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Deisenhausen

23.01.2021

Warum die Kita Deisenhausen zur „schweren Geburt“ wird

Der neue Kindergarten westlich der Grundschule ist beschlossene Sache. Über Details wird noch gerungen.
Bild: Emil Neuhäusler

Plus Wie der Fahrplan für die Kita in Deisenhausen nach den Entwicklungen in Wiesenbach, Ebershausen und Breitenthal aussieht.

Die Planung des neuen Kindergartens in Deisenhausen ist ganz offensichtlich eine schwere Geburt. In der Gemeinderatssitzung kristallisierte sich heraus, dass der neue Kindergarten nun auf zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe ausgelegt wird. Dabei lagen im Jahr 2019 bereits Entwurfsplanungen für drei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen vor. Was ist inzwischen passiert?

Die Gemeinden Wiesenbach und Deisenhausen betrieben bis dato einen dreigruppigen gemeinsamen Kindergarten in Unterbleichen. Belegt war dieser mit etwas mehr als 40 Kindern aus Deisenhausen und etwa 25 Kindern aus Wiesenbach. Um Kosten zu sparen und den Rechtsanspruch der Eltern, insbesondere auf Krippenplätze, abzudecken, beschlossen 2019 die Gemeindegremien von Breitenthal sich mit 5,7 Kindern und von Ebershausen mit 4,2 Kindern an der neu zu bauenden Kinderkrippe in Deisenhausen zu beteiligen. Mit Wiesenbach und Deisenhausen zusammen wären dann insgesamt zwei Krippengruppen notwendig geworden.

Inzwischen fanden Kommunalwahlen statt, und die Bürgermeister und Gemeinderäte bewerteten die Situation der Eltern und Kinder in ihren Gemeinden neu. Der Gesichtspunkt der Sparsamkeit trat hinter pädagogischen Argumenten und der elternfreundlichen Standortnähe zurück.

Wiesenbach baut einen eigenen Kindergarten

Wiesenbach baut einen eigenen Kindergarten, Ebershausen eine eigene Kinderkrippe und die Gemeinde Breitenthal hat, wie Deisenhausens Bürgermeister Bernd Langbauer erklärte, in ihrem zweigruppigen Kindergarten so viel Platz frei, dass angedacht wird, die Krippenkinder in den Kindergarten zu integrieren. Damit kann sich Deisenhausen beim Neubau ab sofort auf ihre eigenen Kinder konzentrieren.

Dass ein Neubau mit zwei Kindergartengruppen und einer Krippengruppe ausreicht, erläuterte Bürgermeister Langbauer anhand der vom Landratsamt Günzburg neu berechneten Bedarfszahlen nach dem sogenannten Hildesheimer Modell. Demnach bleibt bis etwa 2040 ein konstanter Bedarf an neun Krippen- und 45 Kindergartenplätzen. Dafür reichen zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe aus. Letztere wird für 15 Kinder eingerichtet, sodass noch Reserve bleibt oder im Bedarfsfall doch Kinder aus Breitenthal aufgenommen werden könnten.

Wo die Kosten für den Neubau liegen

Die Kosten für den Neubau (ohne Einrichtungen und Außenanlagen) werden auf rund drei Millionen Euro hochgerechnet. An staatlichen Zuschüssen seien, nach der momentanen Rechtslage, rund 50 Prozent zu erwarten, wusste Bürgermeister Langbauer. Noch nicht abschließend geklärt ist, was mit dem zweiten bereits in die Entwurfsplanung aufgenommen Krippengruppenraum geschieht. Eine Alternative wäre, dass er zum Personalraum umfunktioniert wird. Die andere wäre, den Personalraum in das Obergeschoss zu legen und den frei-werdenden Raum als Hort für die Grundschule zu nutzen.

Die Realisierung des Hortes käme auf zusätzlich 600000 Euro, etwa 150000 Euro gäbe es als Zuschüsse. Da ab 2025 wohl, wie Bürgermeister Langbauer andeutete, den Eltern und Kindern einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung zustehen wird, fand die Idee des Hortes im Gemeinderat Gefallen.

Was mit dem Schulverband abzuklären ist

Bürgermeister Langbauer wurde beauftragt, mit dem Schulverband abzuklären, ob dieser bereit wäre, den Hort, wenn er im Zuge des Kindergartenneubaus miterrichtet würde, für die Ganztagsbetreuung anzumieten. Wenn das geklärt ist, wird der Gemeinderat das endgültige Raumprogramm für den neuen Kindergarten beschließen. Auf Nachfrage eines Gemeinderates erklärte Gemeinderätin und gleichzeitig Kindergartenleiterin Jennifer Dreier, dass sie und das Kindergartenpersonal ausreichend in die Planungen mit eingebunden würden. Auch hätten sie schon eine Reihe von neuen Kindergärten besichtigt, um die dortigen Erfahrungen in die Planung mit einbringen zu können.

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