Newsticker
Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wird umfassend renoviert

Maria Vesperbild

09.01.2019

Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wird umfassend renoviert

Die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wurde in den Jahren 1754/56 erbaut. Sie wird jetzt grundlegend renoviert.
11 Bilder
Die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wurde in den Jahren 1754/56 erbaut. Sie wird jetzt grundlegend renoviert.
Bild: Peter Bauer

Die bekannte Kirche soll bis Mariä Himmelfahrt 2021 grundlegend erneuert werden. Welche Probleme es gibt und welche Arbeiten konkret anstehen.

Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart blickt immer wieder auf die Risse, den beschädigten Putz, den Turm, dessen Anstrich an zahlreichen Stellen grau geworden ist. Dann muss er doch kräftig durchschnaufen. „Das ist mein bislang schwierigstes Renovierungsprojekt“, sagt er. Seit Anfang 2018 ist er Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild, zuvor war er 30 Jahre Pfarrer und Dekan in Ebersbach im Ostallgäu. Unter seiner Regie wurden in dieser Zeit unter anderem drei Kirchen renoviert. Reichart, Jahrgang 1954, kennt sich also gut aus in Sachen Renovierungen. Aber eine Wallfahrtskirche – das ist eine neue Herausforderung für ihn. Nun ist er froh, dass die Planung steht, das Projekt konkrete Züge annimmt und es bald losgehen kann.

Nach Pfingsten soll mit der Renovierung des Turms begonnen werden, es folgen Außen- und Innenrenovierung. Bis Mariä Himmelfahrt des Jahres 2021 sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden. Baulich befinde sich die Kirche in einem sehr schlechten Zustand, hat die Wallfahrtsdirektion wiederholt betont. Die letzte große Innenrenovierung fand in den Jahren 1985/86 statt. Reichart rechnet mit Gesamtkosten in einer Höhe von rund 2,7 Millionen Euro. Er ist froh, dass es von der Diözese einen Zuschuss in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln gibt. Die Fachkräfte, die sich in Kürze in Maria Vesperbild ans Werk machen, stehen sozusagen vor einem ganzen Portfolio von Problemen: Marodes Mauerwerk, herabbröckelnder Putz, Fäulnis (beispielsweise massiv in der Turmhaube), morsches Gebälk, Probleme mit der Statik, Holzwurmbefall. Beim Gang durch die Kirche wird schon beim ersten Hinsehen offensichtlich, dass bei der Renovierung eine ganze Menge Arbeit bevorsteht.

Ausführliche Informationen zu Maria Vesperbild und seiner Wallfahrt:

Reichart betont, dass sein Vorgänger Wilhelm Imkamp (von 1988 bis 2017 Wallfahrtsdirektor) mit dem Bau des Pilgerhauses sowie der Neugestaltung des Umfeldes der Kirche und der Grotte viel auf den Weg gebracht habe. Aber nun sei die Zeit für eine grundlegende Kirchenrenovierung gekommen.

Auch der verschmutzte Turm der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild soll wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Bild: Peter Bauer


Die Renovierung des Turms soll im ersten Bauabschnitt über die Bühne gehen. Hier komme es vor allem auch darauf an, die Fäulnis in der Turmhaube zu beseitigen. Der Wallfahrtsdirektor hofft, dass die Arbeiten am Turm bis Herbst 2019 abgeschlossen werden können. Die Farbe bleibt, sie wird aber gründlich aufgefrischt. Im zweiten Abschnitt, voraussichtlich vom Frühjahr bis zum Herbst 2020, folgt dann die Außenrenovierung der Kirche. Unter anderem werden der Dachstuhl und das morsche Gebälk saniert. Bereits in diesem Abschnitt soll die Kirche auch im Inneren eingerüstet werden, um Besucher vor eventuell herunterfallendem Material zu schützen. Wer einen Blick Richtung Decke wirft, der kann erkennen, dass die Malerei des Künstlers Balthasar Riepp (1703 bis 1764) an verschiedenen Stellen notdürftig gesichert ist, damit nicht diverse Teile des Gemäldes nach unten fallen. Am Kirchenbau wird es deutliche Veränderungen geben. Unter anderem soll der zugemauerte frühere Westeingang wieder freigelegt werden, ebenso einige zugemauerte Fenster, es gibt Überlegung zur Neugestaltung des Altarraums und des Platzes für die Fatimamadonna.

Reichart blickt auf einen Bereich der Decke, auf dem bereits probeweise der neue Anstrich für den Innenraum aufgebracht ist. Helles Weiß als Grundton, darauf die verschiedenen Elemente in prachtvollen Farben. Schnell wird hier erkennbar, wie sehr der Innenraum im Lauf der Jahrzehnte nachgedunkelt ist und an wie vielen Stellen die Farbe ihre frische Ursprünglichkeit verloren hat. 2021 soll mit den Arbeiten im Inneren der Kirche begonnen werden. Reichart ist zuversichtlich, dass das Gesamtprojekt bis Mariä Himmelfahrt 2021 abgeschlossen ist.

Großveranstaltungen finden planmäßig statt

Trotz der Arbeiten könnten die Großveranstaltungen an Pfingsten und insbesondere an Mariä Himmelfahrt planmäßig stattfinden. Die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen könnten weiterhin in der Kirche stattfinden. Die Werktagsgottesdienste würden ins Pilgerhaus verlegt.

Immer wieder Risse im Mauerwerk von Maria Vesperbild.
Bild: Peter Bauer


Die Planungen für die Renovierung reichen bis ins Jahr 2010 zurück und nahmen jetzt konkrete Gestalt an. Ursprünglich gingen die Verantwortlichen von Kosten in einer Höhe von etwa drei Millionen Euro aus. „Das konnten wir dann aber doch deutlich reduzieren“, erklärt Reichart. Unter anderem fällt die zunächst geplante Fußbodenheizung für die Kirche weg. So wird jetzt mit 2,7 Millionen Euro an Kosten gerechnet. 1,4 Millionen gibt es als Zuschuss von der Diözese, weitere Zuschüsse in geringerem Umfang kommen von staatlichen Stellen noch hinzu. Übrig bleibt aber noch ein recht großer „Brocken“ von rund einer halben Million Euro, der noch abgedeckt werden muss. Der Wallfahrtsdirektor ist zuversichtlich, dass dies durch Spenden geschehen kann. An Spenden stünden für das Projekt bereits jetzt rund 140000 Euro zur Verfügung. So ist Reichart optimistisch, die Renovierung zu einem guten Abschluss zu bringen.

Reichart ist seit Anfang 2018 Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild. Lesen Sie dazu ein Interview mit Reichart zu seinem Amtsantritt:

Maria Vesperbild ist „keine autarke Insel“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren