternehmungen. Auch der Theaterverein brachte mit einem amüsanten Sketch über den unglücklichen Verlust von zehn Cent Opfergeld und seine Folgen Pfarrer und Publikum zum Lachen. Mit jeweils elegant und amüsant formulierten Gedichten brachten Claudia Bisle und Josefa Mayer den Abend zum Ausklang. Mayer kündigte Vertreter jeder Altersgruppe an, die ihrem Seelsorger weiße Rosen mit auf den Weg gaben. Als Dankeschön gab Pater Ulrich seinen Gemeindemitgliedern Merci-Schokolade und den Hinweis mit auf den Weg: "Vom Kirchplatz in Oberwiesenbach zum Pfarrgässle in Thalfingen sind es exakt 44,2 Kilometer ..."

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