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05.06.2009

Seit 125 Jahren steht der Mensch im Mittelpunkt

Ursberg Er wirkt entspannt und zufrieden auf dem Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1899: Dominikus Ringeisen im Garten von St. Joachim mit einer Schar der Betreuten. Die großen Schlachten sind geschlagen, Ringeisens Lebenswerk ist etabliert. Das Bild steht für die Liebe und Güte des Manns, der es geschafft hat, vor 125 Jahren aus einem verfallenen Kloster ein lebendiges Zentrum der Menschlichkeit zu schaffen. Die mittelschwäbische Erfolgsgeschichte ist jetzt in einer reich illustrierten Ausstellung an Wochenenden im Freizeit- und Kommunikationszentrum zu sehen. Gestaltet hat sie eine Arbeitsgruppe des Ringeisen-Werks und der St. Josefskongregation.

Die Bilddokumente von der Zeit der Gründung - ein thematisches Kapitel der Sonderausstellung - stecken voller Fleiß. Sie zeigen, welche Mühen die ersten Helfer damals aufbringen mussten, um der ehemaligen Klosteranlage neues Leben einzuhauchen. Keine Bagger standen zur Verfügung, als das Mutterhaus der St. Josefskongregation gebaut wurde. Von Hand wurden Gräben gelegt, der Aushub wurden mit Ochsenkarren fortgeschafft.

Weil sich damals die staatliche Genehmigung der Ordensgemeinschaft hinzog, wurden die ersten Schwestern - ohne Billigung von Staat oder Kirche - in "privaten Einkleidungen" aufgenommen. Sr. Angelina Martin ist die erste Generaloberin, sie strahlt viel Mut und Zuversicht aus.

Für die Betreuten bedeutete die Einrichtung ein Segen: Sie erhielten Schulunterricht, hatten eine Freizeitbeschäftigung und durften arbeiten. Ringeisen sagte: "Alles in unserem Werk soll arbeiten. Nicht, dass sie schwer arbeiten und materiellen Nutzen schaffen, sondern eine wohltätige Abwechslung haben." Die fanden immer mehr Betreute - das Werk wuchs und wuchs. Ringeisen setzte auf moderne Technik: Das erste Telefon weit und breit befand sich in Ursberg, genauso wie ein kräftiger Bulldog mit Holzvergaser, der die Feldarbeit erleichtern sollte. Keine Frage: Eine Schwester steuerte das Gefährt, genauso wie die Schwestern bei der Feuerwehr übten und sich Brandmasken aufsetzten, die heute mehr an einen Edgar-Wallace-Krimi erinnern.

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Auch das dunkle Kapitel der Ursberger Geschichte ist aufgearbeitet. Damals kamen die grauen Busse, um die Hilfsbedürftigen abzuholen. Der Zeit des Schreckens folgt die Zeit der Stabilität, als sich das Nachkriegsdeutschland erholt und wieder auf die Beine kommt.

Der Gegenwart wird in der Ausstellung ebenfalls viel Platz eingeräumt - seinen prominenten Gästen, den Standorten, dem Leben. Immerhin ist das Ringeisen-Werk ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region geworden. Das Liebenswerte ist dabei nie zu kurz gekommen.

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