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11.02.2015

Ursberg schrumpft

Trend soll durch neue Baugebiete gestoppt werden

Erfreulich viele Besucher erschienen kürzlich zur Bürgerversammlung im Ursberger Bräuhaus. Der einstündige Vortrag von Bürgermeister Peter Walburger zeichnete ein positives und erfreuliches Bild ihrer Gemeinde.

Wenn es etwas zu bemäkeln gab, dann war es die in den letzten Jahren zurückgehende Einwohnerzahl. Mit ein Grund dafür ist laut Walburger das veränderte Betreuungskonzept des Dominikus Ringeisenwerks (DRW), das auf eine ständig steigende Auslagerung von Wohngruppen abziele. Diese Personen erscheinen logischerweise nicht mehr in der Ursberger Statistik. So sei die Einwohnerzahl seit 2009 (damals waren es noch 3616 Ursberger) auf nunmehr nur noch 3398 (Stand 2014) zurückgegangen. Allein im Ringeisenwerk sank die Zahl in dieser Zeit um knapp 180 Personen. Ebenfalls überdurchschnittlich gesunken sei der Anteil der Oberrohrer, der jetzt nur noch bei 818 Ortsteileinwohnern liege. Doch mit den anstehenden Projekten im Bereich, Gemeindestruktur, Baugebiete und zusammen mit dem Dominikus-Ringeisenwerk sieht Walburger genügend Ansatzpunkte, diese Tendenz in den nächsten Jahren wieder umzukehren. Wobei es sich in Ursberg um eine absolut gesunde Gemeinde handle, wie Walburger betonte. So konnte trotz immenser Investitionen in den letzten Jahren der Schuldenstand von knapp 800000 Euro im Jahr 2008 auf nunmehr nur noch etwas über 420000 Euro gesenkt werden. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von nur noch 133 Euro pro Einwohner liege die Gemeinde deutlich unter dem bayernweiten Schnitt von 670 Euro pro Einwohner. Dabei sei die Leistungsfähigkeit der Gemeinde vor allem durch die steigenden Schlüsselzuweisungen zu suchen. Da es dem Freistaat wirtschaftlich gut geht, komme der Geldsegen in Form von höheren Schlüsselzuweisungen auch bei den Gemeinden an. Für Ursberg bedeutet das einen Zuwachs in Höhe von rund 120000 Euro. Allerdings steigt damit auch die an das Landratsamt abzuführende Kreisumlage. Mit etwas mehr als einer Millionen Euro dürfte man in diesem Jahr erstmals die Millionengrenze knacken.

Bei all diesen Vorgaben hat die Gemeinde im vergangenen Jahr einiges erreicht. So wurde die Fassade der Turnhalle in Ursberg erneuert und eine Lüftungsanlage eingebaut, die Spielplätze in allen Ortsteilen in enger Absprache mit den Eltern vervollständigt, eine Mittags- und Hausaufgabenbetreuung gibt es in Ursberg ebenso, wie Möglichkeiten für die Jugendlichen im Rahmen des Jugendtreffs „Enjoy“. In die Infrastruktur wurde mit dem längst fälligen Ausbau der Attenhauser Straße und dem Weiherweg in Mindelzell investiert. Heuer steht die Straße von Ursberg nach Premach auf dem Plan. Dagegen muss die sicherlich auch nötige Sanierung der Verbindungsstraße nach Thannhausen wegen noch unklaren Hochwasserschutzmaßnahmen zunächst zurückgestellt werden. Auf dem Friedhof in Mindelzell wurde eine Urnengräberanlage angelegt und in Oberrohr konnte die Fassade des Leichenhauses erneuert werden. Und den Premachern schlägt nun auch die Stunde, denn die Kapelle im kleinsten Ortsteil erhielt erstmalig eine Uhr. Die Feuerwehr kam auch nicht zu kurz, wurde doch das Feuerwehrhaus in Oberrohr komplett saniert (die letzte Phase läuft nun in diesem Jahr an) und die Ortsteilfeuerwehr Bayersried-Ursberg-Premach erhielt ein Einsatzleitfahrzeug.

Schlussendlich komme der Hochwasserschutz mit großen Schritten voran, was sich im Nachgang sicherlich auch auf das dringend benötigte Baugebiet in Mindelzell positiv auswirken dürfte. Das schnelle Internet wird im Laufe des Jahres auch für den Rest des Gemeindegebietes verfügbar sein. (diz)

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