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Heftige Debatte um die Pläne des Bischofs

15.04.2012

Sie wollen bei der Kirchenreform mitreden

Sie setzen auf den Dialog mit der Bistumsleitung in Sachen Kirchenreform, die auch im Dekanat Krumbach massive Veränderungen bringen soll: (von links) Rita Mayer, Claudia Stegmann, Josef und Ruth Jäckle, Herbert Meier, Armin Mayer und Ernestine Meier.
Bild: Hans Bosch

„Kirche sind wir alle“. Katholische Landvolkbewegung beteiligt sich an der Aktion in Augsburg. „Wortgottesdienst besser als geschlossene Kirchen“

Krumbach Sie verzichten auf Trillerpfeifen und Transparente. Aber sie wollen den offenen Dialog mit den Verantwortlichen im Bistum Augsburg und im Besonderen mit Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa über die geplante neue Strukturplanung innerhalb des Bistums und fordern deren Bereitschaft, die betroffenen Pfarrgemeinden in den damit verbundenen Entscheidungsprozess einzubinden. Verschiedene katholische Verbände aus ganz Schwaben veranstalten deshalb am Samstag, 21. April, auf dem Augsburger Domplatz eine Aktion unter dem Motto „Kirche sind wir alle - unser Weg ist Dialog“.

Die katholische Landvolkbewegung im Dekanat Krumbach ist zusammen mit einigen Pfarrgemeinden und christlichen Verbänden bei dieser Kundgebung aktiv dabei, die fünf Minuten vor 12 Uhr mit Glockenläuten und stillem Gebet beginnt. Im heimischen Dekanat hat sich zu diesem Zweck eine eigene Arbeitsgruppe aus Pfarrgemeinderäten und Vertretern der Landvolkbewegung gebildet. Letztere fühlen sich besonders betroffen, da die geplante Umstrukturierung der Pfarreien in der Hauptsache in den Landgemeinden zu erheblichen Veränderungen führen werde. Armin Mayer bringt es auf einen Nenner: „Für uns ist diese Aktion keine Demonstration. Wir wollen vielmehr unsere Begeisterung und Freude am Glauben zeigen. Dazu gehört aber auch, dass wir angehört werden, wenn es um so große Veränderungen innerhalb der Pfarrgemeinden geht.“ Kein Verständnis hätten sie deshalb, dass die Bistumsleitung auf ihre Fragen mit Stillschweigen reagiere und jeglichen Dialog ablehne. Seine Frau Rita ergänzt: „Jesu Botschaft war nicht strenger Gehorsam und nur Zuhören. Sie beinhaltet ebenso, Antworten geben zu dürfen.“ Auch Josef Jäckle hält das Gespräch zwischen Kirchenoberen und Gläubigen für wichtig und notwendig: „Wir sollten nicht alles kritiklos hinnehmen.“ Ruth Jäckle pflichtet ihm bei: „Bischof Zdarsa sollte den Ruf nach Dialog als Botschaft sehen, um Menschen die Angst um den Fortbestand der Pfarreien zu nehmen.“ Sie meint damit den sonntäglichen Gottesdienst, der künftig verstärkt in einer Zentralgemeinde stattfinden soll, was vielfach lange Anfahrtswege erfordert.

Die Landvolkvertreter zeigten sich bei dem Gespräch mit der Heimatzeitung einig, dass die Zukunft zwar „eine Veränderung bringen wird, aber der Wortgottesdienst immer noch besser ist als am Sonntag geschlossene Kirchen“ (Claudia Stegmann). Dabei ist allen klar, wie es Rita Mayer sagt: „Die sonntägliche Messe bleibt die Sahne.“ Doch werde der Priestermangel neue Strukturen notwendig machen, wobei dem Wortgottesdienst in den kleineren Pfarreien eine wichtige Bedeutung zukomme. Finde dieser nicht statt, so dürfe man sicher sein: Besonders ältere Menschen kommen nicht mehr in die Kirche oder sie weichen auf Übertragungen der Messfeiern in Fernsehen/Radio aus.

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All diese Probleme sollten nach Meinung der Gesprächsteilnehmer im Dialog erörtert und diskutiert werden. Rita Mayer: „Wir wollen niemanden angreifen. Wir wollen aber unseren Glauben einbringen und werden dafür auch hinstehen.“ Bedauert wurde in diesem Zusammenhang, dass von der Bistumsleitung bisher keine Möglichkeit zum Gespräch geboten worden sei. Selbst Bischof Zdarsa sei bei keinem seiner jüngsten Auftritte in der Diözese auf diese Probleme eingegangen. Trotzdem seien sie der Meinung, es sei noch immer Zeit, die Laien verstärkt in die Thematik einzubeziehen und deren Bereitschaft zur Mitarbeit zu nutzen. Auf den Punkt brachte es Armin Mayer: „Es geht uns doch allen darum, unsere lebendigen Gemeinden am Leben zu erhalten.“

Über die Aktion in Augsburg informieren wir in der Montagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten.

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