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Krumbach

04.11.2017

Virtuose Musik für doppelten guten Zweck im Krumbad

Heidi Schmid (von links), Tatiana Chernichka und Susanne Schmid konzertierten zum Auftakt von „Junges Mindelfestival 2017“ im Heilbad Krumbad.
Bild: Heinrich Lindenmayr

Wie das Trio Schmid-Chernichka mit Mendelssohn im Krumbad das Publikum verzauberte.

Kinder für Musik zu begeistern, dazu dient das „Junge Mindelfestival“, zu dessen Auftakt Heidi Schmid (Violine), Susanne Schmid (Horn) und Tatiana Chernichka (Klavier) im Burgrestaurant des Heilbads Krumbad konzertierten. Man wolle zudem, erklärte Heidi Schmid, den Reha-Patienten, die anderweitig dazu keine Gelegenheit hätten, einen Konzertbesuch ermöglichen. Das ist konsequent gedacht, denn in der Gesundheitslehre des oft zum „Wasserdoktor“ verkürzten Sebastian Kneipp spielt die Erfahrung von Schönheit, Harmonie und seelischer Erfüllung eine respektable Rolle.

Wollte man das Konzert am gesundheitsfördernden Effekt messen, so war die heilsame Dosis enorm. Das Quantum an Leidenschaftlichkeit, Begeisterung und Virtuosität, das die drei jungen Künstlerinnen einsetzten, hatte es in sich.

Wer den ausliegenden Flyer des Duos Schmid-Chernichka, sozusagen den Beipackzettel des Konzerts, las, der bekam eine Vorstellung von der „Substanz“ des Heilmittels und den Nebenwirkungen. Heidi Schmid hat immerhin bei Julia Fischer in München studiert, die zu den großen Geigerinnen unserer Zeit zählt. Tatiana Chernichka gewann eine Reihe von Wettbewerben und konzertiert regelmäßig mit namhaften Orchestern.

Die beiden Künstlerinnen treten seit zehn Jahren gemeinsam auf, was erwarten lässt, dass sie sich blind verstehen. Aber das zu lesen und es zu erleben, das ist zweierlei. Mendelssohns Sonate F-Dur erwies sich hierfür als herrliches Demonstrationsobjekt. Die Sonate entfaltet wunderbare romantische Stimmungspartien, teils weich und wohlig, teils melancholisch verschattet. Daneben enthält sie Gefühlsausbrüche, die sich in rasenden Läufen, sich überstürzenden Kaskaden und atemraubenden Abstürzen manifestieren. Musikalität und Virtuosität müssen eins werden, sonst ist hier nichts zu gewinnen. Und die beiden Musikerinnen begeisterten und bezauberten ihr Publikum restlos. Heidi Schmid entlockte ihrer Geige einen berückenden Klang, satt und singend, farbig und schmelzend bei den langsamen Partien, feurig und fordernd beim „Presto“. Tatjana Chernichka überzeugte durch hohe Anschlagskultur, durch eine Klangperlen ausschüttelnde rechte Hand und federnde Bässe aus der Linken. Sie beherrscht das Samtige, das Elegische wie das Eruptive und stürzt sich wie ihre Partnerin geradezu lustvoll in die Tonstrudel der gemeinsamen Läufe.

Die Mendelssohn-Sonate, das Herzstück des Konzerts, hatten die Musikerinnen zwischen ein Trio für Violine, Horn und Klavier von Frederic Duvernoy und das Scherzo aus dem Horn-Trio Es-Dur von Johannes Brahms gebettet. Der jugendliche Drang des Felix Mendelssohn-Bartholdy erhielt ein abgeklärtes Gegenstück aus der Feder des Grandseigneurs romantischer Musik.

Die große Abschlussveranstaltung findet am Sonntag, 5. November, um 16 Uhr, im Mindelsaal in Mindelzell statt. Einige Kinder haben in einem Workshop fleißig ein musikalisch-rhythmisches Theaterstück in Kooperation mit dem Tanzforum Damerau einstudiert. Dieses wird aufgeführt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wird die professionelle Percussiongruppe „Schlag3“ zusammen mit der Moderatorin Ingrid Hausl ein Kinderprogramm für die ganze Familie zur Aufführung bringen. (hli)

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