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Entschiedung

12.02.2015

Stadträte genehmigen zweite Zufahrt zum Alpenblick

Die Familie Kamps darf ihr künftiges Anwesen am Alpenblick auch über die nördliche Zufahrt über die Birkenallee erschließen. Mehrheitlich stimmten die Stadträte für die zweite Zufahrt.
Bild: Maximilian Czysz

Die nördliche Erschließungsstraße über die Birkenallee soll ertüchtigt, aber nicht voll ausgebaut werden. Die Kosten dafür sowie für den Unterhalt will die Familie Kamps tragen

Die Familie Kamps darf die nördliche Zufahrt über die Birkenallee zu ihrem Grundstück am Alpenblick in Thannhausen nutzen. Der ursprüngliche Flächennutzungs- und Bebauungsplan sah diese Zufahrt bereits vor. Allerdings hatte sich der Stadtrat in der Sitzung vom 14. Oktober vergangenen Jahres gegen die zusätzliche nördliche Erschließung ausgesprochen. In der Sitzung vom Dienstagabend billigte er nun doch mehrheitlich die zweite Zufahrt, die etwa 225 Meter von der Einmündung in die Alpenblickstraße bis zum Grundstück führen soll.

Michaela Kamps hatte die Straße in ihrer Stellungnahme als „wesentliches Kriterium für die innere Erschließung“ ihres Grundstücks bezeichnet. Zudem könnten Rettungsfahrzeuge im Brandfall das Anwesen besser erreichen. Unterstützung erhielt Kamps bei ihrer Argumentation durch den Kommandanten der Feuerwehr Thannhausen. Der betrachte die zusätzliche Zufahrt vor allem im Winter bei Glatteis, wenn die Johann-Radmiller-Straße oder die Eichbergstraße wegen ihrer Steigungen nur schwer oder gar nicht befahrbar seien, „als wichtig“, wie Kamps betont. Die Kosten für Erschließung und Unterhalt der Straße könne sie übernehmen, betonte Kamps in ihrer Stellungnahme.

Die Einwände der Bürgerinitiative wurden am Dienstagabend mit Verweis auf die Sitzung vom 14. Oktober, in der sich der Stadtrat bereits „umfassend“ mit den vorgebrachten Kritikpunkten beschäftigt habe, abgewiesen.

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Letztlich schloss sich der Stadtrat in seiner Abwägung der Argumentation Kamps’ an. Der neuerliche Stimmungswandel sei darauf zurückzuführen, dass die Zufahrt offiziell über die Eichbergstraße erfolge und nicht über die alte B300, wie ein Stadtratsmitglied gegenüber unserer Zeitung erklärte. Ohnehin würden viele Anwohner bereits jetzt den Feldweg, der im Norden von der alten B300 abzweigt und zur Siedlung am Alpenblick führt, als Abkürzung nutzen. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt bezeichnete in ihrer Stellungnahme die Zufahrt als „hinnehmbar“. Deren Leiter, Otmar Frimmel, gehe davon aus, dass die Bäume der Birkenallee nicht in Mitleidenschaft gezogen würden, wie Planer Gerhard Glogger berichtete.

Die bislang als Feld- und Waldweg deklarierte Straße soll auch weiterhin als solche gelten, die Kosten für den Teilausbau sowie Unterhalt und Winterdienst sollen mit der Familie Kamps in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Stadtrat Alois Held (CSU) ist der Erhalt der Birkenallee ein Anliegen. Er forderte, darauf zu achten, dass bei der Ertüchtigung des Feldwegs die Wurzeln der Bäume nicht beschädigt werden. Bürgermeister Georg Schwarz versicherte, ein Ausbau erfolge „nur auf dem vorhandenen Niveau“. Ihm schwebe ein Austausch der Asphaltdecke vor.

In der Familie Kamps dürfte die Entscheidung des Stadtrats für Erleichterung sorgen, beklagte sie sich doch jüngst in der Illustrierten Augsburg Journal über das permanente „Gegensteuern von Stadträten und Bürgern“ gegen ihr Vorhaben. Heiner Kamps beschwerte sich gegenüber dem Blatt, dass das Projekt bereits seit zweieinhalb Jahren auf dem Tisch liege. Auf die Vorwürfe in dem Artikel angesprochen, entgegnet Bürgermeister Schwarz, die Länge des Verfahrens hänge „mit den besonderen Gegebenheiten“ zusammen. Die Träger öffentlicher Belange müssten bei der Änderung des Flächennutzungsplanes immer miteinbezogen werden. Allein dafür müsse, selbst wenn es schnell geht, „mindestens ein Dreivierteljahr“ eingeplant werden, erläutert Schwarz. Für weitere Verzögerungen sorgten laut Schwarz Planänderungen und das Bürgerbegehren. Hätte Kamps sein Anwesen auf einer bereits als Baugebiet ausgewiesenen Fläche errichten wollen, wäre es sicher schneller gegangen, sagt Schwarz.

In dem Blatt ist auch die Rede von einem „Geheim-Treffen“ im Rathaus: „Das ist absoluter Blödsinn“, sagt Schwarz. Bei diesem Treffen habe es sich um das Aushandeln eines Erschließungsvertrages zwischen der Stadt und der Familie Kamps in nicht öffentlicher Stadtratssitzung gehandelt. Ein Prozedere, das den gängigen Verfahrensregeln entspreche und bei allen Antragstellern so gehandhabt werde. „Das wird nie öffentlich verhandelt“, erklärt Schwarz.

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