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11.07.2010

Stadt geht in die Offensive: Freie Flächen für Bauplätze

Bürgermeister Hubert Fischer. Foto: Archiv
Bild: Archiv

Krumbach Bauflächen in der Stadt an den Mann bringen, um Krumbach fit für die Zukunft zu machen - das ist ein Schwerpunkt der Kommunalpolitik in den nächsten Jahren. Eine Bebauung auf dem ehemaligen Einsle-Areal mit bis zu 25 Bauplätzen könnte ein erster Schritt für die städtebauliche Entwicklung sein. Rund 20 Hektar könnten in der Stadt insgesamt bebaut werden, rechnet Bürgermeister Hubert Fischer im Interview vor.

Das Einsle-Areal ist ein klassisches Beispiel für die innerstädtische Entwicklung, die die Stadt fördern möchte. Warum?

Hubert Fischer: Die Expansion einer Stadt findet wegen des demographischen Wandels nicht mehr so wie früher statt. Wir müssen versuchen, das Potenzial innerhalb des jetzt bebauten Bereichs zu nutzen. Das heißt: Die vorhandene Infrastruktur nutzen und nicht unverbrauchtes Land bebauen. Ein klassisches Beispiel dafür ist auch die Innenentwicklung "Untere Gasse" in Niederraunau.

Hat Krumbach überhaupt die Flächen?

Stadt geht in die Offensive: Freie Flächen für Bauplätze

Fischer: Ja. Wir haben unbebaute Grundstücke innerhalb der Stadt und Brachflächen, die bebaut sind, und dann umgenutzt oder abgebrochen werden sollten. Wir haben insgesamt rund 20 Hektar an unbebauten, aber erschlossenen Bauplätzen. Diesen Schatz gilt es, jetzt zu heben.

Sind Flächen in der Stadt überhaupt attraktiv?

Fischer: Ich denke schon.

Früher wollte jeder in die Peripherie, ins Grüne.

Fischer: Zum Beispiel gäbe es am Espach je nach Zuschnitt drei Bauplätze. Das ist eine komplett ruhige Innenstadtlage mit möglicher Einzelhausbebauung mit Garten. So gibt es weitere versteckte Wiesengrundstücke in der Stadt.

Die Stadt spart sich Kosten, weil die vorhandene Infrastruktur besser genutzt wird und zum Beispiel teure Wegerschließungen wegfallen. Lässt sich hochrechnen, wie viel die Kommune spart?

Fischer: Das lässt sich nur schwer in genauen Euro-Beträgen sagen. Aber die Stadt spart deutlich. Vor allem am Bau und Unterhalt, weil keine weiteren Straßen und Kanäle gebaut werden müssen. Das ist nicht zu unterschätzen. Außerdem ist es ein Gewinn für alle, wenn der bisher bebaute Stadtbereich auch weiterhin genutzt wird und die freie Landschaft der Erholung oder der Landwirtschaft dient.

Welche Rolle spielt für Sie, dass durch Ihren Schwerpunkt auch mehr jüngere Menschen nach Krumbach kommen? In der Vergangenheit bluteten die Innenstädte eher aus.

Fischer: Es ist wichtig, in der Innenstadt Wohnen und Handel zusammenzubringen. Bei uns gibt es bereits Seniorenwohnungen und die Wohnungen für Studenten der Berufsfachschule.

Ihr Amtskollege Georg Schwarz aus Thannhausen schlug unlängst eine kommunale Förderung für Familien vor, die sich in der Stadt niederlassen und alte Bausubstanz sanieren wollen. Was halten Sie davon?

Fischer: Eine Förderung für junge Familien ist wichtig. Es gibt aber ein Problem in puncto Förderung finanzieller Art: Das Landratsamt sieht diese freiwillige Leistung der Stadt sehr kritisch - bei allen Kommunen, die die Mindestzuführung im Haushalt nicht erreichen. Das heißt: Wer wenig Geld hat, darf nichts verschenken. Auf der anderen Seite sehen wir als Verwaltung die Notwendigkeit, etwas zu tun. Man sollte auf jeden Fall über das Thema diskutieren. Die Frage ist, ob es auch andere Anreize geben kann. Man muss die Rahmenbedingungen dazu schaffen. Es muss die entsprechenden Baugebiete geben - zentral, für eine Einzelhausbebauung geeignet.

Was wäre ein anderer denkbarer Anreiz?

Fischer: Eine durchgängige Betreuung der Kinder, von der Krippe bis zum Gymnasiums-Abschluss. Qualitativ hochwertige Schulen und Betreuungseinrichtungen sind oft ausschlaggebend für die Wohnortwahl.

Wie sieht bislang die Nachfrage nach innerörtlichen Bauplätzen aus?

Fischer: In diesem Jahr ist die Nachfrage sehr hoch. Schlüssel zum Erfolg wird jetzt sein, freie Flächen zu akquirieren und auf den Markt zu bringen. Es gibt nach unserer Berechnung rund 20 Hektar erschlossene Bauplätze. Weitere Eigentümer sind gewillt, jetzt etwas zu tun. Wir fragen nach und gehen in die Offensive. Angebot und Nachfrage bringen Bewegung in den Markt. Wir signalisieren außerdem, dass wir planungsrechtlich die Bauwilligen unterstützen.

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