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Krumbach

09.01.2015

Von der Donau an die Kammel

Für Peter Wachter (rechts im Bild) war das Stubenmusik-Konzert in Wiedemanns Keller ein Heimspiel. Links Attila Tapolczai.

Folksongs beim Geburtstag der Stubenmusik in Wiedemanns Keller

Die Konzertreihe „Krumbacher Stubenmusik“ hat kürzlich mit einem Auftritt von Attila & Friends das einjährige Jubiläum im Wiedemanns Keller gefeiert.

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„I wanna be a folksong if I die“, singt der in Ungarn geborene Musiker Attila Tapolczai voller Inbrunst. Man glaubt ihm gerne, dass er nach seinem Ableben ein Folk-Lied sein möchte. Er und seine drei Mitstreiter haben an diesem Abend die volle Aufmerksamkeit des reichlich vorhandenen Publikums. Voller Hingabe begleiten Peter Wachter (Kontrabass), Manuel Hengge (Mandoline) und Hauke Iven Marquard (Geige) den 34-jährigen Attila. Der legt mit seiner Gitarre die Grundlage für die Songs zwischen Bluegrass und internationalem und irischem Folk.

Potenzial zur Unruhe und Zerstörung

Die Lieder erzählen Geschichten aus Attilas Leben. Geboren in Budapest, arbeitet er heute in Donauwörth und hält sich immer wieder gerne in Passau auf. All diese Städte liegen an der Donau – ein Fluss, der sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Auf dem mittlerweile siebten Studioalbum „Rivers“ greift Attila diese Affinität zu Flüssen auf. Das Werk beschäftigt sich mit dem Fluss als Sinnbild für das Dasein. Ruhig und harmonisch, aber auch mit dem Potenzial zur Unruhe, ja gar Zerstörung. Im Wiedemanns Keller in Krumbach spielte die Band natürlich auch einige dieser neuen Songs.

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Bevor Attila 2005 nach Augsburg kam, begann er seine musikalische Laufbahn mit der Punkband Hatosagilag Tilos, die in Ungarn mittlerweile eine feste Größe ist. In verschiedenen Besetzungen hat er schon unzählige Konzerte quer durch Europa gespielt. Die vielen Reisen haben offenbar seine Sinne für soziale Ungerechtigkeiten geschärft. Das Aufgreifen sozialkritischer Themen schlägt sich nicht nur in seinen eigenen Stücken nieder (beispielsweise „The Market“), sondern auch in der Auswahl der dargebotenen Folksongs und Traditionals.

Familiäre Verbindungen zum "Luvo"

Im Wiedemanns Keller gab die Band beispielsweise als eine der Zugaben das durch die Almanac Singers (Pete Seeger, Woody Guthrie) bekannte Stück „Round Round Hitlers Grave“ mit großer Spielfreude wieder.

Vor allem Peter Wachter am Kontrabass machte der Abend wohl sehr viel Spaß. Der gebürtige Krumbacher genoss es, in Wiedemanns Keller zu spielen. „Im Luvo hat mein Vater schon Schafkopf gespielt“, verriet er auf Facebook.

Man darf wohl behaupten, dass der Funke der Spielfreude von den Musikern auf das Publikum übersprang. Auch die Stubenmusik-Macher aus dem Umfeld des Vereins Subkult zeigten sich mit dem Jubiläumsabend sehr zufrieden. Selbstverständlich wurden inzwischen bekannte Rituale auch diesmal angewandt: So durften Attila und seine Mitstreiter die Stubenmusik-Ukulele signieren.

Das nächste Stubenmusikkonzert mit dem aus Freiburg stammenden Singer-/Songwriter Lukas Meister findet ausnahmsweise außerhalb des üblichen dreimonatigen Rhythmus’ bereits am 17. Januar statt.

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