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Breitenthal

05.11.2019

Ultraläufer Jens-Uwe Brack läuft über 230 Kilometer an einem Tag

Geschafft, aber glücklich: Jens-Uwe Brack aus Breitenthal nach dem Zieleinlauf im 24-Stunden-Rennen in Albi (Frankreich).
Foto: Sammlung Brack

Der Breitenthaler Jens-Uwe Brack lässt bei der WM im 24-Stunden-Lauf auch die deutsche Konkurrenz hinter sich – obwohl im Nationalteam für ihn kein Platz war.

„Die Vorbereitungsrennen haben ihre Früchte getragen.“ So beschreibt Jens-Uwe Brack vom FC Ebershausen seinen Erfolg bei der Weltmeisterschaft im 24-Stunden-Lauf im französischen Albi. In der 49.000-Einwohner-Stadt nahe Toulouse in Südfrankreich stellte der Breitenthaler eine neue persönliche Bestleistung auf und kam in der offenen Wertung auf den dritten Platz.

In der Vorbereitungszeit über das Jahr 2019 hat der Ultraläufer 100-Kilometer-Rennen und 24-Stunden-Wettbewerbe in Deutschland absolviert und über 6000 Trainingskilometer abgespult. Bereits in dieser Zeit verbesserte Brack, der zum Training schon mal nach Kempten und wieder zurück läuft, mehrfach seine bisherigen Bestzeiten. Die intensive Vorbereitung brachte Brack die Wettkampfhärte, um seine persönliche Bestleistung in Frankreich nun um 17,304 Kilometer zu verbessern.

Das WM-Rennen in Südfrankreich wurde um 10 Uhr gestartet und fand auf einem 1500 Meter langen Rundkurs statt. Ziel bei diesem vom Internationalen Leichtathletikverband IAAF veranstalteten Rennen ist es, über 24 Stunden eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Über 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung. So war die Strecke immer voll, es ging nicht ganz ohne sanfte Rempeleien ab.

Insgesamt läuft Jens-Uwe Brack in Albi über 230 Kilometer

Die Tagestemperaturen lagen bei 24 Grad. In den Nachtstunden wurde es bei zehn Grad etwas ungemütlich, doch Brack kam mit diesen Temperaturunterschieden gut zurecht. Auch sein Ernährungsplan war gut abgestimmt: Am Tag gab es viel Wasser und Flüssigkeit, in der Nacht waren mehr Kohlenhydrate gefragt. Vor allem ein gleichmäßiges Tempo ist bei solchen Extrem-Wettbewerben gefragt. Auch hier ist die Rechnung voll aufgegangen. In den ersten zwölf Stunden legte der FCE-Läufer 116 Kilometer zurück. Nach neun Stunden Laufzeit stellten sich Seitenstiche ein und Brack musste das Renntempo drosseln. Die zweite Rennhälfte verlief dann optimal. Der Breitenthaler schaffte 118 Kilometer. 24 Stunden am Stück zu laufen stellt sowohl eine große physische als auch eine psychische Belastung dar. Doch auch mental hatte sich Brack darauf eingestellt und zur Unterstützung seine Betreuer dabei, die auch für die Verpflegung an der Strecke zuständig waren.

Mit seiner persönlichen Bestleistung von insgesamt 234,394 Kilometern belegte Brack dann nicht nur den dritten Platz unter 38 Teilnehmern in der offenen Wertung. Er war mit dieser Leistung auch zweitbester Deutscher und wäre in der WM-Wertung auf Rang 37 gelandet. Hier darf allerdings nur mitlaufen, wer von seinem Landesverband für die Weltmeisterschaft offiziell nominiert wurde. Aber der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) hatte sich für andere Athleten entschieden. Das könnte sich aber ändern, meint Fritz Birkner, Abteilungsleiter beim FC Ebershausen: „Wenn er so weitermacht, könnte ich mir schon vorstellen, dass er mal für das Nationalteam nominiert wird.“

Brack zählt in seiner Altersklasse zu den Besten der Welt

Wie hoch die Leistungen von Jens-Uwe Brack einzuordnen sind, zeigen auch die aktuellen Bestenlisten. In der deutschen Bestenliste liegt der Breitenthaler auf Rang fünf, das Ranking in seiner Altersklasse M55 führt er an. In der aktuellen Weltbestenliste dieser Altersklasse steht Brack auf dem zweiten Platz, lediglich 195 Meter fehlen zur Weltspitze.

In Albi fehlten in der offenen Wertung knapp 800 Meter zu Rang zwei. Sieger wurde hier der Brite Nathan Flear (248,655 Kilometer) vor seinem Landsmann Dave Andrews (235,188). Weltmeister wurde Aleksandr Sorokin aus Litauen (278,972), bester Deutscher war Patrick Hösl (247,473). (bir)

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