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11.02.2015

Vom Glück, eine Frau zu sein

Christa Striegel (links) und Marie-Luise Wank stellten das Programm der Krumbacher Frauentage vor.

Dritte Auflage der Veranstaltungsreihe Frauentage. Von Vorurteilen, Erziehungsfragen und zauberhaften Momenten

Was ist eine „starke“ Frau? Christa Striegel und Marie-Luise Wank überlegen eine Weile. Dann huscht ein Lächeln über das Gesicht von Christa Striegel. „Eine Frau, die ihren Mann steht – so hätte das früher wohl geheißen“, sagt sie dann. Das gehört wohl der Vergangenheit an. Aber diverse Vorurteile in der Männerwelt scheinen sich doch mit einer hartnäckigen Beharrlichkeit zu halten. Stichworte wie „Frau am Steuer“ oder „Frau und Technik“ usw. Und das in einer Zeit, in der es viele Frauen längst in führende Positionen geschafft haben, in der sich Frauen auf eine vielfältige Weise engagieren. Und in der eine Frau wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mit klaren Worten auf der Münchner Sicherheitskonferenz die – männlichen – „Verteidigungsexperten“ beeindruckt.

All das deutet die mögliche Themenfülle für eine Veranstaltung wie die jetzt wieder stattfindenden Krumbacher Frauentage an. Ist es ein „Glück“, eine Frau zu sein? Diese Frage steht bei der Eröffnungsveranstaltung mit Dr. Marianne Langhans, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie in der Krumbacher Raiffeisenbank (Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr) im Mittelpunkt. Organisiert werden die Frauentage von der Krumbacher Frauenunion. Die Frauentage finden heuer zum dritten Mal statt.

Wann wird eine Frau als „stark“, von ihren Mitmenschen als beeindruckend empfunden? Als Christa Striegel und Marie-Luise Wank das Programm der Frauentage vorstellen, fällt auch der Name Hedwig Lachmann. Der Geburtstag (29. August 1865) der Dichterin und Übersetzerin (unter anderem „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde jährt sich heuer zum 150. Mal. Die hoch gebildete, 1918 verstorbene Frau, würde heute wohl in vielerlei Hinsicht die Menschen beeindrucken. Wohl auch deswegen, weil wir bei Hedwig Lachmann einem bemerkenswerten Gleichklang von Schönheit und Bildung, auch Erfolg begegnen. Doch insbesondere in der nationalistisch aufgeladenen Atmosphäre des Ersten Weltkrieges schlug Pazifistinnen wie Hedwig Lachmann oft kalte Verachtung entgegen. Als rundum glücklich würden das widersprüchliche Leben Hedwig Lachmanns wohl nur wenige bezeichnen.

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Hedwig Lachmann hat das hinterlassen, was wir oft als „Werk“ bezeichnen. „Frauen am Werk“ heißt das Motto der Krumbacher Frauentage. Doch was ist das „Werk“? Der Beruf, die Familie, Kindererziehung, soziales Engagement? Moderne Formen der Kinderbetreuung in Tagesstätten haben die beruflichen Möglichkeiten für Frauen zweifellos verbessert. Aber was bedeutet das für die ganze Familie, für die Kinder? Welche Folgen haben die „Erziehungsmodelle“ unserer Zeit? Auch diese Frage greift Fachärztin Dr. Marianne Langhans in der Eröffnungsveranstaltung auf. Eine Rolle spielen wird diese Thematik auch, wenn es im Vortrag von Gardis Rosenthal, Leiterin der professionellen Schülernachhilfe im Pädagogischen Schülerzentrum, um „Schulprobleme“ geht (Montag, 2. März, 19.30 Uhr im Gasthof Munding).

Die buchstäblich schönen Seiten des Daseins einer Frau sollen bei den Frauentagen keineswegs zu kurz kommen. „Frauen & Schönheit“ heißt das Thema eines Vortrags der Fachärztinnen Dr. Ildiko Sugar und Dr. Julia Hartschuh (Freitag, 27. Februar, 18 Uhr, Ärztehaus, Gesundheitsweg). Und es gibt auch noch buchstäblich Zauberhaftes. Im „Zauberhaus“ von Zauberer und Bauchredner Perry Paul in Edenhausen können am Dienstag, 3. März, ab 19 Uhr Interessierte hinter die Kulissen blicken. Wohl kaum jemand kennt die Tricks von Perry besser als seine Frau Eve. Sie wird diesen „zauberhaften“ Abend führen. „Und zu allen Veranstaltungen sind natürlich auch Männer herzlich willkommen“, sagen Marie-Luise Wank und Christa Striegel.

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