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Sanierungsmaßnahmen werden geprüft

14.11.2014

Vorzeigeunternehmen muss Insolvenz anmelden

Ein Bild aus glücklichen Tagen vom Spatenstich für die neue Produktionshalle im Jahr 2008.
Bild: MN-Archiv

Die Gutmann Maschinenbau GmbH aus Aletshausen wird ihren Betrieb aber aufrecht erhalten

Aletshausen Insolvenz beantragen musste ein in dritter Generation alteingeführtes Vorzeigeunternehmen in Aletshausen: Die Gutmann Maschinenbau GmbH in Aletshausen. Wie unsere Zeitung gestern erfuhr, hat die Firma am Dienstag, 11. November, Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt. Laut Beschluss des Insolvenzgerichts wurde Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Hörmann, Partner der Kanzlei anchor Rechtsanwälte in Ulm, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Hörmann und sein Team haben bereits begonnen, gemeinsam mit der Geschäftsführung die Fortführung des Unternehmens sowie langfristige Sanierungsmaßnahmen zu prüfen. Weitere Beteiligte werden laut Mitteilung der Kanzlei eng in den Fortführungsprozess einbezogen. Bestehende sowie eingehende Aufträge zur Fertigung von Baugruppen für den Maschinen- und Anlagenbau sollen im Rahmen der Fortführung in gewohnt hoher Qualität bedient werden.

„Das Unternehmen verfügt über einen festen Kundenstamm und sehr hochwertige und gefragte Produkte. Der Maschinenpark und die 76 Mitarbeiter garantieren eine Produktion auf höchstem Niveau“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Sein Mann vor Ort ist Dr. Christian Sußner, der gestern in der Firma Gutmann war. Wir konnten mit ihm kurz sprechen. Er erklärte, dass seine Aufgabe zunächst einmal in der Massesicherung und der Stabilisierung des Geschäftsbetriebes der Firma liege. Es gelte Unsicherheiten auszuräumen bei den Arbeitnehmern, den Lieferanten und natürlich den Kunden. Den Insolvenzantrag zu stellen, sei nur fair gewesen, informierte Sußner, da Lohnzahlungen anstanden. Die können nämlich in Höhe des Nettobetrags dann von der Arbeitsagentur gedeckt werden. „Ein Insolvenzverfahren bedeutet noch lange nicht den Tod des Unternehmens, sonder ist eine Chance aus der Krise zu kommen, die man dann natürlich auch nutzen muss, so Sußner. Wie die Kanzlei anchor Rechtsanwälte weiter mitteilte, wird der Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren vollumfänglich fortgeführt. Vorhandene sowie neue Aufträge werden am Standort in Aletshausen bearbeitet. Parallel wird ein Investor für eine übertragende Sanierung gesucht.

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Auch mit Geschäftsführer Peter Gutmann sprachen wir: „Ein klares Statement von mir ist, dass die Gutmann Maschinenbau GmbH stabil ist und dass wir sie in gewohntem Umfang und gleicher Qualität fortführen werden zusammen mit Dr. Martin Hörmann. Die Auftragsbücher sind voll, wir sind voll ausgebucht und vor haben vom Herrn Hörmann auch den Rahmen bekommen, den Betrieb fortzuführen.“ Kunden und Lieferanten stünden nach wie vor zum Unternehmen, ebenso wie die Mitarbeiter.

Die Gutmann Maschinenbau GmbH fertigt hochwertige Präzisionsteile für namhafte Hersteller aus der Automobil-, Anlagen- und Luftfahrtindustrie. Erst im Januar hat unsere Zeitung von einem Großauftrag für Fassadenverkleidungen für das Apple-Firmengebäude in Kalifornien berichtet, den die Firma Gutmann an Land gezogen hat. Dies sei der größte Auftrag seit Bestehen des Unternehmens, hieß es damals. 2008 investierte das Unternehmen noch in den Bau einer neuen Produktionshalle mit über 2000 Quadratmetern für rund 3,5 Millionen Euro. Weil die Firma zu den 50 wachstumsstärksten Firmen in Bayern zählte, gab es 2007 die Auszeichnung „Bayerns Best 50“.

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