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Sportzentrum: Warum die Lage verfahren ist

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Kommentar Von Peter Bauer
09.10.2019

Seit sechs Jahren debattiert der Krumbacher Stadtrat über das Sportzentrum. Über die Gründe, warum der Weg in eine Sackgasse geführt hat.

Zugegeben, das Wort „Dachproblem“ haben wir in der Debatte um die Zukunft des Krumbacher Sportzentrums schon oft zitiert. Doch der Begriff „Dachproblem“ steht symbolisch für eine Debatte, wie sie verfahrener wohl kaum sein könnte. „Und jetzt fällt uns heute ein, dass wir ein Dachproblem haben“: So kommentierte im Juli 2017 UFWG-Stadtrat Christian Plail die Diskussion um das Sportzentrum und insbesondere um das Hallenbad. Vier Jahre lief die Diskussion im Rat damals schon. Und seit der Sitzung im Juli 2017 sind weitere gut zwei Jahre vergangen. Eine Lösung für das Sportzentrum? Sie scheint derzeit ferner denn je. Im Stadtrat ist die Mehrheit für einen Neubau in den letzten Monaten zusammengeschrumpft. Und die Krumbacher CSU positioniert sich offensichtlich zunehmend klar gegen eine Neubaulösung. Und jetzt steht der Kommunalwahlkampf mit all seinen emotionalen Begleiterscheinungen bevor. Möglicherweise noch „garniert“ mit einem Bürgerentscheid.

Wie konnte es zu dieser vertrackten Situation kommen? Bürgermeister Fischer hat sich in den letzten Jahren vehement für die Neubaulösung eingesetzt. Doch Fakt ist eben auch, dass Fischer und die Verwaltung viele Stadträte nicht überzeugen konnten und vielen das vorgelegte Zahlenmaterial unzureichend ist. Hinzu kommt eine aufgeheizte Atmosphäre in nicht wenigen Stadtratssitzungen. Eine solche Stimmungslage macht eine Entscheidungsfindung bekanntlich nicht leichter.

In der Versammlung im Gasthof Munding, gewissermaßen die Ouvertüre für das Bürgerbegehren gegen Abriss und Neubau des Sportzentrums, wurde zudem deutlich, dass sich offenbar viele Bürger von der Stadt über das Projekt nicht ausreichend informiert fühlen. Bürgermeister Fischer hat dazu wiederholt darauf hingewiesen, dass Stadtratssitzungen und Bürgerversammlungen ja öffentlich seien.

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Doch in einer veränderten Kommunikationskultur ist eine breite Öffentlichkeit auf diesem Weg schlichtweg nicht mehr erreichbar. Eine oder mehrere städtische Veranstaltungen speziell zum Thema Sportzentrum? Vielleicht wäre das eine gute Möglichkeit gewesen. Die jüngsten Veranstaltungen der UFWG und der Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Thema deuteten an, dass der Informationsbedarf offensichtlich groß ist.

Wie geht es nun weiter? Die nun sehr konkrete Möglichkeit eines Bürgerentscheids wird den Druck auf den Stadtrat ohne Frage erhöhen. In dieser Situation ist es nicht ausgeschlossen, dass die Mehrheit für einen Neubau kippt. Doch vielen Menschen in der Bevölkerung geht es mittlerweile nicht mehr ausschließlich um diese Frage Neubau oder Sanierung. „Egal, was ihr macht – macht es bald“, hieß es vor Kurzem bei der UFWG-Veranstaltung. Viele Menschen könnten offenbar mit einem Neubau als auch mit einer Sanierung leben. Aber sie erwarten von der Politik nach all diesen Jahren jetzt endlich ein konkretes Handeln.

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