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Aichen

11.09.2018

Wehmütiger Abschied in Aichen

Nach dem letzten Gottesdienst von Carl Rademaker stellten sie sich die Vertreter der Kirchengremien zu einem Erinnerungsbild (von links): Pastoralrats-Vorsitzender Lorenz Schmid, Karin Stötter, Brigitte Langenmaier, Franz Dempf, Pfarrer Rademaker, Werner Scherer, Georg Schnatterer und Regina Frei.
Bild: Karl Kleiber

Drei Pfarreien sind beim letzten offizielle Gottesdienst des langjährigen Seelsorgers Carl Rademaker vertreten.

Carl Rademaker ist zwar erst 60 Jahre alt, aber seine langjährigen körperlichen Beschwerden ließen es nicht mehr zu, dass er die Pfarreien Sankt Ulrich Aichen, Sankt Georg Memmenhausen und Sankt Peter und Paul Obergessertshausen weiter seelsorgerische betreuen konnte. Nun verabschiedete er sich nach 26 Amtsjahren und ging in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Domizil im Pfarrhof von Memmenhausen hat er nun in sein Haus an der Pfarrer-Bobinger-Straße von Aichen verlegt.

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Carl Rademaker ist kein Mensch, der von sich viel Aufhebens macht, er gehört eher zur stillen und bescheidenen Sorte Mensch. Dennoch ließen es sich die drei Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen nicht nehmen, für ihren beliebten Seelsorger einen gebührenden Abschied zu geben. Als Rademaker in Memmenhausen seinen letzten Gottesdienst hielt, war die Kirche ungewöhnlich voll, denn es waren Gläubige aus allen Pfarreien gekommen. Auch der örtliche Kirchenchor fand sich zusammen, um mit Organist und Chorleiter Benedikt März die Messe zu gestalten.

Nach dem Gottesdienst trat Lorenz Schmid, Vorsitzender des Patoralrats der drei Pfarreien, ans Mikrofon und hielt eine tiefsinnige Laudatio auf den scheidenden Ortsgeistlichen: „Vor Kurzem hielten sie, Pfarrer Rademaker, eine Kirchenführung und erwähnten dabei, dass Obergessertshausen nachweislich seit 1520 stets einen eigenen Pfarrer hat, so wird es auch in Memmenhausen und Aichen gewesen sein. Heute geht eine 500-jährige Geschichte zu Ende, die nicht sie, sondern unserer Herr Bischof beendet hat“.„Vor 26 Jahren kam Carl Rademaker als Pfarrer in die Gemeinde und hielt unvergessliche Hochzeiten, Taufen, Kommunionen, Krankensalbungen und Beerdigungen. Sie veranstalteten Bibelabende und interessanten Vorträge. Bei ihrer ersten Kommunionfeier in der Gemeinde sagten sie den Kindern: Ihr habt jetzt einen Freund gewonnen und das ist Jesus. Was macht man mit einem Freund, den besucht man.

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So haben sie bei den Kindern für den Besuch der Gottesdienste geworben“. „Auch wir haben in den 26 Jahren ihres Wirkens einen Freund und Seelsorger gewonnen, den wir schätzten und in allen Situationen des Lebens nach Rat fragen konnten. Die Pfarrgemeinderäte und ich als Pastoralrats-Vorsitzender sind ihnen dankbar, dass sie für unsere Anliegen stets ein offenes Ohr hatten, auch wenn die Meinungen und Vorschläge auseinandergingen. Doch es ist immer wieder zu gemeinsamen Beschlüssen gekommen. Die Pfarreien danken ihnen für ihre Verdienste und entlassen sie schweren Herzens in den verdienten Ruhestand“. Als gemeinsames Abschiedsgeschenk überreichte Schmid einen Fotoband aus dem Leben und Wirken Rademakers sowie einen Zuschuss für den Hausaltar in seinem neuen Heim, der derzeit angefertigt wird.

Danach versammelte man sich beim benachbarten Gasthaus Riedler, dort gab die Musikkapelle Memmenhausen unter ihrem neuen Dirigenten Mario Miller (Haselbach) ein Ständchen. Die weltliche Abschiedsfeier fand im Saal statt, dort konnten sich die Gläubigen persönlich vom scheidenden Seelsorger verabschieden. Seit 1. September gehören die drei Pfarreien zur neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft Ziemetshausen und werden von Pfarrer Bernhard Endres betreut.

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