Newsticker
Corona-Gipfel: Arbeitgeber müssen Homeoffice ermöglichen, Maskenpflicht wird bundesweit verschärft
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Sport in Corona-Zeiten: Fünf Tipps von einem erfahrenen Läufer

Ebershausen

16.12.2020

Sport in Corona-Zeiten: Fünf Tipps von einem erfahrenen Läufer

Hans Bouricha-Hörmann läuft seit mehr als 40 Jahren. Dieses Foto entstand 2019 bei einem Rennen in Österreich.
Bild: Sportograf

Plus Hans Bouricha-Hörmann ist erfolgreicher Läufer vom FC Ebershausen. Der 62-Jährige gibt Tipps für den Einstieg und warnt, welche Fahler Anfänger oft machen.

Seit Wochen sind Sporthallen und Fitnessstudios geschlossen. Wer Sport treiben will, hat nicht mehr viele Möglichkeiten. Vielen bleibt, gerade bei winterlichen Verhältnissen, nur noch der Griff zu den Laufschuhen. Aber wie anfangen? Denn wer ohne Training einfach mal drauflos rennt, der kann einige Fehler machen. Deshalb gibt mit Hans Bouricha-Hörmann einer der erfolgreichsten Läufer des Landkreises Günzburg Tipps.

Der 62-jährige Obergessertshauser läuft seit mehr als 40 Jahren auf Wettkampfniveau, in denen er zahlreiche bayerische und deutsche Titel in seiner Altersklasse geholt hat. Mehr als 5300 Kilometer ist er nach eigenen Angaben in diesem Jahr bereits gelaufen. Wenn sich also einer auskennt, dann der Läufer des FC Ebershausen.

Landkreis Günzburg: Fünf Tipps für Lauf-Einsteiger

Wie bereite ich mich vor? Mehr als ein vernünftiges Paar Laufschuhe und Sportkleidung brauche man eigentlich nicht, sagt Hans Bouricha-Hörmann. Eventuell könne man noch eine Pulsuhr tragen, über die man die Belastung für den Körper anhand des Herzschlags prüfen kann. „Dann sollte man sich vorher Gedanken machen, wo man läuft. Am Anfang empfehlen sich kurze Strecken. Lieber eine kurze Runde ums Haus zwei Mal laufen, als eine lange, mit der man sich vielleicht überfordert.“

Wie lege ich los? Laut Bouricha-Hörmann machen viele Anfänger zu Beginn einen großen Fehler, der sie bald wieder aufgeben lässt: Sie gehen es zu schnell an. „Viele laufen beim ersten Mal zu schnell und zu weit. Am nächsten Tag tut ihnen dann alles weh, weil sie ihren Körper überfordert haben.“ Der FCE-Läufer empfiehlt Anfängern, bei den ersten Mal zwischen Laufen und Gehen zu wechseln. „Wenn sie in den ersten drei Wochen immer abwechselnd zwei Minuten laufen und eine Minute gehen, können sich die Muskeln an die Belastung gewöhnen. Dann kann man das Pensum langsam steigern.“ Damit der Trainingseffekt auch anhält, empfiehlt der Obergessertshauser zudem, drei bis vier Mal pro Woche zu laufen. „Der Körper vergisst schnell wieder. Macht man zu lange Pausen, kommt der Körper nicht in einen Zustand, der das Laufen einfacher macht.“

Das empfiehlt Hans Bouricha-Hörmann beim Laufen im Winter

Was muss ich im Winter beachten? Auch bei kalten Temperaturen ist das Laufen kein Problem. Hans Bouricha-Hörmann rät allerdings, sich nicht zu warm anzuziehen. „Klar ist einem erst mal kalt. Aber nach fünf Minuten hat man sich warmgelaufen und spürt die Kälte nicht mehr.“ Er selbst laufe bei den aktuellen Temperaturen mit einer knielangen Hose, einer dünnen Jacke und einem Stirnband. Wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, könne man nach dem Zwiebelprinzip Kleidungsschichten hinzufügen. „Wer zu warm angezogen ist, schwitzt zu sehr. Dann spürt man die Kälte später umso mehr.“ Außerdem empfiehlt Bouricha-Hörmann, wenn möglich bei Tageslicht zu laufen. Ansonsten solle man öffentliche Straßen meiden und lieber auf Radwegen laufen, notfalls mit einer Stirnlampe.

Was muss ich im fortgeschrittenen Alter beachten? Wer erst spät mit dem Laufen anfängt und vorher wenig bis keinen Sport gemacht hat, dem rät Hans Bouricha-Hörmann, vorher einen Arzt zu konsultieren. „Je später der Einstieg, desto schwieriger ist es für den Körper. Durch eine eingehende ärztliche Untersuchung kann man abklären lassen, ob es nicht so etwas wie versteckte Herzprobleme gibt, die gefährlich werden könnten.“

Laufen gehen: Der Kampf gegen den inneren Schweinehund

Wie kann ich mich motivieren? Als Wettkampfsportler lebt Hans Bouricha-Hörmann von der Vorbereitung auf das nächste Rennen. Umso schwerer war es für ihn, sich im Corona-Jahr 2020, in dem fast keine Läufe stattfanden, zu motivieren. „Wettkämpfe sind das Salz in der Suppe. Durch sie habe ich auch immer Ziele, auf die ich konsequent hintrainiere.“

Ohne diese Ziele habe er nur an der allgemeinen Fitness arbeiten können. Auch nach so vielen Jahren im Wettkampf könne man sich immer noch verbessern. Wer nur für sich läuft, könnte sich also selbst Ziele setzen, auf die er hintrainiert – etwa bestimmte Zeiten. Für etwas erfahrenere Läufer empfiehlt der 62-Jährige eine GPS-Ausrüstung, mit der die Laufleistung exakt gemessen werden kann.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren