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Was eine Wahl entscheiden kann

Was eine Wahl entscheiden kann
Kommentar Von Peter Bauer
27.12.2019

„Große Themendiskussionen“ gibt es bislang kaum im Kommunalwahlkampf. Doch die Wahl im Frühjahr wird einen bemerkenswerten Personalwechsel bringen. Was bei der Wahl entscheidend sein kann.

Nominierungsversammlung, noch eine und noch eine ... Die „Kandidatenfindung“ für die Kommunalwahl hat zuletzt unsere Berichterstattung geprägt. Nun ist es noch einmal still geworden, bevor es dann wohl ab Mitte Januar gewissermaßen so richtig in den Wahlkampf geht. Doch welcher „Wahlkampf“? Bemerkenswert ist, dass sich Themen, bei denen Meinungen in kontroverser Härte aufeinanderprallen, gegenwärtig kaum abzeichnen. Allenfalls die Debatte um die Zukunft des Sportzentrums hat in Krumbach bislang ein gewisses „Aufregerpotenzial“. Aber: Arbeitsplätze sichern, Kita-Plätze schaffen, die Digitalisierung vorantreiben, moderne, ökologisch verträgliche Verkehrskonzepte auf den Weg bringen oder auch die medizinische Versorgung weiter verbessern: All das wird sich mehr oder weniger wohl in allen Wahlprogrammen finden. Und der Wähler wird sozusagen tief einsteigen müssen, um die Unterschiede zu entdecken.

Was die Wahl derzeit vor allem spannend macht, ist der personelle Wechsel. Bei der Landratswahl tritt Amtsinhaber Hafner nicht mehr an, satte fünf Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge. Bei den Bürgermeisterwahlen kandidieren viele langjährige Amtsinhaber nicht mehr. Stellvertretend seien hier Robert Hartinger (Münsterhausen), Herbert Kubicek (Ebershausen) und natürlich Georg Schwarz ( Thannhausen) genannt.

Spannende Wahl in Thannhausen

Ja, Thannhausen. Nicht wenige bezeichnen die hier anstehende Bürgermeisterwahl als die spannendste des Landkreises. Nicht die großen, kontroversen Themen haben sich dabei bislang in den Focus geschoben. Es sind vielmehr die Bewerber, die in ihren Persönlichkeiten unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Altersspektrum reicht von 37 Jahren (Stadtrat Alois Held, CSU) bis 60 Jahre (2. Bürgermeister Peter Schoblocher, FW). Dazwischen Carsten Pothmann, 55, Grüne, neu in der politischen Szenerie Thannhausens.

Was eine Wahl entscheiden kann

Thannhausen und Krumbach: Deutlicher könnte der Gegensatz bei einer Bürgermeisterwahl kaum sein. In Krumbach hat sich der langjährige 2. Bürgermeister Gerhard Weiß (CSU) dann doch noch zu einer Kandidatur gegen Amtsinhaber Hubert Fischer (JW/OL) bereit erklärt. Aber das Wort „Gegenkandidat“ meidet er, Weiß und Fischer (beide 53) sind fast gleich alt und sie verbindet bei allen mitunter großen Unterschieden im persönlichen Temperament ein in hohem Maß paralleler Lebensweg. So ist es keine Überraschung, dass sich bei der Krumbacher Bürgermeisterwahl das, was man als „politisches Duell“ bezeichnet, bislang nicht wirklich abzeichnet.

Die politische Kultur wird weniger berechenbar

Doch auch auf kommunaler Ebene ist die politische Kultur unberechenbarer geworden. Die Diskussion um die Ansiedlung eines Müller-Marktes und die Auswirkungen auf das Krumbacher Stadtbild deutete zuletzt an, wie eine solche Debatte quasi fast aus dem Nichts unvermittelt vehement an Fahrt aufnehmen kann.

Zusammenhänge verständlich erklären, Bürger frühzeitig informieren und in wegweisende Entscheidungen einbinden: Das wird für Kommunalpolitiker mehr denn je ein tragendes Thema sein. Es kann, gerade, wenn es die großen inhaltlichen Auseinandersetzungen nicht gibt, wahlentscheidend sein.

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