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Thannhauser

02.01.2019

Thannhauser präsentieren kraftvolles Kirchenkonzert

Mit einem beeindruckenden Kirchenkonzert begeisterte die Musikvereinigung Thannhausen das Publikum in der Stadtpfarrkirche.
Bild: Stefan Reinbold

Auch unter der neuen Dirigentin führt die Musikvereinigung ihre gute Tradition fort. Unter das erste Jahr an neuer Wirkungsstätte setzt Marina Beer mit dem Orchester einen beeindruckenden Schlussakkord

Mit dem alljährlichen Kirchenkonzert führt die Musikvereinigung Thannhausen auch unter der neuen Dirigentin Marina Beer eine gute Tradition fort. Der sakrale Glanz der barocken Stadtpfarrkirche mit leichter Weihrauchnote in der Luft bietet die passende Kulisse für das Konzert. Draußen vor den Türen des Gotteshauses hat es sogar ein bisschen geschneit, sodass der ein oder andere Besucher, der zu Fuß hergekommen ist, durchaus winterliche Stimmung mitgebracht haben dürfte.

Zur Witterung passt auch das Programm, das die Dirigentin mit ihrem Orchester einstudiert hat. Mit „Sleigh Ride“ und „A Winter’s Tale“ greifen die Musiker in zwei Stücken die kalte Jahreszeit und damit verbundene Eindrücke musikalisch auf. Da klingen Glöckchen am Pferdeschlitten und die Flöten pfeifen in flotter Fahrt. Das vom Vorsitzenden Werner Gryksa eingangs angekündigte Versprechen einer „Wellnessoase“ wird allerdings nicht ganz eingelöst. Ruhe und Entspannung findet das Publikum in dem mit kraftvollen Tönen und deutlichem Forte gespickten Konzert eher weniger. Die rollenden Crescendi erinnern eher an eine kräftigende Aufbaukur, haben eher eine aufmunternde Wirkung als eine beruhigende.

Eher wuchtig und pompös

Die stillen und leisen Klänge, die vielleicht dazu geeignet wären, manchen Zuhörer, wie von Gryksa prophezeit, in eine „Tiefschlafphase“ zu versetzen, kommen ehr seltener zur Geltung. Nicht zuletzt liegt das auch an der Stückauswahl, die mit dem „Jupiter Hymn“ von Gustav von Holst oder „Raise of the Son“ von Rossano Galante oder der „Highland Cathedral“ von Michael Korb eher wuchtig und pompös daherkommt und die ganze Fülle des Kirchenraums akustisch ausfüllt. Was die musikalische Beweglichkeit und Dynamik betrifft, hat das Orchester unter der neuen Dirigentin durchaus noch etwas Spielraum. Dass die Musiker so kurz nach dem Dirigentenwechsel noch ein bisschen so wirken, als seien sie auf der Suche nach einer neuen musikalischen Identität und noch nicht die volle Harmonie ausstrahlen, die sie zuletzt bei ihren großen Erfolgen bei den Wettbewerben auf Bezirks- und Landesebene geprägt hat, ist ganz normal. Trotzdem lässt sich schon erahnen, wo Marina Beer mit der Musikvereinigung Thannhausen hin will: nach ganz oben. Mit der Leidenschaft und dem Engagement, das die Musiker beim Konzert zeigen, wird ihnen das auch gelingen.

Wie immer führt Herbert Kramer mit sonorer Erzählerstimme gekonnt durch das Programm, erklärt in seinen Ankündigungen Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Stücke. Weihnachtliche Stimmung verbreitet das Orchester mit dem Klassiker „Macht hoch die Tür“, der als Zugabe das Konzert abrundet. (rbod)

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