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07.07.2010

Ungewöhnliche Objekte an einem ungewöhnlichen Ort

Ein breites Spektrum an künstlerischen Arbeiten in Bild und Form war geschickt platziert zwischen altem Handwerksgerät und den musealen Einrichtungen "Bei den Hölzernen" im alten Sägewerk der Firma Liebhaber. Hier rattert noch gelegentlich die alte Gattersäge, die letzte am Ort von ehedem vier Sägewerken.
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Ein breites Spektrum an künstlerischen Arbeiten in Bild und Form war geschickt platziert zwischen altem Handwerksgerät und den musealen Einrichtungen "Bei den Hölzernen" im alten Sägewerk der Firma Liebhaber. Hier rattert noch gelegentlich die alte Gattersäge, die letzte am Ort von ehedem vier Sägewerken.

Ziemetshausen Eine Ausstellung von künstlerischen Arbeiten Ambitionierter der Marktgemeinde wurde Samstagabend im alten Sägewerk "Bei den Hölzernen" eröffnet. Bürgermeister Anton Birle freute sich über das umfangreiche Angebot bislang im Verborgenen gebliebener heimischer Künstler.

Sein Amtsvorgänger und Laudator Anton Weber bezeichnete die Vernissage als eine gelungene "Sandwichveranstaltung", sei sie doch im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft hervorragend in zwei Spiele eingebettet. Das erste davon habe nicht nur die zahlreichen Besucher der Auftaktveranstaltung in Entzücken versetzt. Auch spreche an diesem extravaganten Ort im Sägewerk jedes Kunstwerk, ob gemalt oder plastisch dargestellt, deutlich für sich. Weber hob hervor, dass die Künstler ihrem Hobby ausschließlich in ihrer Freizeit frönen. Getrieben von unterschiedlichen Motiven bringe jeder der Ausstellenden mit seinen Werken seine inneren Empfindungen äußerst gelungen nach außen hin zum Ausdruck.

Ex-Bürgermeister stellt vor

Der ehemalige Bürgermeister Ziemetshausens, Anton Weber, stellte den interessierten Besuchern die einzelnen Künstler vor. So konnte man, liebevoll zwischen alten Schreinereieinrichtungen und Handwerksgerät platziert, die unterschiedlichsten Stilrichtungen in Acryl, Aquarell oder Pastell in Augenschein nehmen. Ob "Klavier" oder "Waschtag" von Christine Liebhaber, "Ausgetrunken", "Vier Äpfel" oder die Aktzeichnungen von Sylvia Endres (alles Acrylarbeiten) oder die realistischen Pastellbilder von Marlene Scherer mit "Blick auf Schönebach", "Buch mit Kerze" und "Landschaft in der Reischenau" - sie alle drücken besondere Empfindungen aus. Von anderer Couleur die träumerischen Aquarellarbeiten von Johannes Dornmair wie "Africa", die "Perlensammler" oder "Salsa y amor". Überwiegend heimische Objekte bilden die Motive für die Bilder von Oskar Günther. Ob die "Kirche von Ziemetshausen", das "Sägewerk", das der Ausstellung ihren Namen gegeben hat, Schloss Seyfriedsberg oder die Zusammühle - die Aquarellbilder spiegeln die Heimatverbundenheit des Künstlers wieder.

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Aufgelockert wurden die bildhaften Darstellungen von den Keramikarbeiten der Elke Günther, die sich wunderbar vom Ambiente des Schreinereimuseums abheben. "Kugel mit Fischen", der "Wurm" oder verschiedene Köpfe und Büsten - der Kreis der Liebhaber derartiger Kunstwerke scheint genauso zu wachsen, wie der Kreis derer, die sich gerne mit einem heimischen Künstler in den vier Wänden zu Hause schmücken. Oskar Günther hielt es in seinen Dankesworten an Künstlerkollegen und an Rudi Liebhaber, der die Ausstellung mit initiiert und das Sägewerk bereitgestellt hat, mit Karl Valentin. Der pflegte zu sagen, dass Kunst zwar schön sei, aber viel Arbeit mache.

Initialzündung

Alles in allem eine absolut gelungene Ausstellung eines zunächst halben Dutzends Feierabend-Künstler, die mit großem Interesse angenommen wurde. Dies könnte die Initialzündung für weitere Veranstaltungen dieser Art im "Kunstraum Sägewerk" in Ziemetshausen sein. Die ausstellenden Mitglieder der Gründungsmannschaft würden sich freuen, wenn sich weitere, noch im Versteck agierende Hobbymaler oder Künstler anderer Schaffensarten ihnen anschließen würden.

Dass auch die Jugend dafür zu begeistern ist, zeigte das "Ungleiche Paar" am Eingang zum Sägewerk. Die Holzplastiken von Carolin Kraus, mit der Kettensäge gefertigt und vor einigen Wochen erst mit einem Jugendpreis ausgezeichnet, fanden außergewöhnliches Interesse, sowohl bei ankommenden wie auch bei den die Ausstellung verlassenden Besuchern. (vop)

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