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Kirche

18.04.2019

Warum „Mannsbilder“ in St. Michael ministrieren

Ehemalige und aktive Ministranten von St. Michael in Krumbach feiern gemeinsam Messe.
Bild: Andreas Keilholz

Generationenübergreifendes Treffen der ehemaligen und aktiven Ministranten

Ein durchaus ungewohntes Bild bot sich den Gottesdienstbesuchern der Samstagabendmesse in St. Michael: Messdiener im Altarraum, die den Pfarrer an Körpergröße überragen? Das ist nichts Ungewöhnliches. Dass es aber auch erkennbar Erwachsene sind, „gestandene Mannsbilder“ zumeist, noch dazu in großer Zahl, das fällt jedem sofort auf, als die Ministranten in Prozession in die Kirche einziehen. Was ist da los?

Ein Ministrantentreffen der besonderen Art ereignete sich am vergangenen Samstag in der Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael. Viele waren gekommen, teilweise von weit her. Denn eingeladen waren all diejenigen, die irgendwann einmal in ihrem Leben als Ministrant oder Ministrantin ihren Dienst in der schönen Rokokokirche taten. Die Altersspanne der ehemaligen und aktiven Ministranten reicht dabei aktuell von 9 bis 97 Jahre. Manche von den „Ehemaligen“ nahmen das Angebot gerne an, wieder einmal das Chorgewand überzustreifen. So waren insgesamt 43 Ministranten und Ministrantinnen, die in den letzten 88 Jahren ihren Dienst am Altar in der Stadtpfarrkirche leisteten, der Einladung gefolgt und feierten - teilweise ministrierend - gemeinsam Messe.

„Der Dienst am Altar in dieser Kirche ist und war es, was uns alle verbindet. Dies über mehrere Generationen hinweg zu erfahren und zu spüren, hat schon etwas. Manche tiefe Religiosität, intensive, dauerhafte Verbundenheit mit diesem Gotteshaus und dieser Pfarrgemeinde sowie manch lebenslanges Engagement sowie die Übernahme von Verantwortung für Kirche und Gesellschaft wurden in dieser Ministrantenzeit grundgelegt.“ Das, was die Organisatoren, Mesner Gerhard Heinisch und Wolfgang Schiersner, in ihrem Einladungsschreiben formuliert hatten, prägte denn auch diese Begegnung, die nun bereits zum dritten Mal stattfand.

Eröffnet wurde das Treffen von Hauptzelebrant Pfarrer Richard Harlacher, der von 1961 bis 1967 Kaplan in Krumbach war. Zusammen mit Stadtpfarrer Josef Baur und dem ehemaligen Ministranten und heutigen Wiggensbacher (Allgäu) Pfarrer Andreas Demel, feierten sie diese besondere Samstagabendmesse. Während seines Grußwortes bemerkte Pfarrer Harlacher, dass sich unter die jungen Messdiener an diesem Abend „gestandene Mannsbilder“ und junge Damen gemischt hätten. „Früher war es üblich, dass nur Jungen am Altar dienten. Erst später kamen die Mädchen dazu, die heute sogar die Mehrheit am Altar bilden“, erläuterte er. Bei seiner im Anschluss angebotenen theologischen Kirchenführung konnte Stadtpfarrer Baur den Ministranten - obwohl doch längst scheinbar vertraut mit ihrem Gotteshaus - einige noch nicht bekannte „Geheimnisse“ der Kirche „verraten“. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im Haus St. Michael kamen Alt und Jung in gemütlicher und geselliger Runde zusammen. Der generationenübergreifende Austausch sowie Anekdoten und alte Geschichten standen dabei im Mittelpunkt, Fotos der früheren Ministrantenzeit der 60er Jahre in St. Michael, präsentiert und kommentiert vom ehemaligen Kaplan Harlacher, sorgten für manches „Aha-Erlebnis“ und ein mitunter wehmütiges Schmunzeln in den Gesichtern. (pm)

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