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Niederraunau

02.12.2018

Waldmann führt Raunauer Handballer mit gebrochenem Finger zum Sieg

Raunaus Trainer Udo Mesch (links) gab in der Partie gegen Ottobeuren den Teamarzt: Mathias Waldmann hatte sich zu Beginn der Partie den linken kleinen Finger gebrochen. Dennoch machte er weiter.
Bild: Ernst Mayer

Mit gebrochenem Finger führt Mathias Waldmann den TSV Niederraunau zum überlegenen Sieg. Doch er ist nicht der einzige, der beim Landesligisten herausragt.

Zu selten brachte der TSV Niederraunau in dieser Saison die Leistung, zu der die Mannschaft im Stande ist. Deshalb war vor dem Landesligakracher gegen den Ex-Bayernligisten TSV Ottobeuren klar: Wollen die Raunauer Jungs etwas holen, müssen sie eine Topleistung bringen. Und was machen sie? Sie bringen diese Leistung. In einer phasenweise begeisternden Partie bezwangen die Raunauer Handballer den Topclub aus dem Unterallgäu im heimischen Schulzentrum mit 32:30. Nach einem überlegen geführten Spielverlauf wurde es am Ende zwar doch noch eng, die rund 350 Zuschauer hielt die Spannung nicht mehr auf ihren Plätzen. Umso größer war dann nach dem Abpfiff der Jubel auf dem Parkett.

Da war aber die Hiobsbotschaft des Sonntagmorgens noch nicht bekannt. Routinier Mathias Waldmann hatte sich bereits in der dritten Spielminute den kleinen Finger der linken Hand mehrfach gebrochen. Gleich nach seinem ersten Tor im ersten Angriff und dem Ausgleich der Gäste geschah die unglückliche Situation. Keiner konnte genau sagen, was passiert war. Nach einer Abwehraktion hielt sich der Rückraumspieler plötzlich die Hand. Aber Handballer sind hart im Nehmen. Zusammengeklebt mit dem Ringfinger kam Waldmann wieder auf das Feld, warf mit dem 3:1 gleich das nächste Tor und sollte am Ende mit sieben weiteren Treffern der beste Raunauer Torschütze der Partie werden. Gemeinsam mit Torhüter Maxi Jekle, der mit genähten Wunden an beiden Schienbeinen ins Spiel gegangen war, prägte Waldmann das Spiel.

Niederraunau zeigte sich in guter Form

Doch auch der Rest des Teams überzeugte. Björn Egger trat mit Selbstvertrauen auf, sorgte immer für Gefahr auf der rechten Seite. Lasse Sadlo mit der Doppelverantwortung am Kreis und im Mittelblock rackerte wie gewohnt. Der Spielführer Michael Thalhofer wollte da auch nicht abfallen, seine kämpferische Einstellung ist sowieso immer vorbildlich. Als im Rückraum nicht mehr so viel ging, wurde in der zweiten Hälfte vermehrt über Außen gespielt und Oliver Kiebler und Lukas Konkel machten dort die entscheidenden Tore. Und selbst Youngster Moritz Hegenbart, immer für einen Kracher aus dem Rückraum gut, jagte beim 27:22 den Ball in den Torwinkel. Auch die Struktur der Wechsel zeigte sich gefestigt. Immer wenn Sadlo eine Pause brauchte, ging Waldmann an den Kreis und Oliver Blösch auf die Spielmacherposition. Ein gelungener Schachzug von Trainer Udo Mesch, der so die Mannschaft weniger ausrechenbar machte.

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Der Raunauer Angriff startete überzeugend. Beim 7:2 durch Sadlo war bereits Distanz zwischen den Teams, die bis zum 12:7 durch Blösch erhalten blieb. Dann aber eine starke Phase der Gäste. Plötzlich waren sie bis auf 12:11 an Raunau dran. Konkel und Waldmann konterten und so blieb es beim Pausenvorsprung von 15:12.

Verdienter Sieg gegen Tabellensechsten der Handball-Landesliga

Alle rechneten irgendwo mit der Wende. Die Gelb-Schwarzen aus der Allgäuer Nachbarschaft hatten bereits vor zwei Wochen gegen Altenerding einen beinahe aussichtslosen Rückstand zu einem klaren Sieg verwandelt. Aber die Raunauer wankten nicht. Zwar hatten sie ihre liebe Mühe mit Rückraumspieler Michael Höbel und vor allem mit Rechtsaußen Karlo Tomic, der jetzt beinahe nach Belieben traf. Aber Waldmann, Kiebler und Konkel eben auch. Beim 24:17 in der 42. Spielminute glaubte das Team an die Sensation.

Nur Tomic wollte sich noch nicht geschlagen geben. Der Abstand wurde geringer. Michael Thalhofer machte das 29:25. Dann folgten wieder zwei Tore der Gäste. Kiebler überwand mit einem Heber Dino Zubac im Tor der Unterallgäuer. Aber es waren immer noch vier Spielminuten. Jekle hielt wieder überragend. Trotzdem mussten schon zwei Konkel-Tore her, um die beiden Punkte festzuhalten. 90 Sekunden vor Spielende war beim 32:29 endlich alles klar. Und die Jubelszenen konnten wenig später starten. (walp)

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