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Thannhausen

18.02.2015

Votivtafel von 1717 und Ausschellglocke in die Heimat zurückgebracht

Heimatvereinsvorsitzender Manfred Göttner (links) und Stadtpfarrer Hermann Drischberger enthüllten ein neues Ausstellungsstück des Thannhauser Heimatmuseums, eine Votivtafel von 1717.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Wie es der Heimatverein Thannhausen schaffte, zwei besondere Exponate an ihren Ursprungsort zurückzuholen.

Zwei neue und außergewöhnliche Ausstellungsstücke im Heimatmuseum Thannhausen präsentierte Manfred Göttner, Vorsitzender des Heimatvereins Thannhausen, im Rahmen einer Sonderveranstaltung. Es handelt sich um eine Votivtafel von 1717 und die Ausschellglocke von Josef Mayer, der bis 1948 Gemeindenachrichten mündlich an die Bürger weitergab. Vom Museum der Stadt Ulm war die Votivtafel der Anna Barbara Schneidenbachin an einen Antiquar in Ochsenhausen veräußert worden. Von dem erwarb sie der Apotheker Rudolf Mutschler.

Mit finanzieller Unterstützung durch den Kulturförderfond der Sparkasse Günzburg-Krumbach holte der Heimatverein die Tafel zurück an ihren Ursprungsort. Nach der aufwendigen Restaurierung soll sie einen exponierten Platz im Museum bekommen. Manfred Göttner referierte bei der erstmaligen öffentlichen Präsentation über die Bedeutung und Funktion von Votivtafeln sowie über die Nachforschungen des Vereins, ob die Tafel wirklich aus der Mindelstadt stammt und nicht aus einem der vielen gleichnamigen Orte. Votivtafeln sind öffentliche Dankbekundungen. Sie legen Zeugnis ab von einem gnadenhaften Geschehen, das eine Person aus einer Notlage rettete. Die Thannhausener Votivtafel zeigt die Ausfahrt der Anna Barbara Schneidenbachin mit ihren vier Kindern mit einem dreispännigen Pferdewagen und verweist auf einen schlimmen Unfall mit glimpflichem Ausgang.

Umfangreiche Recherchen im Steuerbuch der Grafen von Stadion und im Pfarrregister von Lengefeld in Sachsen ergaben, dass Anna Barbara Schneidenbachin 1716 mit ihren vier Kindern zurück an ihren Heimatort Thannhausen zog, nachdem ihr Gatte verstorben war. Kurzweilig, witzig und gehaltvoll informierte Herbert Rößle über die Ausschellglocke seines Großvaters Josef Mayer, die vermutlich bis 1948 in Gebrauch gewesen ist. Mit der 2,5 Kilogramm schweren Glocke machte der Ausscheller auf sich aufmerksam, bevor er Steuertermine, Straßendienste oder Holzversteigerungen als Mitteilungen der Gemeinde bekannt gab.

Rößle erinnerte an seinen Großvater als ein allseits beliebtes Thannhauser Original. Da der Großvater in vielerlei Funktionen für Thannhausen tätig war, als Gemeindearbeiter, Ausscheller, Verantwortlicher für die Gemeindewaage, Stierhalter von drei bis fünf Bullen und als Leichenwärter, konnte Rößle den Vortrag mit einer Fülle von lokalen Details und Anekdoten würzen.

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