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Krumbach

11.02.2019

„Stadtvilla“ oder „Kaserne“ im Krumbacher Hochfeld?

Im Bereich des Hochfeldes 8a ist der Bau einer Wohnanlage mit sechs Eigentumswohnungen und drei Penthäusern geplant. Vor allem aus der Nachbarschaft gibt es massive Kritik an der Planung, bei einem Ortstermin mit dem Bauausschuss wurde kontrovers diskutiert.
Bild: Peter Bauer

Die Planung für den Neubau einer „Stadtvilla“ mit 9 Wohneinheiten wird vom Bauausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Warum Anlieger das Vorhaben kritisieren.

Da gehen die Meinungen ganz schön auseinander. „Stadtvilla“: So ist das Bauvorhaben mit sechs „gehobenen Eigentumswohneinheiten und drei Penthäusern“ in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für den Krumbacher Bauausschuss umschrieben. Von „Kaserne“ hingegen sprach einer der Bürger, der am Montagabend zur Ortsbesichtigung auf das Grundstück Am Hochfeld 8a im Krumbacher Süden gekommen war. Und etliche Bürger aus der Nachbarschaft sehen dies offenbar ähnlich. Es gab eine Unterschriftenaktion und einen entsprechenden Brief an die Stadtverwaltung. Die Debatte um die Bebauung am Hochfeld steht exemplarisch für eine grundsätzliche Thematik. Wie kann angesichts eines angespannten Marktes Wohnraum geschaffen – zugleich aber eine massive Versiegelung von Flächen vermieden werden? Und welche Bauformen sind verantwortbar?

Architekt Thomas Miller erläuterte vor Ort die Planung in ihren Grundzügen. Demnach soll das Gebäude 34 Meter lang, 14 Meter breit und neun Meter hoch werden. Geplant sind Erdgeschoss, Obergeschoss und darüber drei Penthäuser. Die Grundstücksfläche umfasst 1221 Quadratmeter. Vorgesehen seien insgesamt 13 Stellplätze, davon elf Tiefgaragenstellplätze. Vorgesehen ist ein Flachdach.

Das Krumbacher Hochfeld ist ein Wohngebiet, dass sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Wie in vergleichbaren Gebieten gibt es auch hier keinen Bebauungsplan, der Details festlegt. Maßgebend für eine Entscheidung für oder gegen einen Bau ist hier der Paragraf 34 des Baugesetzbuches, wonach sich das Vorhaben in die Umgebung einfügen muss.

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In einem Brief an die Stadt bezweifeln verschiedene Anlieger dies massiv. Stadtbaumeister Björn Nübel betonte in der Sitzung des Ausschusses, dass die Dachform inzwischen rechtlich kein Einfügungskriterium mehr sei. Im Umfeld des geplanten Gebäudes hätten die Häuser zwar meist ein bis zwei Vollgeschosse, aber es gebe bereits ein Objekt mit drei Vollgeschossen in der Umgebung. Maßgebend sei bei der Beurteilung nicht nur die unmittelbare Nachbarschaft, sondern die „nähere Umgebung“. Der Stellplatzschlüssel sei sogar „übererfüllt“. Nübel räumte ein, dass der Bauantrag mit seinen Dimensionen an das „maximal Mögliche“ gehe. Aber rein rechtlich müsse man dem Antrag zustimmen. So sah dies auch Bürgermeister Hubert Fischer.

Kritik aus den Reihen des Bauausschusses

Klemens Ganz (UFWG) konnte die Position der Stadtverwaltung rechtlich nachvollziehen. Aber er sagte auch „schön ist das nicht, eine so massive Bebauung“. Er sprach sich dafür aus, mit dem Investor mit Blick auf eine stilistische Veränderung das Gespräch zu suchen. „Wir brauchen Wohnraum, aber nicht in dieser Größe“, fügte Claus Brückmann (CSU) hinzu. Ähnlich sah dies Lothar Birzle (JW/OL). Er meinte, dass das Vorhaben „nicht in dieses Viertel passt“. Hermann Mayer (SPD) erklärte, dass „der Charakter des Wohngebiets zerstört wird“. Er sah auf dem Plan gar eine Breite von 17 Metern. „13,93 Meter“, sagte Bürgermeister Fischer dazu.

Am Ende lehnte der Bauausschuss mit 8:1 Stimmen (lediglich Bürgermeister Fischer stimmte mit ja) das Vorhaben ab. Nun aber ist das Landratsamt am Zug, das eventuell des fehlende kommunale Einvernehmen ersetzen könnte. Die Debatte um das Vorhaben am Hochfeld dürfte damit in eine weitere Runde gehen.

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