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Thannhausen/Edelstetten
22.09.2018

Übung bei Thannhausen: „Großeinsatz“ im Edelstetter Wald

Ein Polizeihubschrauber war mit einem Löschbehälter im Einsatz. Die Feuerwehren übten bei Thannhausen unter anderem den Transport von Wasser über weite Strecken. Gerade bei Waldbränden ist das eine logistische Herausforderung.
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Ein Polizeihubschrauber war mit einem Löschbehälter im Einsatz. Die Feuerwehren übten bei Thannhausen unter anderem den Transport von Wasser über weite Strecken. Gerade bei Waldbränden ist das eine logistische Herausforderung.
Foto: Markus Landherr

Feuerwehren üben die Bekämpfung eines Waldbrandes. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Es ist ein Szenario, das im Sommer in vielen Regionen Deutschlands bittere Realität war: Waldbrände, die aufgrund der anhaltenden Trockenheit nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Genau diese Schadenslage wurde am Freitag in einer groß angelegten Übung angenommen: Im Wald zwischen Thannhausen und Edelstetten ist ein Feuer ausgebrochen, das sich aufgrund der Trockenheit und starken Windes schnell ausbreitet. Ein Großeinsatz der Feuerwehren ist notwendig. Weil die Brandbekämpfung vom Boden aus nicht ausreicht, müssen Hubschrauber aus der Luft unterstützen.

Geplant haben diese Übung Kreisbrandinspektor Albert Müller und der Günzburger Stadtbrandrat Christian Eisele. „Unser Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Gerätschaften zu testen und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen zu üben,“ sagt Müller. Darunter sind neben den örtlichen Feuerwehren auch die Berufsfeuerwehren aus Augsburg und München, das Technische Hilfswerk sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Für die Einsatzleitung ist dies eine Herausforderung, weiß Müller: „Ein großer Waldbrand verlangt ein hohes Maß an logistischem und materiellem Aufwand. Ein großes Problem ist hier immer die Sicherung von ausreichend Löschwasser. Das möchten wir heute testen.“ Durch die kurzfristige Absage der Bundeswehr, die zwei Hubschrauber schicken wollte, musste die Übung etwas umgestaltet werden. Aber so sei das eben, sagt Albert Müller. Bei der Feuerwehr müsse man improvisieren.

Auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Oberrohr und Edelstetten „kämpften“ die örtlichen Feuerwehren gegen das angenommene Feuer.
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Die Waldbrand-Feuerwehrübung bei Thannhausen in Bildern
Foto: Markus Landherr

Die Schaltzentrale befindet sich am Thannhauser Flugplatz. Dieser ist für den regulären Flugverkehr gesperrt worden. Vor dem Hangar hat die Einsatzleitung ihre Zelte aufgeschlagen. Dort ist auch Stadtbrandmeister Christoph Keil, Einsatzleiter der Münchner Flughelferstaffel. Er koordiniert die Kommunikation mit dem Hubschrauberpiloten und den Einsatzkräften. Den ersten Einsatzschwerpunkt bildet gegen 10 Uhr der Materialtransport mittels Hubschrauber ins Einsatzgebiet, das rund einen Kilometer westlich im Edelstetter Wald liegt. Aufgabe der Flughelfer ist es, die Löschwasserbehälter und Materialkisten am Hubschrauber anzubringen und diesen einzuweisen. Für Keil ist die Örtlichkeit perfekt, da er auf die Infrastruktur eines bestehenden Flugplatzes zurückgreifen kann. „Wir sind aber prinzipiell in der Lage, aus einer Wiese einen geeigneten Landeplatz zu machen“, sagt er schmunzelnd.

Bei der Feuerwehrübung ist eine extrem starke Pumpe im Einsatz

Als der Materialtransport abgeschlossen ist, werden gegen 11 Uhr die Feuerwehren aus ihrem Bereitstellungsraum beim Thannhauser Freibad abgerufen. Die Einsatzleitung schickt Fahrzeug um Fahrzeug ins Einsatzgebiet. Darunter befindet sich auch das sogenannte „Holland-System“ der Augsburger Berufsfeuerwehr. Es kann mittels einer leistungsstarken Pumpe rund 6000 Liter Wasser pro Minute über große Distanzen pumpen. Von der kleinen Mindel aus versorgt es die Einsatzkräfte, die an der Verbindungsstraße zwischen Hagenried und Oberrohr den angenommenen Brand bekämpfen. Einen weiteren Einsatzschwerpunkt bildet die Einrichtung eines sogenannten Pendelverkehrs. Dabei wird mit Tanklöschfahrzeugen Wasser zum Einsatzort transportiert. Die Entnahmestelle hat die Thannhauser Feuerwehr am Mühlbach in der Wiesenthalstraße eingerichtet. Ein Fahrzeug nach dem anderen wird dort mit Wasser befüllt und fährt die Einsatzstelle an, wo das Wasser in mobile Behälter umgefüllt und zum Bestimmungsort gepumpt wird. „Damit möchten wir testen, wie viele Fahrzeuge wir brauchen, um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben, wenn kein See und kein Fluss verfügbar sind“, sagt Kreisbrandinspektor Erwin Schneider.

Gegen Ende der Übung scheint es noch mal ernst zu werden, als plötzlich Rauch aus dem Wald aufsteigt. Glücklicherweise handelt es sich dabei um geplante Pyrotechnik, die dem Hubschrauber den Weg weist. Mittels eines Löschwasserbehälters nimmt dieser Wasser im Kaiserweiher auf und versprüht es über dem vermeintlichen Feuer.

Fast ein Jahr Planung für die Feuerwehrübung bei Thannhausen

Um 14 Uhr wird es ruhiger. Die Schlauchleitungen werden zurückgebaut, der Hubschrauber stellt seine Flugtätigkeit ein. Damit fällt auch von Alber Müller eine große Last ab. „Wir haben diese Übung seit Oktober 2017 geplant. Man ist durchaus angespannt und hofft, dass alles funktioniert.“ Nun könne die Übung in aller Ruhe reflektiert werden und dadurch auch Verbesserungen für den Ernstfall vorgenommen werden.

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