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Prognose

14.11.2018

Wachstum stellt Krumbach vor Herausforderungen

Bei steigender Bevölkerung könnten in Zukunft die Plätze in der Kinderbetreuung knapp werden. Was die Stadt deshalb plant

Die Bevölkerung der Stadt Krumbach wächst und wächst. Seit 2012 ist die Einwohnerzahl um etwa 1000 auf heute rund 13500 Einwohner gestiegen. Die Kehrseite der Medaille: Auch die Infrastruktur muss mitwachsen. Für die Stadt stellt sich daher unter anderem die Frage nach dem künftigen Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen.

Hierzu haben Maria Dirr und Ruth Schaub von der Fachstelle für Jugendhilfe- und Bildungsplanung des Landkreises Günzburg am Montagabend dem Haupt-, Personal- und Werkausschuss verschie-dene Prognosen präsentiert. Berechnet wurden die Bevölkerungsentwicklung und die Prognose zur Entwicklung der Kindertagesbe-treuung nach dem Hildesheimer Modell, dem eine hohe Planungssicherheit und große Zuverlässigkeit der Planungsergebnisse attestiert wird.

Relevant für die Bevölkerungsprognose waren die Einwohnermeldedaten vom 31. Dezember 2017, altersspezifische Geburtenhäufigkeiten des Landkreises Günzburg sowie prognostizierte Sterbeziffern für Bayern. Berücksichtigt wurde zudem, dass die Zahl der Neugeborenen in der Stadt Krumbach im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen und das „Wanderungssaldo“ von 2015 bis 2017 für die Stadt Krumbach positiv ist, es gab also mehr Zu- als Wegzüge.

Prognostiziert wurde in drei Varianten bis zum Jahr 2042. Bei der ersten ging man von einer natürlichen Bevölkerungsentwicklung (ohne Berücksichtigung von Zu- und Wegzug), bei der zweiten von ausklingenden Wanderungen (Wanderung leicht verlangsamt) und bei der dritten von konstanten Wanderungen aus. Demnach sinkt die Bevölkerung bei natürlicher Bevölkerungsentwicklung von 13340 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) auf rund 12000 Einwohner, steigt jedoch bei Annahme von ausklingenden Wanderungen auf etwa 14200 und bei konstanten Wanderungen auf über 17000 Einwohner. Die Fachkräfte des Landratsamtes wiesen darauf hin, dass jede Kommune für sich selbst entscheiden müsse, welche Alternative sie für ihre Zukunftsplanungen hinzuziehen möchte.

Zur Prognose der Kindertagesbetreuung wurden für die Berechnungen neben den Einwohnermeldedaten Wahrscheinlichkeitsberechnungen sowie qualitative und pädagogische Empfehlungen herangezogen. Weiterhin wurde nach Empfehlung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales für die Krippen ein Puffer von zehn Prozent und bei den Kindergärten ein Puffer von 20 Prozent eingerechnet. Daneben muss die Kommune für ihre Zukunftsplanungen neben den reinen Daten weitere Aspekte wie zum Beispiel Belegungs- und Wartelisten, bisherige Erfahrungswerte, Elternbefragungen sowie Zielsetzungen der Kommune zur weiteren kommunalen Entwicklung in Betracht ziehen. Nach Prognose der ersten Rechnungsvarianten (natürliche Bevölkerungsentwicklung) würden der Stadt Krumbach bis zum Jahre 2027 für Kinder bis drei Jahre bis zu 30 Krippenplätze fehlen, bei konstanter Zuwanderung bis zu 51. Noch gravierender sehen die Zahlen bei den Drei- bis Sechsjährigen aus. Bei natürlicher Bevölkerungsentwicklung und einem Puffer von 20 Prozent wird ein Minus bis zu 113, bei konstanter Zuwanderung sogar ein Minus von 206 Kindertagesplätzen erwartet.

Eingehend auf die derzeitige Situation hinsichtlich Krippen- und Kindertagesplätzen in der Stadt Krumbach erläuterte Stadtkämmerer Hubert Bühler, dass im Bereich der Krippenplätze der Bedarf derzeit noch abgedeckt werden kann.

Es zeige sich zum einen, dass Eltern abwarten, wenn sie den Platz nicht da bekommen, wo es ihnen passt. Zum anderen besuchen mehr Kinder der Arbeitsstelle ihrer Eltern günstiger gelegene auswärtige Kindergärten, als Gastkinder hereinkommen. Eltern, die nicht auf eine tägliche Betreuung angewiesen sind, nehmen gerne auch zusätzliche Angebote wie z.B. die des Kinderschutzbundes wahr.

Bürgermeister Hubert Fischer erhofft sich von der durch das Landratsamt erstellten Prognose Hilfe-stellung und Sicherheit bei Rechtsstreitigkeiten. Ihm ist klar, dass mehr Einwohner eine erhöhte Nachfrage nach Wohnung, Kindertagesplätzen, Krippenplätzen und Schule mit sich bringen. Gerade bei der Stadt Krumbach stehen aber in den nächsten Jahrzehnten so hohe Investitionen in Bereichen wie Schule, Sportzentrum und Feuerwehr an, dass die Stadt weder finanziell noch personell in der Lage ist, alles auf einmal zu bewerkstelligen. Dies, hofft Fischer, müsse auch das Landratsamt einsehen. Gerade die seit Jahren zu beobachtende Bevölkerungszunahme beweise, dass die Stadt bereits viel Aufbauarbeit geleistet habe und durch die getätigten Investitionen in vielen Bereichen attraktiver geworden ist. Für Zweiten Bürgermeister Gerhard Weiß war es abschließend wichtig, dass die Daten in den nächsten Jahren weiter gepflegt und fortlaufend aktualisiert werden. Das sei der große Vorteil dieses Hildesheimer Modells, erklärten Dirr und Schaub, dass mit geringem Arbeitsaufwand durch die Veränderung nur weniger Faktoren alternative Planungsvarianten berechnet werden können.

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