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Krumbach

20.03.2015

Vom Luvo zum Mond

Popchorn Chorleiter Charly Schur (links) und Daniel Pain interpretieren zusammen „Satisfaction“im Wiedemanns Keller in Krumbach.

Liedermacher Daniel Pain zeigt in Wiedemanns Keller in Krumbach auch ein handgemachtes Musik-Video

Der Augsburger Singer-/Songwriter Daniel Pain gab im Krumbacher Wiedemanns Keller im Rahmen der Stubenmusik kürzlich ein Konzert. Das Publikum war mittendrin statt nur dabei.

Schummriges Licht flackert über die improvisierte Leinwand. Zwischen Boxen, Mikrofonen und dem Publikum erwacht auf der kleinen weißen Fläche mitten im Wiedemanns Keller ein liebevoll gezeichneter einsamer Wolf zum Leben. Begleitet von einer Eule, entflieht er seinem tristen Alltag. Wohin führt ihn seine Reise?

Mit diesem Höhepunkt eröffnete Daniel Pain die zweite Hälfte seines Stubenmusik-Konzertes. Während ein Beamer das animierte, vier Minuten lange Comicvideo auf eine Leinwand projizierte, spielte der Augsburger Singer-/Songwriter live das zugehörige Stück „Rainbow round the moon“. Die von Hand gezeichneten Figuren und Szenen hat er selbst mit einer kleinen Schar freiwilliger Helfer einzeln ausgeschnitten. Ein befreundeter Stop-Motion-Experte filmte dann die Szenen Bild für Bild ab. Ein beeindruckender handwerklicher Aufwand für ein Musikvideo.

Diese akribische Liebe zum Detail ließ Daniel auch im früheren Luvo (heute Wiedemanns Keller) erkennen. Besonders wörtlich nahm er das Konzept der Stubenmusik, Menschen zur Musik zusammenzubringen. Mehrfach forderte er das Publikum erfolgreich auf, Refrains mitzusingen oder einen Rhythmusteppich zu klatschen. In der Pause bat ein Zuhörer um die Eric Claptons „Leyla“ – ein Wunsch, den Daniel prompt erfüllte.

Der einsame Wolf überwindet auf seiner Reise einige Hindernisse: Er schwingt sich aufs Fahrrad, erklimmt Berge, hängt an einem Ballon und überquert einen See, bis er zu einer Rakete gelangt.

Auch Daniel ist schon etwas rumgekommen. Ein Jahr lang hat er in Schottland gelebt. Die Menschen dort haben sich immer sehr gefreut, wenn er Deutsch gesprochen hat. So kam es, dass er eines Abends in einem Pub einen Rap auf Deutsch vortrug. Und im Wiedemanns Keller musste dieser Rap als Zugabe dienen.

Daniels Anreise nach Krumbach war nicht ganz so spektakulär – schließlich ist er in Burgau aufgewachsen und kennt daher den Weg. Früher war er Teil der Krumbacher Band „Die Herren Polaris“. Nach den Proben landeten die Musiker seinerzeit häufig im damaligen Luvo: „Damals hätte ich nicht gedacht, mal solo hier vor so vielen Leuten zu spielen.“ Seine Frau Julia stammt aus Krumbach. Sie unterstützt Daniel bei einigen Stücken live am Keyboard.

Am Ende des Videos fliegt die Rakete den Wolf zum Mond. Unter dem Jubel einer Schar von Comic-Eulen gibt er mit seiner Band – den Moonwulves – ein Konzert. Wie die Wölfe und die Eulen im Video gemeinsam der Musik huldigen, so zelebrierten das auch Daniel Pain und seine Zuhörer.

Besonders einsatzfreudig zeigte sich Charly Schur (von Popcorn), der sich zu Daniel ans Mikrofon gesellte. Ein junger Singer-/Songwriter und ein Chorleiter in den besten Jahren verausgabten sich gemeinsam am Rolling Stones Klassiker „Satisfaction“. Ein Bild, das für diesen Abend symbolisch war: sich unabhängig von Alter und Persönlichkeit gemeinsam in der Musik verlieren. „Don´t wake me up to soon. There is a rainbow round the moon.“

Diese Worte aus Daniels Song wurden wahr. Man mochte nicht aufwachen. Lieber auf dem Mond bleiben. Nur noch für einen Song.

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