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Neuburg/Kammel

09.04.2018

Unmut über unverwertbare Gewerbeflächen im Markt Neuburg

Auf dem Acker im Hintergrund zwischen dem nördlichen Ortseingang von Erisweiler und der Kammel ist eine Fotovoltaikanlage geplant. Gegenüber westlich der Kammel vor Hirschfelden (im Vordergrund) steht bereits eine solche Anlage.
Bild: Dieter Jehle

Flächen, die derzeit überhaupt nicht zum Verkauf anstehen, sollen wieder rückgewidmet werden, fordert ein Marktratsmitglied. Neuburgs wirtschaftliche Entwicklung werde behindert.

Die öffentliche Sitzung der Neuburger Marktgemeinde neigte sich dem Ende zu. Da meldete sich Karl Müller jun. zu Wort. Er sprach ein seit Monaten brisantes Thema in Neuburg an: Gewerbeflächen, die im Flächennutzungsplan ausgewiesen seien, aber faktisch nicht zum Verkauf anstünden. „So kann es nicht weiter gehen“, so Müller. Ihm seien Fälle von Interessenten bekannt, die dringend in Neuburg Gewerbeflächen suchen bzw. sich hier ansiedeln wollten. „Wenn jetzt nicht bald etwas geschieht, siedeln sich interessierte Firmen in Nachbarorten an“, ist sich Müller sicher. Gespräche mit den Grundstückseigentümern führten bisher nicht zum Erfolg. Nun müssten Taten folgen.

„Äcker müssen wieder zu Äckern und Wiesen zu Wiesen rückgeführt werden“, so Müller. Was meinte er damit? Gezielt sprach er die Flächen an, die im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen sind. „Uns nützen Gewerbeflächen auf dem Papier nichts, wenn sie nicht zur Verfügung stehen“. Müller möchte bereits in der nächsten Sitzung eine Grundsatzentscheidung des Marktgemeinderates über die Notwendigkeit von Gewerbeflächen herbeiführen. Er forderte, dass alle privaten Flächen, die nicht zum Verkauf anstünden, aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden. Gleichzeitig solle sich das Gremium Gedanken über die weitere gewerbliche Entwicklung an anderer Stellen machen. Nach Ansicht Müllers sollten ansiedlungswillige Firmen beziehungsweise Jungunternehmer nicht weiter vertröstet werden. Es sei bedauerlich, dass hier in Neuburg nichts vorangehe. Er verwies auf Nachbargemeinden wie Ursberg und Münsterhausen, wo eine wirtschaftliche Entwicklung erkennbar sei.

Solarpark Die Firma Vento Ludens will auf einer rund zehn Hektar großen Fläche am nördlichen Ortseingang von Erisweiler einen Solarpark errichten. Dem Antrag wurde nicht voll entsprochen. „Ich bin nicht gegen Fotovoltaikanlagen, doch in diesem Bereich ist teilweise sehr gutes Ackerland vorhanden“, bedauerte Marktrat Manfred Glogger. Der Landwirtschaft fehlten dadurch zehn Hektar Fläche. Unterstützung erhielt er von Willi Botzenhart. Für Bernhard Sonner führt die geplante Solaranlage zu nah entlang der Gemeindeverbindungsstraße. Dadurch werde auch das Ortsbild von Erisweiler beeinträchtigt. Am Ende stimmten die Markträte, bei vier Gegenstimmen, dem Vorhaben in abgespeckter Form zu. Das Vorhaben könne unterhalb der sichtbaren Hangkante westlich der Kammel in Höhe der bereits bestehenden Fotovoltaikanlage in Hirschfelden verwirklicht werden. Dies entspreche in etwa der Hälfte der ursprünglich geplanten Fläche.

Bauangelegenheiten Nach Ortseinsicht stimmten die Markträte einem überdachten Stellplatz in Langenhaslach in der Straße „Hinter den Gärten“ zu. In Wattenweiler entsteht im Baugebiet „Bei der Gasse“ ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage. In Neuburg werden in der Gartenstraße zwei Garagenräume zu Schlacht- und Kühlzwecken umgenutzt.

Plakattafel Aller guten Dinge sind drei. Nachdem in Wattenweiler bereits zwei große Plakatwerbetafeln stehen, ist nun eine weitere direkt am Einmündungsbereich von der Neuburger Straße in die Bundesstraße 16 geplant. Die Markträte verweigerten die Zustimmung. „Sie ist eine Sichtbehinderung in diesem jetzt schon unübersichtlichen Einmündungsbereich und lenkt die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer ab“, sagte Rathauschef Schlögl.

Hotspot Der Markt Neuburg lehnt das Angebot des Freistaates Bayern zur Errichtung eines kostenfreien Hotspots ab. Der Freistaat Bayern übernimmt dabei pro Kommune die Einrichtungskosten für zwei kommunale Hotspots. Der Markt Neuburg hätte die Betriebskosten zu tragen. Laut Marktrat Willi Botzenhart belaufen sich diese auf rund 1800 Euro im Jahr. Die Begeisterung bei den Markträten hielt sich deshalb in Grenzen, einen konkreten Bedarf erkannten die Rathausherren nicht.

Buswartehäuschen Ein Buswartehäuschen für Halbertshofen forderten neun Bürger aus dem Neuburger Ortsteil. Einige davon waren in der Sitzung anwesend. Die Markträte unterstützen den Vorschlag. „Eigenleistung beim Aufbau ist erwünscht aber nicht zwingend erforderlich“, lautete der Appell von Bürgermeister Rainer Schlögl an die anwesenden Antragsteller.

Ortsumgehung Wattenweiler Marktrat Alexander Böller regte an, sich baldmöglichst umfänglich mit der geplanten Ortsumgehung von Wattenweiler zu beschäftigen. Laut Bürgermeister Schlögl sei das Thema nicht brisant. Er möchte aber dennoch zu der Thematik im Laufe des Jahres eine Sondersitzung hinsichtlich des Sachstandes und des geplanten Verlaufs einberufen.

Die Diskussion ist geschlossen.

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