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Thannhausen

08.04.2017

Thannhauser Verein im Zeichen der Nächstenliebe

Silberdistel für Johann Geiger und den Verein „Liebe sei Tat“ Thannhausen: Unser Bild zeigt von links MN-Redaktionsleiter Peter Bauer, Johann Geiger und Bürgermeister-Stellvertreter Werner Kößler.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Warum Johann Geiger und der Verein „Liebe sei Tat“ die Silberdistel unserer Zeitung erhalten.

Johann Geiger ist kein Mann der lauten Wort oder großen Gesten. Er arbeitet lieber im Stillen, unauffällig, aber zuverlässig, unablässig und akribisch. Bescheiden, doch voll innerer Freude wirkt er, als er die Silberdistel aus den Händen von Peter Bauer, dem Redaktionsleiter der Mittelschwäbischen Nachrichten, entgegennimmt. Die Silberdistel ist eine überregionale Ehrung, verliehen von der Augsburger Allgemeinen und ihren Heimatzeitungen für ein ganz außerordentliches gesellschaftliches Engagement. Johann Geigers spontaner Impuls ist es, zu betonen, dass nicht er allein ausgezeichnet werde, sondern der Thannhauser Verein „Liebe sei Tat“. Ohne Mitglieder, Helfer und Spender sei er nichts, könne er kaum etwas bewirken, meint Geiger.

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Diese Auszeichnung ist trotzdem zunächst die Würdigung einer Persönlichkeit. Peter Bauer zitiert zu Beginn seiner Laudatio Alexandra Holland, die Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen: Gott sei Dank gebe es Menschen wie Johann Geiger, die Achtsamkeit für die Not der Mitmenschen bewiesen und dann diese Not mit Einsatz und Ausdauer bekämpften.

Es ist der Heilige Vinzenz von Paul, von dem der Verein seinen Namen ableitete und dessen caritatives Wirken dem Verein als Vorbild dient. Peter Bauer verweist auf die fundamentale Veränderung im Leben des Vinzenz von Paul, dessen Leben zunächst auf Reichtum, Luxus und Ruhm ausgerichtet war. Ihn veranlasste die Begegnung mit Krankheit, Armut und Not zur Umkehr. Fortan widmete er sein Leben den Notleidenden und verstand sein Wirken als ein gelebtes Glaubensbekenntnis.

Thannhauser Verein im Zeichen der Nächstenliebe

Davon war in der Mitgliederversammlung von „Liebe sei Tat“, die der Preisverleihung voranging, viel zu spüren. Auf dem Tisch neben dem Rednerpult steht eine Vase mit roten Tulpen. Daneben brennt eine Kerze, mitgebracht von einer Wallfahrt nach Mariazell. Während die Mitglieder eintreffen, singen zwei junge Frauen zur Gitarre geistliche Lieder und sie stimmen die Besucher der Versammlung noch ein, als der offizielle Beginn schon eine Viertelstunde überschritten ist.

Es ist dieser besondere Geist, der die Arbeit des Vereins beseelt. Es geht nicht nur um das Materielle, sondern Hilfe soll auch geschehen durch Gebete und Wallfahrten, durch die Bildung von Pfarrzellen und Gebetskreise.

Immer wieder gerät Johann Geiger während seines Jahresberichts ins Erzählen und man merkt, wie sehr ihm das Helfen eine Sache des Herzens und des Glaubens ist. Aber allein auch die Zahlen sind beeindruckend: Auf deutlich über 180 Mitglieder ist der Verein in der Zeit seit der Gründung vor sieben Jahren angewachsen. Über 37000 Euro flossen in die Unterstützung von Bedürftigen, nicht mitgerechnet die Organisation von zwei großen Hilfstransporten und die vielen Sachspenden. Es sei ein Verein, auf den die Stadt stolz sein könne, erklärte Werner Kößler, der bei der feierlichen Verleihung der Silberdistel den Bürgermeister vertrat. Von großem Wert sei die enge Zusammenarbeit des Vereins mit der Stadt, der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, dem Kinderschutzbund und der Arbeiterwohlfahrt. Überallhin lasse Johann Geiger, der ehemalige Banker, seine Beziehungen spielen und schaffe damit ein Netzwerk, das die Hilfe besonders effektiv werden lasse.

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