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Krumbach

10.01.2020

Warum Angelika Hosser in Krumbach kandidiert

Bei der Versammlung im Gasthof Munding haben die Grünen Angelika Hosser (Fünfte von rechts) zur Bürgermeisterkandidatin nominiert. Ferner wurden die Stadtratskandidaten nominiert.
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Bei der Versammlung im Gasthof Munding haben die Grünen Angelika Hosser (Fünfte von rechts) zur Bürgermeisterkandidatin nominiert. Ferner wurden die Stadtratskandidaten nominiert.
Foto: Peter Bauer

Plus Ihr Entschluss reifte über die Weihnachtszeit. Welche Akzente sie setzen möchte und mit welchen Kandidaten die Grünen in die Krumbacher Stadtratswahl gehen.

Weihnachten, „zwischen den Jahren“: Das ist bekanntlich eine Zeit, in der nicht selten Entschlüsse reifen, die lebensverändernd sein können. Auch bei Angelika Hosser ist das so gewesen. In Krumbach für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren: „Es war ein Weihnachtsentschluss“, sagt die 53-jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Damit sind es mit Amtsinhaber Hubert Fischer (Jungen Wähler/Offene Liste) und 2. Bürgermeister Gerhard Weiß (CSU) jetzt drei Kandidaten für die Krumbacher Bürgermeisterwahl. Angelika Hosser ist die zweite Frau, die (nach Dr. Ulrike Seifert-Kraus, SPD, 2008) in Krumbach Bürgermeisterin werden möchte. Doch eine Premiere ist, dass eine Kandidatin für die Grünen kandidiert und die Grünen mit einer eigenen Stadtratsliste bei der Kommunalwahl antreten, die bei der jüngsten Versammlung im Gasthof Munding zusammengestellt wurde.

Lesen Sie zur Bürgermeisterwahl in Krumbach und Thannhausen auch unseren Kommentar:

So geht Demokratie!

Die Grünen möchten sich als Partei im Landkreis Günzburg gewissermaßen flächendeckend etablieren. Einer der maßgeblichen Organisatoren ist dabei der in Niederraunau aufgewachsene Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer (32), der auch einer der Kreisvorsitzenden der Grünen ist – und im März bei der Landratswahl kandidiert. Im Zuge dieser Entwicklung wurde im vergangenen Mai auch ein Grünen-Ortsverband in Krumbach gegründet. Vorsitzende sind Angelika Hosser (sie ist Inhaberin einer Werbeagentur) und Ulrike Kühner, die bei der Krumbacher Stadtverwaltung beschäftigt ist. Nach Auskunft von Angelika Hosser zählt der Ortsverband mittlerweile rund 20 Mitglieder.

Warum nun ihre Kandidatur fürs Bürgermeisteramt? Die Grünen sehen die Kandidatur von Angelika Hosser als klare Alternative zu Bürgermeister Hubert Fischer. Immer wieder ist in den Gesprächen bei der Versammlung im Gasthof Munding herauszuhören, dass die Grünen Gerhard Weiß von der CSU nicht als diese klare Alternative zu Fischer sehen. Zu sehr verbunden sei ihr gemeinsamer politischer Weg über viele Jahre hinweg. Zudem habe sich der Eindruck verfestigt, dass Weiß mit Nachdruck gebeten worden sei, zu kandidieren, nachdem es der Krumbacher CSU nicht gelungen sei, über eine externe Suche einen Kandidaten zu finden.

So sehen sich nun die Grünen selbst mit der Kandidatur von Angelika Hosser als „klare Alternative“. Zudem stehe es Krumbach gut an, wenn eine Frau bei der Bürgermeisterwahl ins Rennen gehe. Wie sieht Angelika Hosser ihre Chancen? „Das ist nicht einschätzbar“, erklärt sie im Gespräch. Aber deutlich wird in der Versammlung auch, dass es bei den Grünen durchaus einen gewissen Optimismus gibt, dass es Angelika Hosser womöglich in eine Stichwahl schaffen könnte. Diese gilt, nachdem es nun drei Kandidaten gibt, als durchaus wahrscheinlich. Die Kandidatur von Angelika Hosser stehe Krumbach „gut zu Gesicht“ betonte der Wahlleiter des Abends im Gasthof Munding, Maximilian Deisenhofer.

Krumbach klimaneutral gestalten

Wichtig sei es für die Grünen, wie Angelika Hosser erklärt, bei dieser Wahl „Farbe zu bekennen“. Krumbach klimaneutral zu gestalten, das sei ein wesentliches Ziel. Dazu könne auch ein intelligentes Verkehrskonzept betragen, das die Belange von Fußgängern, Radlern und motorisierten Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt berücksichtige. Sie spricht unter anderem von der Möglichkeit des Car-Sharings und einer klimafreundlichen Modernisierung des städtischen Fuhrparks. Um eine Lösung für die Weiterentwicklung des Schul- und Sportzentrums zu finden, schlägt sie eine Klausur des Stadtrates nach der Wahl vor.

Ähnlich wie bei Hubert Fischer und Gerhard Weiß (beide sind ebenfalls 53 Jahre alt) ist das Leben von Angelika Hosser intensiv mit Krumbach verbunden. Sie ist am 28. März 1966 in Krumbach geboren, verheiratet und hat eine 21-jährige Tochter. Sie besuchte das Ringeisen-Gymnasium Ursberg. Nach ihrer Ausbildung zur Grafikerin arbeitete sie in verschiedenen Werbeagenturen, 1997 machte sie sich mit einer Werbeagentur in Krumbach selbstständig. Ehrenamtlich ist sie vielen durch ihr Engagement in der Werbegemeinschaft oder auch im Weltladen bekannt. Im Gasthof Munding wurde sie einstimmig (16 Stimmberechtigte waren anwesend) gewählt.

Angelika Hosser kandidiert auch auf Platz 1 der Liste der Grünen für den Stadtrat. Die ersten acht Kandidaten der Liste wurden einzeln gewählt. Die weiteren acht Kandidaten im Block. So gehen die Grünen mit insgesamt 16 Kandidaten ins Rennen. Der Krumbacher Stadtrat zählt bekanntlich 24 Mitglieder. Aus diesem Grund werden die ersten acht Kandidaten auf der Liste doppelt genannt. Damit wird, wenn jemand die Liste der Grünen ankreuzt, keine Stimme „verschenkt“, wie dies Deisenhofer formulierte. Nach den Statuten der Grünen ist für Platz 1 eine Frau vorgesehen. Co-Ortsvorsitzende Ulrike Kühner sprach von einer „tollen Liste“, mit der die Grünen „Schwung und Elan“ in die Stadtpolitik bringen möchten.

Die Stadtratsliste der Grünen:

1. Angelika Hosser, (53, Inhaberin einer Werbeagentur).

2. Michael Thalhofer (33, Wirtschaftsmathematiker).

3. Daniela Pauker (39, Bildungsreferentin).

4. Heinz Weber (40, Sparkassen-Fachwirt/Immobilien-Fachwirt).

5. Sarah Settele (31, Rechtsanwältin).

6. Christoph Weber (36, Altenpfleger).

7. Charlotte Marsch (62, Export-Sachbearbeiterin).

8. Albrecht Winter-Winklmann (59, Sozialpädagoge).

9. Serife Ötztürk (37, Altenpflegerin).

10. Wolfgang Schweiger (61, Architekt).

11. Brunhilde Konrad-Wagner (58, Diplom-Ökotrophologin).

12. Stefan Pauker (41, Diplomingenieur/FH).

13. Christine Goßner (54, Betriebsleiterin).

14. Robert Liebenberg (48, Geschäftsführer).

15. Julia Winter (18, Auszubildende zur Bürokauffrau).

16. Sophia Rosenberger (23, Studentin).

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