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Krumbach

19.11.2020

Spezialwurst aus dem Hause Drexel: So nutzt der Krumbacher Gastronom die Corona-Pause

Sieht in seiner eigenen Erfindung eine Möglichkeit, trotz Lockdown wieder in seinem Beruf als Metzgermeister aktiv zu sein: Hans Drexel fertigt in Edenhausen seine hausgemachte bayerische Bierwurz ganz allein in der Wurstküche.
Bild: Hans Bosch

Plus Alles zu wegen Corona? Für den Gastronom und Hotelier Hans Drexel kein Problem. Der gelernte Metzger setzt in Zeiten der Pandemie auf seine ganz eigene Erfindung.

„Die Nachfrage verlangt sie“, sagt Metzgermeister Hans Drexel und mischt persönlich die Zutaten für seine „original bayerische Wurst zum Bier“, füllt diese in Naturdärme, portioniert ihre Länge und hängt sie über Stäbe, denn die dünnen Würste sollen paarweise noch einige Tage an der Luft trocknen. Die Zwangspause durch Corona nutzt der Gastronom und Hotelier für seine patentierte Erfindung.

Schon vor Jahren hat Drexel seine hausgemachte Salami aus 100 Prozent Schweinefleisch gefertigt, wobei es ihm hauptsächlich um die patentierte Würzmischung als seine eigene Erfindung geht, die der „Bierwurz“ ihren hauseigenen, nachhaltigen und unverwechselbaren Geschmack verleiht.

Bierwurz von Hans Drexel ist in Krumbach beliebt

Das patentierte und in seiner Zusammensetzung geheime Biergewürz („Die Art der Zutaten und die Mischung weiß keiner außer mir“) verfeinert die Wurst, nach der besonders von Einheimischen, Übernachtungsgästen und nach Geburtstagsfeiern, Betriebsabenden und Hochzeiten in seinem Edenhauser Landgut Adler gefragt wird. In den vergangenen Jahren hat Hans Drexel ihre Produktion „etwas schleifen“ lassen. Der Grund: „Wir waren sehr stark eingespannt in den Umbau und die Neueröffnung unseres Hotels in Krumbach.“ Die jetzt behördlich angeordneten Schließungen von Hotelrestaurant und Edenhauser Gasthof sowie der Lockdown für das Hotel war für Drexel Anlass, selbst aktiv zu werden und sich seines Könnens als Metzgermeister zu erinnern.

Immer mehr steigerten sich in den letzten Wochen im Bekanntenkreis die Wünsche nach der Bierwurz. Diese vermehrten sich im derzeitigen Lockdown mit den überall geschlossenen Lokalen. „Keiner darf derzeit zu uns kommen,“ ist seine bittere Erkenntnis und doch für ihn gleichzeitig ein Glücksgefühl: „Ich bin Metzger und bleibe Metzger. Es macht mir einfach Spaß, wieder einmal in der Wurstküche aktiv tätig zu werden, denn so komme ich nicht aus der Übung.“ Das Fazit daraus: Er selbst fertigt die Bierwurz, der Verkauf erfolgt dann über Mundpropaganda in Edenhausen.

Ganz allein arbeitet Hans Drexel in seiner Wurstküche in Edenhausen

Und so ist er in diesen Tagen ganz allein in seiner Wurstküche aktiv. Kauft sich den notwendigen Schweinebauch und das Magerfleisch von Kollegen, zerkleinert die Teile, tut eine Prise Salz dazu und würzt sie mit seinem „Geheimnis“. Nach traditioneller Handwerkerkunst wird die Mischung in lange Schafsaitlinge, also einem Naturdarm gefüllt, auf 40 Zentimeter abgebunden, paarweise zum Trocknen aufgehängt und letztlich leicht geräuchert.

„Zufrieden“ ist Drexel trotz geschlossenem Gasthof in Edenhausen mit der Belegung seines Vier-Sterne-Hotels in Krumbach, wenngleich ihm die Corona-Krise doch Sorgen bereitet, da das dortige Restaurant keinen Gast empfangen darf. Aber: „Wir sind derzeit besser ausgelastet, als wir erwartet haben“, darauf ist er schon ein wenig stolz. Während er Touristen und private Gäste wegen des Lockdowns nicht aufnehmen darf, sind es momentan nur Geschäftsreisende, die übernachten dürfen. Dazu zählen in erster Linie Handwerker, Monteure, Vertreter und IT-Fachkräfte. Das gleiche Bild zeige sich in Drexels Parkhotel im Zentrum von Memmingen, das sich gleichfalls in seinem Besitz befindet.

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