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Krumbach/Thannhausen

11.11.2019

Warum Krumbach und Thannhausen weiter wachsen

Rege Bautätigkeit im Gebiet Beatussteig in Thannhausen.
3 Bilder
Rege Bautätigkeit im Gebiet Beatussteig in Thannhausen.
Foto: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Die Einwohnerzahlen sind deutlich gestiegen und die Tendenz ist: weiter steigend. Das stellt die beiden Städte aber auch vor neue Herausforderungen.

Wenn der Krumbacher und Thannhauser Bürgermeister über den aktuellen Bevölkerungsanstieg in den beiden Städten spricht, dann klingt immer wieder auch ihr Erstaunen über diese Zahlen durch. Krumbach hat inzwischen etwa 13700 Einwohner, Thannhausen rund 6500. Tendenz: steigend! Dabei ist es noch gar nicht lange her, da wurde beiden Städten klar prognostiziert, dass die Einwohnerzahl sinken wird.

Warum jetzt dieser Anstieg? Krumbach und Thannhausen haben in den letzten Jahren neues Bauland ausgewiesen, zudem wird der Lebensunterhalt in den Großstädten zunehmend teuer. Beide Städte haben den Ruf der Familienfreundlichkeit, sowohl Krumbach als auch Thannhausen unternehmen derzeit große Anstrengungen, eine ausreichende Zahl von Plätzen in Kindertagesstätten zur Verfügung zu stellen (wir berichteten). Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz berichtet von seinen regelmäßigen Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern. Wenn die Firmen neue Mitarbeiter suchen, dann steht sehr schnell auch die Frage nach den Wohnmöglichkeiten vor Ort und nach der Versorgung mit Kita-Plätzen im Vordergrund.

Weitere Informationen zur Stadtentwicklung in Krumbach und Thannhausen finden Sie hier:

Wo Krumbach neue Kita-Plätze einrichtet

Gebühren für den Kindergarten festgelegt

Gute Perspektive für Thannhausen

Neue Kita für Thannhausen nimmt Gestalt an


Krumbach hat in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen neues Bauland ausgewiesen wie etwa im früheren Einsle-Areal. Im Bereich Hopfenweg/Ecke Ziegelweg wird von der Stadt Krumbach ein neuer Komplex mit 21 Mietwohnungen errichtet. Vergleichbar ist die Entwicklung in Thannhausen mit dem Baugebiet Beatussteig und dem Bau von 18 Wohnungen durch die Wohnbaugesellschaft (eine 97-prozentige Tochter der Stadt) im Birkenweg. In Krumbach und Thannhausen wird bei der Bebauung innerorts „nachverdichtet“, wie das in der Fachsprache heißt. In beiden Städten zeichnet sich ab, dass der Zuzug von außen offenbar anhält. Und dies stellt beide Städte vor durchaus beachtliche Herausforderungen. Denn für eine wachsende Stadt muss auch die entsprechende Infrastruktur (Straßen, Erschließung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Schulen, Seniorenversorgung usw.) bereitgestellt werden. Und das kann durchaus eine richtige „Herkulesaufgabe“ sein.

Zunehmend in den Blickpunkt gerät das Thema Kita-Plätze. In Krumbach gibt es eine neue Gruppe im evangelischen Kindergarten, neue Kita-Plätze werden im Ortsteil Niederraunau eingerichtet. In Thannhausen beispielsweise soll bald im ehemaligen Landschulheim eine dritte Kindertagesstätte eingerichtet werden. In der neuen Kindertagesstätte wird Platz für jeweils zwei Kindergarten- und Kinderkrippengruppen geschaffen. Im September 2020 soll die neue Kindertagesstätte ihren Betrieb aufnehmen. Die Innenstadtplanung wird für die Stadtentwicklung zunehmend zu einem zentralen Thema. Krumbach arbeitet seit einigen Jahren mit dem Fachbüro Cima (unter anderem mit einer Niederlassung in München) zusammen. Für Thannhausen hat diese Aufgabe vor rund einem Jahr der 27-jährige Markus Thienel als Citymanager übernommen. Für den Herbst war unter anderem eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Innenstadtentwicklung vorgesehen. Doch wie Bürgermeister Schwarz mitteilt, hat Thienel inzwischen gekündigt.

Für die Stadt war er halbtags tätig. Thienel habe mittlerweile eine Ganztagsstelle gefunden. Das sei für ihn persönlich natürlich eine Verbesserung und so habe er Verständnis für Thienels Schritt, sagt Schwarz. Aber zusammen mit dem „Forum Innenstadt Thannhausen“ (eine Gesellschaft, in der neben der Stadt unter anderem auch verschiedene Thannhauser Firmen vertreten sind) müsse man nun eine neue Lösung für die Innenstadtentwicklung suchen. Denkbar sei für Thannhausen auch ähnlich wie in Krumbach die Zusammenarbeit mit einer externen Fachfirma. Sowohl Schwarz als auch sein Krumbacher Amtskollege Fischer gehen davon aus, dass die Bevölkerung in den Städten weiter wachsen wird. Fischer hat bereits vor einigen Monaten angedeutet, dass die Entwicklung der Krumbacher Einwohnerzahl in Richtung 15000 gehen könnte. Und das stellt die Prognosen, die es noch vor einigen Jahren gab, schlichtweg auf den Kopf.

Die Einwohnerzahlen in Krumbach und Thannhausen in der Übersicht:

Krumbach

1939: 3750 Einwohner.

1946: 5837. Ähnlich wie in anderen Kommunen in der Region stieg die Zahl der Einwohner in Krumbach infolge der Ankunft zahlreicher Heimatvertriebener rasch an.

1971: 9401 (unmittelbar vor der Gebietsreform und der Eingliederung der Ortsteile Hohenraunau, Billenhausen, Edenhausen, Attenhausen und Niederraunau).

1978: 11 836 (nach Vollendung der Eingliederungen).

2005: 12 850 (der bisherige Höchststand).

2012: 12 512 Einwohner – ein leichter Rückgang. Und die Prognose war, dass sich diese Tendenz fortsetzt.

Aktuell: In Krumbach waren es zuletzt laut Bürgermeister Fischer etwa 13 700 Einwohner. Er schließt nicht aus, dass die Zahl auf 15 000 steigen könnte.

Thannhausen

1939: Hier waren es laut Thannhauser Heimatbuch (Bronnemaier, 1955) bei der Zählung 2129 Einwohner.

1948: Thannhausen hatte 3509 Einwohner. Auch in Thannhausen macht sich die Ankunft zahlreicher Heimatvertriebener bemerkbar.

2011: In diesem Jahr wurden 5925 Einwohner gezählt. Wie für Krumbach lautete auch für Thannhausen die Prognose, dass die Zahl sinkt.

2016: Die Zahl war auf 6095 Einwohner gestiegen.

Aktuell: Rund 6500 Einwohner leben in Thannhausen.

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