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Krumbach

12.01.2019

Struktur gegen Farbe in der Galerie am Wasserschloss in Krumbach

Zwei erfahrene und erfolgreiche Künstlerinnen ganz verschiedener Ausrichtung präsentiert Galerist Karlheinz Schoblocher (Bildmitte) ab dem kommenden Sionntag. Holly Nath (links) aus Augsburg bevorzugt leuchtende Farben, bei Sonja Acri dominieren Grau und Rost.
Bild: Fritz Nath

Wie eine neue Schau in der Galerie in der Krumbacher Karl-Mantel-Straße zwei radikal konträre Mal-Stile zeigt.

Besucher der Vernissage am kommenden Sonntag werden mit einem starken Gegensatz konfrontiert. In der einen Hälfte des Raumes dominieren Grau- und Rosttöne. Die Bilder stellen nichts dar, sie weisen aber kräftige Strukturen auf: Risse, Unebenheiten, Reaktionen der Materialien miteinander. Gegenständliches ergibt sich nur aus dem Spiel des Zufalls. Der Betrachter kann hier und da Formen erkennen, obwohl die Künstlerin Sonja Acri bewusst auf den darstellenden Gestus verzichtet hat. Die Künstlerin greift vor allem dadurch in das Bildgeschehen ein, dass sie die Bildflächen geometrisch aufteilt und dadurch Spannungen und Korrespondenzen provoziert. In der anderen Raumhälfte fallen alle Bilder allein schon durch die leuchtenden Ölfarben auf. Die Gegenstände sind überdeutlich gezeichnet.

Auf den ersten Blick scheint hier alles geordnet und klar zu sein. Die australische Malerin Holly Nath bevorzugt schwäbische Landschaften und Tiermotive. Stilistisch mag hier die Sachlichkeit eines Edward Hopper Pate gestanden haben, wiewohl die starken Farben an die Popart erinnern und die extreme Zeichnung der Gegenstände der Kunst der Naiven verwandt zu sein scheint. Unmittelbar findet der Betrachter seinen Zugang zu diesen Bildern, aber rasch stellen sich Fragen.

Die Anordnung der Tiere ist ungewöhnlich und rätselhaft. Menschen wirken einsam wie bei Hopper, in sich gekehrt, unschlüssig. Genau auf die Senkrechte einer Hausmauer hat die Malerin beispielsweise eine rauchende Frau platziert und damit auf die Trennlinie zwischen zwei Welten, zwischen die Natur und die städtische Zivilisation. Ein anderes Gemälde weist noch mehr Bereiche auf: links eine rote Treppe, die rechte Wand daneben wirkt wie mit einer großen Fototapete in drei Segmente unterteilt. Im oberen Segment sind bunte florale Muster abgebildet, in der Mitte eine leicht geneigte große Kaffeetasse, unten Blumenmuster in grafischer Manier.

Zu denken und zu deuten gibt es viel

Zu denken und zu deuten gibt es viel für den Betrachter, der sich darum bemühen wird, die unterschiedlichen Bereiche miteinander in Verbindung zu bringen. Ganz anders geartet dürfte die Aktivität des Betrachters der Bilder von Sonja Acri sein. Er kann nach Figuren suchen oder die Farbwerte auf sich wirken lassen oder dem nachspüren, was ihm die Strukturen dieser Bilder zeigen wollen und welche Empfindungen sie wecken. Ganz spannend findet es Galerist Karlheinz Schoblocher, dass zwei Künstlerinnen, die ihren Stil gefunden und in vielen Ausstellungen vorgestellt haben, auf radikal unterschiedliche Techniken setzen, die Formensprache der modernen bildenden Kunst unterschiedlich ausreizen und den Galeriebesucher vor jeweils ganz andere Fragen stellen. Mit der aktuellen Ausstellung demonstriert Schoblocher allemal, welch aufregende und extreme Wege die Entwicklung der Kunst eingeschlagen hat.

Info: Die Ausstellung von Sonja Acri und Holly Nath wird am Sonntag, 13. Januar, um 11.30 Uhr in der Galerie am Wasserschloss, Karl-Mantel-Straße 24/26, eröffnet. Die Laudatio bei der Vernissage spricht Sigurd Rakel. Die Galerie ist freitags von 15 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung endet am 17. Februar. (hli)

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