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Coronavirus

08.05.2020

Strenge Schutzvorkehrungen für Gottesdienste

Sind der Meinung, dass Ostern, wegen der Corona-Pandemie, viele Menschen in dieser Zeit zum Umdenken veranlasst hat: die Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz aus Edenhausen und Dekan Klaus Bucher, Pfarrer in Breitenthal. Trotzdem weiß Bucher nicht, wie viele Gläubige jetzt zum Gottesdienst kommen werden.

Wegen der Lockerung der Schutzmaßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus werden ab dem Wochenende in den Kirchen wieder Gottesdienste gefeiert. Wie die Messe abläuft und was es zu beachten gibt

Am Palmsonntag wurde der Palmzweig nicht in der katholischen Kirche, sondern allenfalls vor dem Fernseher geweiht. Verschoben wurden kirchliche Feste wie die heilige Erstkommunion. Selbst an den Höhepunkten des Kirchenjahrs von Gründonnerstag bis Ostersonntag konnten die Gläubigen nicht in den Gottesdienst gehen. Die Szenarien, die für viele Kirchgänger vor ein paar Monaten noch unmögliche, ja sogar unrealistische Vorstellungen waren, sind eingetroffen. Wegen der Lockerung der Schutzmaßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus dürfen am kommenden Wochenende Gläubige wieder Gottesdienste besuchen. Doch wie läuft die Messe ab? Was gibt es zu beachten?

Pfarrer Josef Baur berichtet wie das Schutzkonzept des Bistums in der Pfarreiengemeinschaft Krumbach umgesetzt wird. „In der kommenden Woche werden in der Kirche St. Michael in Krumbach drei Gottesdienste stattfinden. Eine am Samstagabend und zwei am Sonntag.“ Die Kirche St. Michael sei im Unterschied zu St. Martin in Ebershausen und der Hl. Dreifaltigkeit in Niederraunau die größte Kirche in der Pfarreiengemeinschaft und hätte die besten Voraussetzung zur Umsetzung des Schutzkonzeptes. „In St. Michael gibt es zwei Kircheneingänge, die es in den anderen Kirchen nicht gibt.“ Für die Gottesdienste am kommenden Wochenende sei eine Voranmeldung im Pfarrbüro notwendig. „Die Personenanzahl ist in der Kirche begrenzt. Durch die Voranmeldung wissen wir nicht nur wie viele Personen kommen, sondern auch wer den Gottesdienst besucht. Familienmitglieder dürfen zusammensitzen, aber bei einzelnen Personen muss der Mindestabstand in der Kirchenbank eingehalten werden“, erklärt der Pfarrer.

Während der Feier der heiligen Messe seien strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten, betont Klaus Bucher, Dekan des Dekanates Günzburg und Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal. Nach dem Schutzkonzept müsste vor dem Eingang jeder Kirche eine Möglichkeit zur Händedesinfektion bereitgestellt werden. Die Teilnahme von Personen mit Fieber oder Symptomen einer Atemwegserkrankung sei nicht zulässig. Kontaktpersonen sowie Infizierte oder Erkrankte mit COVID 19 seien von der Feier der heiligen Messe ausgeschlossen. Während des Gottesdienstes müssten die Besucher einen Mundschutz tragen, der lediglich zum Empfang der heiligen Kommunion abgenommen werden dürfte. Gotteslobe lägen nicht mehr in der Kirche aus. Auch würde sich weiterhin kein Weihwasser in den Weihwasserbecken befinden.

Die nicht belegbaren Kirchenbänke seien in der Kirche St. Michael abgesperrt. Unter Beobachtung eines Ordners würden die Kirchgänger von einer Seite in die Kirche hereingelassen werden und auf der anderen Seite beim Verlassen herausbegleitet werden. „Für die Feier jeder heiligen Messe haben wir zwei Ordner angestellt. Die Ordner sollen den Kirchgängern zu Beginn des Gottesdienstes ihre Plätze anweisen und kontrollieren, dass während der Messe der Sicherheitsabstand eingehalten wird“, erklärt Pfarrer Josef Baur. Auch der Altarbereich sei in der Kirche St. Michael verändert. „Da das Mikrofon immer nur von derselben Person benutzt werden darf, gibt es einen separaten Ambo für den Pfarrer und für die Lektoren.“ Dass die zwei Ministranten den Sicherheitsabstand zueinander, zum Priester und zum Lektor einhalten, würde, so Josef Baur, darauf geachtet werden, dass die Mitwirkenden möglichst aus einer Familie kommen. Die Austeilung der Eucharistie ist nach dem Schutzkonzept vorerst in allen Pfarreien untersagt. Die Umsetzung des Schutzkonzeptes sei, so Josef Baur, schwierig gewesen. „Keiner weiß wie viele Personen wirklich kommen werden“, sagt er. Für die einen sei der Kirchgang wegen des Coronavirus jetzt noch zu gefährlich. Die anderen würde es stören einen Mundschutz während des Gottesdienstes zu tragen. „Ich bin gespannt, wie die Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft angenommen werden.“

Für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Krumbach erklärt Pfarrer Eugen Ritter die getroffenen Schutzmaßnahmen. „Wir haben hier in Krumbach eine wirkliche Sondersituation“, berichtet er. Bereits vor der Schließung der Kirchen wegen des Coronavirus sei sowohl die Evangeliumskirche als auch die Apostelkirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen gewesen. Von da an hätte der Gottesdienst im Gemeindehaus stattgefunden. „Jetzt können wir wieder in die Kirche“, sagt der Pfarrer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Zur Umsetzung des Schutzkonzeptes werden wir den Gottesdienst am Sonntagvormittag in der Apostelkirche in Krumbach feiern. Dort können wir den notwendigen Abstand am meisten einhalten.“ Gefahren für die Kirchgänger seien nicht zu erwarten und durch die Bereitstellung eines Notstromsystems sei die noch zu renovierende Kirche mit ausreichend Strom versorgt. Durch die Tröpfchenübertragung des Coronavirus soll in den Kirchen nicht gesungen werden. Kurze liturgische Gesänge seien, so Ritter, aber zulässig. „Wir müssen der Situation Rechnung tragen. Ich denke allerdings, dass unter vielen Gläubigen die Freude überwiegt jetzt wieder in die Kirche gehen zu können.“ Die Pfarrkirche in Breitenthal wird derzeit renoviert. Am Sonntagvormittag würden vier Messen in den größeren Kirchen Wiesenbach und Deisenhausen der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal stattfinden. „Unter den vorgesehenen Voraussetzungen“, sagt Klaus Bucher. Die Plätze in den Kirchenbänken seien vorbereitet und Ordner engagiert. Eine Voranmeldung sei nicht notwendig. Sofern es technisch möglich sei und mehr Leute kommen, als Plätze in der Kirche sind, gedenke der Dekan den Ton der Messe nach draußen zu übertragen. Maiandachten, Bittgänge oder andere Gottesdienste seien abgesagt. Eine Gottesdienstfeier ohne Schutzmaßnahmen kann sich der Dekan auch nach Pfingsten nicht vorstellen. „Da die Erstkommunion gebührend gefeiert werden soll, werden wir diese auf den Herbst verschieben“, berichtet er.

Die katholische Kirche sei, so Klaus Bucher, geprägt durch das Gebot des Gottesdienstes und der Nächstenliebe. Gläubige sollten die heilige Messe feiern. Sie sollten aber auch Nächstenliebe zeigen und alles tun, um eine Ansteckung zu vermeiden. „Ich hoffe, dass die Menschen die Schutzmaßnahmen verstehen und trotzdem in den Gottesdienst kommen. Ich kann aber auch jeden verstehen, der daheim bleibt“, sagt er.

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