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Niederraunau

05.07.2020

So läuft ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV Niederraunau

Sowohl der Handball- als auch der Leichtathletiknachwuchs (Bild) des TSV Niederraunau werden von Jakob Eheim im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres trainiert – in Zeiten von Corona natürlich mit Abstand.
Bild: Alois Thoma

Plus Große Leidenschaft für wenig Geld: Jakob Eheim absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV Niederraunau. Was der 18-jährige Krumbacher dafür leisten muss.

Während andere Jugendliche nach Abschluss ihrer Schulausbildung eine Auszeit nehmen, chillen oder die Welt anschauen, hat sich Jakob Eheim aus Krumbach für ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) entschieden. Seit August letzten Jahres steht der 18-Jährige diesbezüglich beim TSV Niederraunau „unter Vertrag“. Für ihn ist der Dienst im sportlichen Bereich sozusagen wie Heimarbeit, denn seit dem vierten Lebensjahr ist er beim TSV als Leichtathlet und Handballer aktiv.

Kein Wunder, dass Jakob Eheim spontan zugriff, als der Sportverein vor einem Jahr erstmals die Möglichkeit zur Ableistung eines FSJ anbot. Hier ist er mindestens zu 80 Prozent im Jugendbereich als Trainer beziehungsweise als „rechte Hand“ von Trainern tätig. Das wird so vorgeschrieben von der Bayerischen Sportjugend (BSV), über die die Maßnahme läuft und die gewissermaßen seine „ Arbeitsagentur“ ist. Sie war auch schon mal zur Kontrolle vor Ort.

Jakob Eheim bekommt beim TSV Niederraunau viel Lob

Nur noch ein paar Wochen, dann läuft die Dienstzeit des 18-jährigen Krumbachers aus, der vor einem Jahr am Simpert-Kraemer-Gymnasium erfolgreich das Abitur ablegte. Unschlüssig, wie es weitergehen soll – studieren oder eine Ausbildung antreten – fiel ihm damals die Entscheidung für ein Freiwilliges Soziales Jahr nicht schwer. Eheim: „Ich finde, das ist eine gute Sache. So kann ich den Verein unterstützen und ihm etwas zurückgeben.“

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Dass ihm das bisher gut gelungen ist, kann Birgitta Pickl, die erste Vorsitzende des TSV Niederraunau nur bestätigen. „Es gibt viele positive Rückmeldungen von Trainern“, versichert sie.

FSJler Jakob Eheim mit der Vorsitzenden des TSV Niederraunau, Birgitta Pickl.
Bild: Alois Thoma

Lobende Worte seien aber auch von den Müttern gekommen, schließlich hat Jakob Eheim auch schon das Mutter-Kind-Turnen mitgestaltet. Die Erkenntnisse und die Erfahrungen, die er bei seiner Tätigkeit gesammelt hat, möchte er nicht missen. „Es ist immer was los, manchmal auch anstrengend, aber es macht sehr viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und deren Fortschritte zu sehen, egal ob nun in der Leichtathletik oder im Handball“, so Eheim.

Das FSJ beim TSV Niederraunau ist ein Vollzeitjob

38 1/2 Stunden umfasst der Wochenplan, der wöchentlich mit dem TSV besprochen wird. Am Ende der Dienstzeit wird dann noch eine Projektarbeit gefordert. Jakob Eheim hat da an die Organisation eines abteilungsübergreifenden Grillfestes im Jugendbereich gedacht. Doch die Corona-Krise hat ihm da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alternativ schwebt ihm nun vor, an der Grundschule in Niederraunau den Mädchen und Buben zu zeigen, wie man Pausen spielerisch überbrücken kann.

Kreativität ist etwas, was von Eheim als Sozialdienstleistender immer wieder gefordert wird. So stellt er zurzeit einen Leitfaden für Trainer-Quereinsteiger zusammen. Darin gibt er unter anderem Tipps, wie ein Training richtig aufgebaut wird, welche Übungen sinnvoll sind und so allen Teilnehmern Spaß machen.

Ferner zeigt er auf, wo man interessante und wichtige Infos für Trainings- und Jugendarbeit holen kann. Nebenbei hat der 18-Jährige auch noch einen Lehrgang zum Handballtrainer absolviert, der mit der Prüfung im September zum C-Trainer abgeschlossen werden soll. Von einem „Freizeitjob“ kann also nicht die Rede sein.

Reich wird man mit einem FSJ nicht

Von einem gut bezahlten ebenfalls nicht. 460 Euro zahlt der TSV Niederraunau monatlich an die Bayerische Sportjugend, 300 Euro brutto fließen davon monatlich in den Geldbeutel von Jakob Eheim. „Aber mir geht es nicht ums Geld“, betont er. Da sei er zu sehr mit dem TSV Niederraunau verbunden. Und so wird er, wenn Mitte August sein FSJ zu Ende geht, der Handball- und Leichtathletikhochburg auch ohne „Festgehalt“ erhalten bleiben. Er strebt dann zwar ein Studium in technischer Richtung an, die sportliche Seite behält er aber ebenfalls bei.

Er wird als Trainer der C-Jugend fungieren und nach dem altersmäßigen Ausscheiden aus der Handball-A-Jugend im Erwachsenenbereich seinem Hobby frönen.

Birgitta Pickl kann das nur recht sein. Sie weiß aus Erfahrung, dass eine Unterstützung im Trainer- und Betreuerbereich nie zu viel sein kann, um Nachwuchssorgen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Und so blickt man beim TSV bereits voraus. Pickl: „Für das nächste FSJ-Jahr haben wir bereits einen Kandidaten. Der Rest ist nur noch Formsache.“

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