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Kombiklasse

15.10.2008

"Sparmodell" kommt bei Schülern gut an

Es ist 8 Uhr, der Gong ertönt. Ab jetzt darf nur noch geflüstert werden. Das funktioniert prima, auch wenn sich die 22 Buben und Mädchen unterschiedlich beschäftigen.

So heißen die Drittklässler, die zusammen mit den Jüngeren aus der 2 c die Schulbank drücken. Die kombinierte Klasse an der Anton-Höfer-Grundschule in Thannhausen ist die einzige im südlichen Landkreis, die sich aus Schülern der zweiten und dritten Jahrgangsstufe zusammensetzt.

Den Kindern gefällt es. Thomas und Jonas sind dicke Freunde. Beide spielen in der F 1 der TSG Thannhausen Fußball. Gäbe es nicht die Kombi-Klasse, dann würden sie nicht nebeneinander sitzen. Über den Sport verständigen sich die beiden. "Das ist mein Lieblingsfach", sagt Thomas, der seinem Freund gerne Laufpässe zuspielt. Dafür hilft Jonas in Mathe nach. Und wenn der Achtjährige mal seine Hausaufgabe vergessen hat, dann erinnert ihn Thomas daran.

Ein Geben und Nehmen. In der ersten Unterrichtsstunde können die Buben und Mädchen ihre Aufgaben erledigen. Sie entscheiden selbst, wie sie ihre grauen Zellen anstrengen wollen. Je nach Lust und Laune können sie auch zu den Lese-Mamis im Klassenzimmer gegenüber: Dort warten Petra Schmid und Sylvia Wojcik, die mit den Buben und Mädchen gemeinsam lesen. Die Älteren können sich sogar eine Geschichte aus einem Lieblingsbuch auswählen.

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Eine Herausforderung für die Klassleiterin

Für Lehrerin Gabi Müller, die zeitweise von Daniela Zwirner unterstützt wird, hat der freie Unterricht einen großen Vorteil: Sie kann unterschiedliche Aufgaben stellen und so beiden Jahrgängen gerecht werden. Sie hat es nicht leicht: Den Stoff von beiden Jahrgangsstufen muss sie immer im Kopf haben. Entsprechend aufwändig ist die Unterrichtsvorbereitung - eine besondere Herausforderung.

Mathe muss sie teilweise getrennt unterrichten. Deutsch geht mit beiden Jahrgangsstufen, schließlich können alle schon lesen und schreiben. Kombiniert wird außerdem Kunst, Musik und Sport. "Für die Kinder ist das Konzept toll", sagt sie. Derzeit sieben Stunden in der Woche lernen sie getrennt voneinander. Das bedeutet: Kleinere Gruppen und intensivere Förderung. "Die zusätzlichen Stunden und das zweite Klassenzimmer sind unerlässlich", sagt Müller.

Das bestätigt Rektor Karl Landherr, der im selben Atemzug betont: "Das Kombimodell ist eine sehr gute pädagogische Alternative, wenn die zusätzlichen Stunden, die Ausstattung vorhanden sind und der Konsens zwischen Eltern und Schule besteht."

Das Thannhauser Beispiel dürfe aber kein Präzedenzfall sein und soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kombiklassen auch Sparmodelle sein können. An der Anton-Höfer-Grundschule habe sich das Modell aber angeboten, um die Schüler-Situation zu entspannen, erklärt Landherr.

Außerdem "wollten wir Erfahrungen sammeln und Ängste nehmen". Um die Kombiklasse zu bilden, war das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt. "Das heißt, dass sie sich auch mit dem pädagogischen Konzept beschäftigt haben", sagt Gabi Müller.

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