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Thannhausen

02.12.2020

Stadt Thannhausen lehnt ab: Lolas Bar darf im Winter nicht draußen bewirten

Eine Sitzterrasse zur Außenbewirtung steht in einer Parkbucht auf der Bahnhofstraße vor Lolas Bar in Thannhausen. Wie es mit dieser Außenbewirtung weitergeht, war Thema im Thannhauser Bauausschuss. Auch der Stadionplatz (im Hintergrund) war Teil der Beratung.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Weil der Platz vor Lolas Bar im Winter zu gefährlich für die Freiluftbewirtung sei, lehnt die Stadt einen ansprechenden Antrag ab. Was Lola Burkhardt dazu sagt.

Pünktlich zum 1. Dezember kam auch der erste Schnee in Mittelschwaben vom Himmel. Bei diesem Wetter denkt eigentlich niemand daran, sich im Freien gastronomischen Köstlichkeiten hinzugeben – abgesehen vielleicht von Glühwein und anderen Heißgetränken. Trotzdem hatte der Thannhauser Bauausschuss über die Genehmigung einer Außenbewirtung zu entscheiden. Der Ort: Lolas Bar in der Bahnhofstraße 21.

Die Barbetreiberin Leonora (Lola) Burkhardt hat das Lokal erst im Sommer - mitten in der Corona-Zeit - eröffnet. Seither hatte die Barbetreiberin immer wieder mit Schließungen zu kämpfen. Auf dem Gehweg vor der Bar stehen kleine Tischchen, an denen man bei gutem Wetter gerne Platz nimmt. Für diese gilt bereits eine Außenbewirtungsgenehmigung das ganze Jahr über. Sie wurde im Juli erteilt. Es gibt aber weitere Außenbewirtungsplätze vor der Bar: In einer Parkbucht der Bahnhofstraße vor dem Gebäude wurde eine Bewirtungsterrasse aufgebaut und umzäunt, die es bereits vor Jahren gab, als das Etablissement noch Ellas Bar hieß. Bei der erstmaligen Genehmigung im Jahr 2009 wurden das Staatliche Bauamt als Vertreter des Straßenbaulastträgers sowie das Landratsamt Günzburg als zuständige Straßenverkehrsbehörde am Verfahren beteiligt. Bereits damals wurde die Bewirtung am Fahrbahnrand kritisch gesehen – sogar bei sommerlichen Straßenverhältnissen. Also gab es die Genehmigung zur Bewirtung in der Parkbucht als Sondernutzungserlaubnis nur zeitlich beschränkt für die Freiluftsaison begrenz in diesem Jahr zum Beispiel bis 31. Oktober.

Stadt Thannhausen hat Bedenken bei Außenbewirtung im Winter

Bei winterlichen Straßen- und Sichtverhältnissen bestehen nun aus Sicht der Verwaltung erhebliche Bedenken für die Außenbewirtung in der Parkbucht aus Gründen der Verkehrssicherheit, so trug es Stadtbaumeister Stephan Martens-Weh in der Bauausschusssitzung vor. Außerdem werde der Winterdienst behindert durch den Terrassenaufbau auf der Straße. Daher könne eine dauerhafte Erlaubnis für die nutzeng des Straßenraums an dieser Stelle aus Sicht der Verwaltung nicht erteilt werden. Allerdings könnte man der Antragstellerin eine Fläche für Außenbewirtung auf dem Platz vor der Stadionkapelle anbieten, dieser grenzt unmittelbar an Lolas Bar an. Bürgermeister Alois Held begrüßte dies, denn man solle die durch die Pandemie gebeutelten Gastwirte unterstützen und die Stadt wolle da mithelfen, auch wenn momentan die Gaststätten coronabedingt geschlossen sein müssten.

Lola Burkhardt hat im August Lolas Bar in Thannhausen eröffnet.
Bild: Annegret Döring (Archiv)

Einstimmig votierte der Bauausschuss darum gegen die winterliche Bewirtungserlaubnis in der Parkbucht, jedoch für eine Nutzung einer Außenbewirtungsfläche auf dem Stadionplatz. Die Genehmigung soll zunächst nis zum 31. März 2021 gelten. Die Größe der Sondernutzungserlaubnisfläche muss mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden. Die Sitzterrasse in der Parkbucht der Bahnhofstraße muss abgebaut werden.

Wie Lola Burkhardt auf die Entscheidung der Stadt Thannhausen reagiert

Lola Burkhardt war sehr überrascht über die Entscheidung der Stadt, dass die Parkbucht geräumt werden muss. Eigentlich, dachte sie, könnten die Möbel über den Winter dort bleiben. Seit der Eröffnung der Bar im Sommer kämpft sie mit den Corona-Bestimmungen. Sie bietet keinen Essenabholservice an. Das lohne sich nicht, da sie kein klassisches Restaurant sei und die Thannhauser andere Adressen dafür kennen würden. „Bis das bekannt würde, dass ich so was anbiete, wäre der Lockdown wieder vorbei“, ist sie überzeugt. Und in der Zwischenzeit würden dann dadurch nur Mehrkosten verursacht.

Die Zeit der Schließung jetzt hat sie für einen Urlaub auf Gran Canaria genutzt. Erst am Montag ist sie zurückgekehrt und daher noch entspannt. Dennoch hat sie weitere Umgestaltungsideen für die Bar und will diese bis kurz vor Weihnachten eventuell umsetzen. Allerdings klagt sie auch über die Kosten der Pandemie. Miete und Stromkosten liefen weiter, außerdem liefen Lebensmittel ab. Trotzdem ist sie voller Hoffnung: An der Bar möchte die gelernte Barista erst einmal festhalten, auch wenn man nicht wisse, wie es weitergehe mit der Pandemie.

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