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Thannhausen

23.10.2020

So will Thannhausen fahrradfreundlicher werden

Der Schutzstreifen für Radfahrer auf der Bahnhofstraße ist zu schmal und es fehlen die Piktogramme. Fußgänger, Radfahrer, Längsparker, Außenbewirtung, Bäume und Autos, die Straßenräume sind für alle diese Belange zu eng.
Bild: H. Lindenmayr

Plus Die Stadt Thannhausen möchte 20.000 Euro zur Verbesserung der Situation für Radfahrer bereitstellen. Was noch geplant ist.

Rad fahren in Thannhausen, das war ein wichtiges Thema im Kommunalwahlkampf gewesen. Mit einem Antrag von Stadtrat Gerd Olbrich ( SPD) zur Verbesserung der Situation der Radfahrer in der Stadt befasste sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung –und brachte verschiedene Verbesserungen auf den Weg.

Unbefriedigend, teilweise gefährlich sei das Radfahren in Thannhausen, meinte Olbrich bei der Begründung seines Antrags. Er regte an, ein Fachbüro zu engagieren und dafür Mittel in den Haushalt 2021 zu stellen. Konkrete Verbesserungsvorschläge sollte das Fachbüro erarbeiten, und zwar zu den Themen Verkehrsführung, Schutzstreifen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Abstellmöglichkeiten für Räder.

Landkreis Günzburg hat so viele Radwege wie kein anderer Kreis in Bayern

Gottfried Braun ( Freie Wähler) unterstützte den Vorstoß von Gerd Olbrich und schlug vor, die Stadt sollte der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune in Bayern e. V.“ (AGFK) beitreten. Thannhausen könnte das 72. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft werden und vom Fachwissen und den Erfahrungen der Arbeitsgemeinschaft profitieren.

Beispielsweise könnte man dort erfahren, welche Fachbüros kostengünstig und effektiv arbeiteten. Das Radfahren gewinne an Bedeutung, erklärte Braun, es könnte einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Die Bayerische Staatsregierung habe das Ziel gesetzt, den Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen auf 20 Prozent zu steigern.

Josef Brandner (Freie Wähler) informierte, dass das Rad derzeit einen Anteil von elf Prozent am Mobilitätsaufkommen im Landkreis Günzburg habe. Seit vielen Jahren befasse sich der Kreistag intensiv mit dem Thema Radfahren, nicht zuletzt deswegen habe der Landkreis Günzburg so viele Radwege wie kein anderer Kreis in Bayern. Brandner schlug vor, innerörtliche und außerörtliche Radwege zu vernetzen. Das biete auch die Chance, anfallende Kosten mit dem Bund und dem Landkreis zu teilen.

Thannhausen soll fahrradfreundlicher werden

Monika Wiesmüller-Schwab ( CSU) betonte in ihrem Redebeitrag, dass es vor allem auch wichtig sei, den Weg zu den Einkaufsmärkten an der Bürgermeister-Raab-Straße für Radfahrer sicherer zu gestalten.

Breite Unterstützung quer durch die Fraktionen zeigte sich in den Redebeiträgen sowohl dafür, ein Fachbüro zu engagieren wie auch der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune beizutreten. Einfache Lösungen, darin war man sich im Gremium auch einig, dürfte es nicht geben. Die Straßenräume sind nicht breit genug, um die Belange von Fußgängern, Radfahrern sowie parkenden und fahrenden Automobilen gleichermaßen zu erfüllen. Werner Kößler (CSU) meinte, man solle sich im Klaren darüber sein, dass ein passiver Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft nichts bewirke. Die Stadt müsse sich aktiv beteiligen, beispielsweise über die Teilnahme an Workshops und Informationsveranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft. Meinhard Veth (Grüne) konnte sich vorstellen, dass diese Funktion ein Fahrradbeauftragter aus dem Stadtrat übernehmen könnte.

Einstimmig billigte der Stadtrat den Beschlussvorschlag von Bürgermeister Alois Held, 20.000 Euro im Haushalt 2021 zur Verbesserung der Situation der Radfahrer vorzusehen und die Verwaltung zu beauftragen, eine Mitgliedschaft der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern vorzubereiten.

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