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17.03.2009

Warum ihn Gemüse zum Mädchen für alles machte

Thannhausen Die Mittelschwäbischen Nachrichten sind schuld: Weil das Gemüse von zu Hause in die Heimatzeitung eingewickelt war, wurde Josef Schantini vor 33 Jahren auf die Anzeige für die Hausmeister-Stelle an der Thannhauser Hauptschule aufmerksam. Er bewarb sich und wurde genommen. "Ich habe es nie bereut", sagt er. Ende November geht er in den Vorruhestand. "Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen", sagt Schantini, der vergangene Woche seinen 60. Geburtstag feierte. "Es wird schon ein wenig komisch sein."

In den ersten Wochen seines neuen Lebensabschnitts wird vermutlich gegen 5.30 Uhr die Unruhe in ihm aufsteigen. Um diese Zeit muss er normalerweise auf dem Schulgelände sein, um Schnee zu räumen. Aber normalerweise gibt es in einem halben Jahr nicht mehr.

Schantini wird im Ruhestand seinen Söhnen Daniel und Jürgen zur Hand gehen oder sich mit der Enkeltochter Selina beschäftigen. Vielleicht geht er auch Eisstockschießen. Auf jeden Fall bleibt der gebürtige Aletshauser in Thannhausen - die Stadt mit der Hauptschule an der Mindel ist ihm ans Herz gewachsen. Die Schüler auch. "Es heißt immer, die Hauptschule hätte einen schlechten Ruf. Das stimmt aber gar nicht", sagt er. "Früher waren die Kinder nicht besser oder schlimmer als heute. Rabauken hat es 1976 genauso gegeben wie heute." Schantini muss es wissen. Schließlich kennt er die Entwicklung der Thannhauser Schule seit der Geburtsstunde. Auch Streiche hat es schon immer gegeben. Und wenn jemand zu "aufmotzig" wurde, wie Schantini arge Rabauken beschreibt, dann wurde er nachmittags zum Nachsitzen zitiert. Das heißt: Dem Hausmeister helfen, ein Klassenzimmer umzuräumen, zu kehren oder im Herbst Laub zu rechen.

Praktisches Nachsitzen

Die Arbeit ist offenbar gut angekommen: Einmal stand ein Schüler vor Schantini, der freiwillig mit anpacken wollte. "Kann ich Ihnen helfen?", fragte er. Der Hausmeister freute sich und wollte seinerseits wissen, welche Aufgabe er denn gerne übernehmen würde. Ganz spontan sagte der Jugendliche: "Am liebsten würde ich Bulldog fahren."

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