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Balzhausen

18.04.2017

Sie wollen ein Hotel auf dem Dorf errichten

Dort, wo Dietmar Baur (von rechts), seine Frau Silvia und Architekt Gerhard Glogger jetzt stehen, soll in den kommenden Monaten das neue Hotel der Balzhauser Lenderstuben in die Höhe wachsen. Im März 2018 sollen dann die ersten Gäste den Blick ins unbebaute Mindeltal (im Hintergrund) genießen können.
Bild: Andreas Langer

Im Landgasthof Lenderstuben in Balzhausen sollen die Gäste künftig auch übernachten können. Jetzt hat der Bau eines Hotels mit insgesamt 13 Zimmern begonnen.

Dietmar Baur ist kein Mann, der das Risiko scheut. Seit 1999 betreibt der gelernte Metzger in Balzhausen den Landgasthof Lenderstuben, der einige Jahre später um einen Veranstaltungsstadel erweitert wurde. Nun folgt der nächste Schritt: ein eigenes Hotel.

Seit vergangener Woche laufen hinter dem Veranstaltungsstadel die Bauarbeiten. Erst einmal wird der Parkplatz vergrößert, dann folgt der eigentliche Neubau: Bis März 2018 soll hier ein Hotel für 32 Gäste entstehen, mit insgesamt zehn Doppel- und drei Familienzimmern.

Ein Hotel auf dem Dorf? Das hat in unserer Gegend durchaus Seltenheitswert. Dietmar Baur aber ist sich seiner Sache sicher, was auch am Gesamtpaket der Lenderstuben liegt: Der Veranstaltungsstadel erfreut sich großer Beliebtheit als Eventlocation und speziell für Hochzeiten. 2017 sind laut Baur so gut wie alle Termine vergeben und auch für das kommende Jahr seien schon viele Buchungen da.

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Die Brautpaare und ihre Gäste kommen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern nach Balzhausen, um hier im Stadel der Lenderstuben zu heiraten. Und viele von ihnen würden seit Jahren nach Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort fragen, erzählt Baur. „Ohne diesen Background würde ich es nicht machen“, erklärt der 46-Jährige. Durch die hauseigenen Veranstaltungen könne er schon viel Auslastung generieren. Ein Risiko gebe es natürlich immer, durch die Synergieeffekte mit Landgasthof und Veranstaltungsstadel sei es aber überschaubarer. „Überschaubarer, als bei dem, was ich bisher gemacht habe“, meint Baur und lacht.

Brautpaare sollen also künftig im Veranstaltungsstadel feiern, mit einigen ihrer Gäste im Hotel nebenan übernachten und dann am nächsten Morgen im kleineren oder größeren Kreis gemeinsam im Landgasthof frühstücken können. „Das Gesamtpaket passt“, findet auch Dietmar Baurs Frau Silvia.

Im März 2018 sollen die ersten Gäste übernachten können. Zimmer werden sich dann im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Stock des 28 Meter langen und zehn Meter breiten Hotelneubaus finden. Hinzu kommen Sozial- und Personalräume, im Dachgeschoss wird die Technik untergebracht. Die oberen Stockwerke können mit einem Aufzug erreicht werden, gespeist wird im bestehenden Landgasthof, geparkt werden kann neben und hinter dem Hotel.

Die Parksituation hatte im Vorfeld bei einigen Anwohnern Bedenken ausgelöst, weshalb Baur ein Schallschutzgutachten auferlegt bekam und die Gemeinde ein einseitiges Halteverbot in der Ringeisenstraße verhängte. Baur sieht sein Projekt aber nicht gefährdet und verweist unter anderem auf die Dimension seines Parkplatzes, der weit mehr Stellplätze als gefordert enthalte. Und was eventuelle Lärmbelästigungen der Gäste angehe, werde sich die Situation auch eher verbessern als verschlechtern, so Baur, da sich das Geschehen von der Straße weg in den hinteren, nordwestlichen Bereich verlagere – dorthin wo das neue Hotel entsteht.

Das soll optisch zur bestehenden Anlage passen, erklärt Architekt Gerhard Glogger, und gleichzeitig bäuerlich, aber auch modern wirken. Der Massivbau wird nämlich nahezu komplett mit Holz verschalt und soll dann „Stadelcharakter“ aufwiesen. Von außen werde man „nur Holz und Glas sehen“, so Glogger, von innen können die Gäste dann den freien Blick in die Natur genießen: Alle Zimmer werden nach Westen, in Richtung des unbebauten Mindeltals, ausgerichtet.

Die Natur sehen Baur wie Glogger auch als großen Pluspunkt für den Tourismus im südlichen Landkreis: Mehr Sonne als im Landkreisnorden, eine schöne Landschaft und ein gut ausgebautes Radwegenetz – das alles seien positive Faktoren.

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