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Landkreis Günzburg

14.02.2015

So gelingt die Liebe

Das ist nie verkehrt – ein Kuss als Zeichen der Liebe. Die Erwartungen an den Partner sollten aber nicht überzogen sein, warnen Experten.

Zum Valentinstag geben Experten aus dem Landkreis Tipps für eine funktionierende Partnerschaft. Für einen Fachmann in Liebesdingen gehört zum Gelingen auch das Unglücklichsein dazu

Am 14. Februar ist Valentinstag. Wie jedes Jahr werden Verliebte wieder Blumenläden stürmen und tonnenweise Pralinen kaufen. Doch wer möchte, dass seine Partnerschaft länger andauert, sollte sich nicht nur an diesem Samstag, sondern auch an den 364 anderen Tagen im Jahr Mühe geben. Oft sind die Liebesschwüre nicht für die Ewigkeit. Der Krumbacher Philosoph Wilhelm Schmid empfiehlt grundsätzlich, keine überzogenen und unrealistischen Erwartungen an den Partner zu stellen. „Heute wollen die Menschen eine Beziehung eingehen, um glücklich zu werden“, sagt der Bestseller-Autor. Aber so spiele das Leben nicht, warnt der Philosoph. Manchmal mache die Liebe nämlich richtig unglücklich.

Schmid rät: „Die Liebe atmen lassen.“ Das ist der Titel eines Buchs, das der Denker aus Billenhausen geschrieben hat. „In der Liebe können nicht ständig die großen Gefühle da sein.“ Es sei oft Alltag, sagt Schmid. Und da müssten sich die Partner zurückziehen können.

Viel mit Paaren zu tun hat auch der Günzburger Stadtpfarrer Christoph Wasserrab. Dem Valentinstag kann der katholische Geistliche etwas Positives abgewinnen. „Es ist doch schön, wenn viele Menschen ihren Angehörigen eine Freude bereiten.“

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Für eine gelingende Partnerschaft hat Wasserrab folgenden Tipp: „Miteinander reden und keine zu großen Erwartungen haben.“ Zudem könne man den anderen in einer Partnerschaft nicht verändern, nur sich selbst ändern, glaubt der Stadtpfarrer. Auf dieser Basis empfiehlt er, „in Liebe einen gemeinsamen Weg zu gehen“.

Auch Ulrich Hoffmann, Eheberater bei der Ehe- und Familienseelsorge Neu-Ulm, weiß, worauf es bei einer funktionierenden Beziehung ankommt. Er rät vor allem zu alltäglichen Paarritualen: „Es geht um die kleinen Dinge, wie die Begrüßung, die Verabschiedung oder das gemeinsame Essen. Davon lebt eine Partnerschaft.“ Viele Paare kommen zu ihm in die Beratung, weil beispielsweise die Kommunikation nicht klappt. Diese sei jedoch essenziell für eine funktionierende Beziehung, erklärt Hoffmann. „Man sollte regelmäßig Gespräche führen. Wichtig ist, nicht nur über Organisatorisches zu reden, sondern über sich selbst.“ Auch die Sexualität spielt laut Hoffmann in der Partnerschaft eine große Rolle. Bei diesem Thema rät er davon ab, sich Maßstäbe von außen setzen zu lassen: „Es sollten die eigenen Wünsche und Vorlieben berücksichtigt werden. Oft kommt es zu einer Fremdbestimmung durch die Medien, was zu Leistungsdruck führt.“ Ein aktuelles Beispiel hierfür sei „50 Shades of Grey“, ein sadomasochistischer Film, der derzeit in den Kinos läuft. Hoffmann sieht die Verknüpfung von Gewalt und Sexualität als problematisch an.

Der Eheberater bietet zahlreiche Kurse für Paare und Ehepaare an, unter anderem eine sogenannte Eheinventur. Das ist ein Kurs, bei dem Paare sich vor Augen führen, wie ihre Beziehung gewachsen ist oder welche Krisen aufgetaucht sind. Insgesamt sei die Scheidungsrate zuletzt nicht weiter gestiegen. „Etwa jede dritte Ehe wird aber geschieden“, sagt Hoffmann.

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