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Thannhausen/Ursberg

23.05.2019

So sind Thannhausen und Ursberg über sich hinausgewachsen

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Thannhausen uns Ursberg sind in den vergangenen 175 Jahren extrem gewachsen.
Bild: BayernAtlas/Geoportal Bayern

Plus Einst viel freies Feld, heute tausende Bewohner und starke Industrie – Thannhausen und Ursberg sind auf ihre jeweils ganz eigene Art gewachsen.

Viel freies Feld zeigt die Landkarte aus den 1840er Jahren. Thannhausen bestand vor rund 175 Jahren aus einer überschaubaren Anzahl von Häusern auf der östlichen Seite der Mindel, nach Westen war die Bebauung kaum vorgestoßen. Noch kleiner war Ursberg. Außer dem Kloster und einigen Nebengebäuden war die Landschaft von Feldern geprägt, mit den nahem Bayersried, damals noch „Baiersried“ geschrieben, war Ursberg noch nicht zusammengewachsen.

Ursberg: Dominikus-Ringeisen-Werk spielte zentrale Rolle

In Ursberg kam der große Wandel mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk. Seit dem Kauf der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei Ursberg durch Dominikus Ringeisen im Jahr 1884 wurde die Entwicklung konsequent vorangetrieben. Bereits vier Jahre später zählte die Einrichtung 140 Patienten. Im Lauf mehrerer Jahrzehnte entstanden zahlreiche Gebäude, während auch die Einwohnerzahl des Ortes anstieg. Die Gründung der der St. Josefskongregation zum Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte diesen Effekt zusätzlich. Bayersried wuchs währenddessen mit – und wurde 1905 schließlich mit Ursberg zusammengeschlossen. Erst viele Jahrzehnte später nahm Ursberg seine heutigen Formen an: mit der Eingemeindung von Mindelzell 1972, Premach 1976 und Oberrohr im Jahr 1978.

Bei einem Blick auf eine Karte der 1840er Jahre muss man genau hinsehen, um die Häuser von Thannhausen und Ursberg zu erkennen.
Bild: BayernAtlas/Geoportal Bayern

Thannhausen befand sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Zeit des Umbruchs. Im Jahr 1851 etwa wurde eine Poststation errichtet, im Jahr 1868 wurde die Brauerei „Schwarzer Adler“ gegründet, die heute noch unter dem Namen Postbräu bekannt ist. Fünf Jahre später feierte das Stadlerstift seine Einweihung – ein Armen- und Krankenhaus, das eine wichtige Rolle in Thannhausen einnahm.

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Die Modernisierung setzte sich auch gegen Ende des Jahrhunderts fort. Thannhausen konnte von einer Bahnanbindung profitieren, die ab dem Jahr 1894 bis nach Dinkelscherben führte. Gleichzeitig wuchs das Gewerbe – die Fleischwerke Zimmermann wurden im gleichen Jahr gegründet, in dem auch die Bahnlinie eröffnet wurde. Das starke Gewerbe zeigt sich auch mit einem Blick auf die heutige Karte. Große Gewerbeflächen beherrschen den Nordwesten von Thannhausen, doch die Fleischwerke Zimmermann prägen nach wie vor einen großen Teil nahe des Stadtkerns.

Die Bevölkerungsentwicklung von Thannhausen und Ursberg spiegelt diese konstanten Fortschritte wieder – mehr oder weniger kontinuierlich steigt die Einwohnerzahl bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Ein großer Sprung zeigt sich allerdings zum Jahr 1950. Dieser ergab sich in der Nachkriegszeit – zahlreiche Flüchtlinge zogen in die Region. In Thannhausen war die Situation damals gespannt, da Wohnungen äußerst knapp wurden. Schließlich wurden neue Behausungen für die Bewohner geschaffen – und Thannhausen breitete sich in der Landschaft aus. Schließlich wurde im Jahr 1977 Burg eingemeindet.

Die Veränderungen schreiten weiter voran

Auch an der Natur hat das Wachstum Spuren hinterlassen. Die Mindel, die sich einst wie eine Schlange durch ihr Tal wand, wurde zu einer Art Kanal begradigt. Gleichzeitig sind neue Gewässer entstanden – sowohl nördlich als auch südlich von Thannhausen und Ursberg finden sich heute mehrere Baggerseen. Doch bei diesen Veränderungen wird es nicht bleiben. Thannhausen erhält seinen lange geplanten Hochwasserschutz – noch im laufenden Jahr sollen die Arbeiten dafür beginnen. Auch in Ursberg steht die Zeit nicht still. Erst vor vor wenigen Wochen begannen die Arbeiten am neuen Gewerbegebiet südlich der B300. Thannhausen und Ursberg werden also weiterhin wachsen – und der Wandel bleibt eine Konstante im Mindeltal.

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