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29.07.2010

Thannhausen weiß zu feiern

Mitten in Thannhausen bauten die Vereine aus Burg eine Raubritterburg. Sie wird zu den Attraktionen beim Bürgerfest zum Abschluss der 900-Jahr-Feierlichkeiten zählen. Foto: Dr. Heinrich Lindenmayr
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Mitten in Thannhausen bauten die Vereine aus Burg eine Raubritterburg. Sie wird zu den Attraktionen beim Bürgerfest zum Abschluss der 900-Jahr-Feierlichkeiten zählen. Foto: Dr. Heinrich Lindenmayr
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Thannhausen Auf den Tag genau ein ganzes Jahr feiert Thannhausen seine erste urkundliche Erwähnung vor 900 Jahren. Am 1. August 2009 eröffnete die Stadt mit einem Oldtimer-Korso die Feierlichkeiten, am 1. August 2010 markiert das Ende des Bürgerfestes auch das Ende der Jubiläumsfeiern.

Wie alt nun Thannhausen wirklich ist, darüber gibt die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1109 natürlich keine Auskunft. Hans Bronnenmaier, der Autor des "Thannhauser Heimatbuches", stellt fest, dass Funde darauf schließen lassen, dass das Mindeltal schon während der Steinzeit, also vor circa 4000 Jahren, besiedelt gewesen sei. Wo die Steinzeitmenschen hausten, darüber lässt sich jedoch allenfalls spekulieren. Also greift Bronnenmaier zu der griffigeren Vermutung, dass die Schwaben, als sie um 400 nach Christus den Bereich zwischen Iller und Lech flächendeckend besiedelten, eine Siedlung im Bereich des heutigen Thannhausens errichteten.

Folgt man dieser Annahme, wäre Thannhausen heute nicht 900, sondern circa 1600 Jahre alt. Weil aber diese Vermutung zwar einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad hat, jedoch nicht nachzuweisen ist, hält man sich an die Fakten. Im Jahr 1109 und in den Folgejahren trat Werinherus de Taginhusen als Zeuge bei einer Güterauflassungsverhandlung auf. Das dokumentiert die Augsburger Bistumschronik und liefert damit den ersten stichhaltigen Nachweis für die Existenz von Thannhausen.

Viele Höhen und Tiefen hat Thannhausen im Laufe seiner wechselhaften 900 Jahre erfahren. Zu den markantesten Ereignissen zählen das Marktrecht, nachweisbar ab dem Jahr 1293, die Reichsacht im Jahr 1586, Krieg und Pest während des Dreißigjährigen Krieges, die Erhebung zur Reichsgrafschaft 1665, die Vertreibung der Juden im Jahre 1717, der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1894, die Stadterhebung 1953.

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Wehrhafte Burg

Vieles, was im Lauf der Geschichte Thannhausen und sein Erscheinungsbild prägte, ist verloren gegangen. Bis ins Jahr 1450 befand sich westlich der Kirche, zwischen Mühlbach und Mindel, eine wehrhafte Burg. Sie gibt es heute ebenso wenig wie das einst so dominante Rentamt, das auf dem heutigen Raiffeisenplatz stand und mit seinen nächtigen Treppengiebeln wie ein Stadtschloss wirkte. Auch besaß Thannhausen im 19. Jahrhundert einen großzügig angelegten "Englischen Garten". Trotz des Verlustes solcher Zeugen der Ortsgeschichte gibt es noch ein respektables Potenzial an historischer Substanz in der Stadt.

Die Stadionkapelle hat zu tun mit der Judenvertreibung. An ihrem Platz stand einstmals die Synagoge und die heutige Kapelle ist entweder ein radikaler Umbau oder ein Neubau. Das Amtshaus, das Forsthaus und das ehemalige Gerichtsgebäude sind stadtbildprägende Bauten aus der Zeit, da die Grafen von Stadion die Herrschaft des Ortes waren. Das Christoph-von-Schmid-Denkmal vor dem Rathaus erinnert an die kulturelle Blütezeit der Stadt, als hier die Schriftsteller Christoph von Schmid und der Arzt Wilhelm Bauberger, der Pädagoge Anton Höfer und der Komponist Albert Höfer wirkten.

1950 feierte Thannhausen mit kriegsbedingter Verzögerung "700 Jahre Markt". Drei Jahre später feierte man die Stadterhebung, 50 Jahre später ein erstes kleines Jubiläum der Stadterhebung. Damals, im Jahr 2003, kamen über 30 000 Besucher in die Stadt. Thannhausen weiß also zu feiern. Die Organisatoren rechnen auch für 2010 mit einem ähnlich großen Besucherandrang und Interesse der Bürger der Stadt.

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