Studentische Wohnungsnot

29.11.2012

Suche Zimmer in WG

Das Leben in einer Wohngemeinschaft ist eine gute Möglichkeit, Wohnraum finanzierbar zu machen.
Bild: Andrea Warnecke

Studenten haben es schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Von Castings und politischen Debatten.

„Studierende brauchen warme Wohnungen statt warmer Worte.“ Mit diesem Satz hat sich der Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften (FZS) nach Angaben der „Welt“ jetzt in die Diskussion um Studentenunterkünfte eingeschaltet. Denn bezahlbarer Wohnraum ist knapp für Studenten – eine eigene Wohnung oft nicht finanzierbar.

Sortiert wird nach Studienfächern, kulinarischen Vorlieben oder nach dem Geschlecht

Etwa 70 000 Wohnungen sollen nach Angaben des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer, fehlen. Wer da keinen Wohnheimplatz ergattert, muss sich meist nach einem Zimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) umsehen. Doch auch das wird angesichts steigender Bewerberzahlen immer schwieriger.

Der Kampf um die Unterkunft wird dann oft am Küchentisch einer WG ausgefochten. Dabei geht es eher weniger um Fragen nach der monatlichen Miete oder der Kaution. Sortiert wird oft nach Studienfächern, kulinarischen Vorlieben oder einfach nach dem Geschlecht. „Spielst Du auch gerne Monopoly?“, heißt es dann. Oder: „Wann musst Du morgens immer ins Bad?“ Sucht eine Wohngemeinschaft noch einen Sportstudenten, der den Mitbewohnern den Einkauf in den fünften Stock tragen könnte, sieht es für die Mädels aus dem Bereich Grundschullehramt eben oft eher schlecht aus, wenn sie da nicht mithalten können.

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WG-Casting ist oft Glückssache

Eine Absage blüht aber ebenso dem Sportstudenten, der sich in einer Mädchen-WG bewirbt, die lieber ohne männliche Mitbewohner zurechtkommt. Das WG-Casting ist eben oft Glückssache. Verzweifeln sollte man daran aber nicht, denn in jeder Stadt wohnen irgendwo Gleichgesinnte, die einen gerne aufnehmen. Hat man ein schönes, bezahlbares Plätzchen gefunden, müssen aber ein paar Dinge beachtet werden, wenn man nicht gleich wieder hinausgeworfen werden will.

Ist die Tür beim Mitbewohner zu, bleibt sie auch zu

Wie eine Umfrage des Online-Anbieters Immobilienscout 24 ergeben hat, legen WG-Bewohner viel Wert auf ihre Privatsphäre. Das heißt: Ist die Tür beim Mitbewohner zu, bleibt sie auch zu. Bei dieser Umfrage gab die Mehrheit der befragten WG-Bewohner außerdem an, dass sie lieber getrennte Kassen haben. Lebensmittel oder Ähnliches werden also nicht gemeinsam finanziert. Damit ist viel Potenzial für Ärger von vornherein vom Tisch.

Gleich 73 Prozent der Befragten sahen Schmutz in der gemeinsamen Wohnung als größtes Problem. Der lässt sich mit einem WG-Putzplan gut in den Griff bekommen. Vorausgesetzt, alle Mitbewohner halten sich an diesen Plan. Überhaupt sollten sich alle, die in der Wohnung ein und aus gehen, an die Regeln halten. Das dürfte den Frieden in der Wohngemeinschaft auch in turbulenten Zeiten erhalten.

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